Limmattal
Raucherfreie Zone: Auch E-Zigaretten sind an Schulen verboten

E-Zigaretten etablierten sich in den letzten Jahren als Alternative zum Glimmstängel. Diese Entwicklung macht auch vor den Pausenhöfen keinen Halt. Aber egal ob Nikotin oder nicht – Pausenplätze bleiben rauchfreie Zonen.

Alex Rudolf
Drucken
Teilen
Im Schlieremer Schulhaus Kalktarren wurden Fälle von E-Zigaretten-Konsum verzeichnet.

Im Schlieremer Schulhaus Kalktarren wurden Fälle von E-Zigaretten-Konsum verzeichnet.

fni

Zwei 9-jährige Drittklässler, die Anfang Februar auf einem Ostschweizer Pausenplatz mit einer E-Shisha erwischt wurden, sorgten in den Medien für Aufruhr. Doch auch an Limmattaler Oberstufen geht das Thema E-Zigarette nicht spurlos vorbei.

Thema in Limmattaler Schulen

An der Weininger Oberstufe wurde E-Rauchern früh ihre Grenzen aufgezeigt. Schulleiter Martin Stalder weiss, dass vor kurzem zwei Schüler mit einer E-Zigarette erwischt wurden. Im Anschluss habe man in der Schulleitung ohne grosse Diskussion entschieden, die E-Zigis auf dem Areal zu verbieten, alle Schüler wurden per Brief darüber informiert. «Das Verbot stösst auf Akzeptanz, seither hat kein Schüler mehr eine E-Zigarette mitgebracht», so Stalder.

In der Schlieremer Oberstufe weiss man, dass die elektrischen Glimmstängel ein Thema unter den Jugendlichen sind. Schulsozialarbeiter Urs Kernen betreut Schüler, die beim Rauchen oder E-Rauchen erwischt wurden, in einem mehrstufigen Programm zur Entwöhnung. «Im Gespräch mit den Jugendlichen zeigt sich, dass E-Zigaretten in gewissen Gruppen verbreitet sind», sagt er. Auch er findet das Verbot auf Schlieremer Schulhöfen legitim. «Das Rauchen einer E-Zigarette kann dazu führen, dass man früher oder später zur richtigen Zigarette greift», so Kernen.

Trudi Müller Blau, Leiterin der Sekundarschule Urdorf, hat zwar auf ihren Schulhöfen noch keinen E-Raucher erwischt, für sie steht aber fest: Der Gebrauch von E-Zigis ist an der Schule verboten – auch wenn es sich eben nicht um eine herkömmliche Zigarette handelt. Müller Blau erinnere diese Diskussion an das Handy-Verbot. Dieses musste in den letzten Jahren auf sämtliche elektronischen Geräte ausgeweitet werden, da sich die Technologie entwickelte und man heute auf fast allen Geräten alles machen könne, so Müller Blau. «Ein Tablet ist die technologische Erweiterung eines Telefons. Genauso wie die E-Zigarette diejenige einer normalen Zigarette ist.» Würden die Schüler mit dem E-Rauchen beginnen, so würde auch die E-Zigi in Urdorf verboten werden, so Müller Blau.

Sie machen nicht süchtig

Der Mann, der die E-Glimmstängel an die Limmattaler bringt, lebt in einem idyllischen Uitiker Wohnquartier. Hier bastelt Markus Fischer an seiner Selbstständigkeit. Heute verkauft er seine Produkte im Keller seines Wohnhauses und via Internet. Er denkt jedoch bereits jetzt an Expansion und schaut sich nach Ladenlokalen in der Region um. Das Sortiment reicht von einer Einweg-E-Zigi für zehn Franken über das Budget Modell für rund 40 Franken bis hin zur Luxusvariante für rund 130 Franken. Wer sind Fischers Kunden? «Hauptsächlich kommen Raucher zu mir, die damit aufhören wollen», sagt er. Das Durchschnittsalter beziffert er auf zwischen 20 und 50 Jahre, an unter 18-Jährige würde er nichts verkaufen.

Wie schätzt er die Gefahren des elektrischen Rauchens ein? «Langzeitforschung über Jahrzehnte gibt es zwar noch nicht, aber man sagt, dass E-Zigis deutlich weniger schädlich als normale sind», so Fischer. Auf die Verbotswelle der E-Zigis an Schulen angesprochen reagiert Fischer locker. «Natürlich ist es am besten, überhaupt nichts zu rauchen.» Wegen E-Zigaretten – in der Schweiz nur ohne Nikotin legal – sei nach heutigem Wissensstand noch niemand gestorben, wegen Mobbings hätten sich jedoch schon mehrere Teenager das Leben genommen, so Fischer. Sein Fazit lautet, dass man andere Dinge noch vor den E-Zigis verbieten sollte.