Dietikon
Raucher werden von Spielplätzen verbannt

Das Anliegen ist von weit links bis ganz rechts völlig unbestritten: Auf Dietiker Spielplätzen soll ein Rauchverbot gelten. Eine entsprechende Motion ist am Donnerstagabend diskussionslos an den Stadtrat überwiesen worden.

Oliver Graf
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Kinder nehmen alles in den Mund - auch giftige Zigarettenstummel: Auf Dietiker Spielplätzen soll deshalb ein Rauchverbot gelten.

Kinder nehmen alles in den Mund - auch giftige Zigarettenstummel: Auf Dietiker Spielplätzen soll deshalb ein Rauchverbot gelten.

Keystone

Dietikon könne im Kanton Zürich eine Vorreiterrolle einnehmen und als Vorbild für viele weitere Gemeinden dienen, sagte Catalina Wolf-Miranda (Grüne) im Verlaufe der Ratsdebatte.

Sie hatte eine Motion verfasst, die bereits vor der Behandlung im Rat grosse Beachtung fand. Sie fordert darin ein Rauchverbot auf öffentlichen Spielplätzen (die Limmattaler Zeitung berichtete).

Das Anliegen stösst auf breite Zustimmung: Schon für ihre Motion hatte Catalina Wolf-Miranda Mitunterzeichner von links (AL) bis rechts (SVP) gefunden. In der gestrigen Ratsdebatte kam es zu keiner einzigen Wortmeldung. Und der Stadtrat erklärte sich bereit, den Vorstoss entgegenzunehmen. Damit wurde die Motion diskussionslos überwiesen.

Wie Catalina Wolf-Miranda in ihrer Begründung kurz ausführte, geht es ihr einerseits um den Schutz der Kinder. Diese sollen auf einem Spielplatz nicht passiv mitrauchen müssen. Zudem sollen sie nicht mit Zigarettenkippen in Kontakt kommen: «Kinder nehmen alles in den Mund – und ein Zigarettenstummel enthält gemäss WHO mindestens 50 krebserregende Chemikalien.» Andererseits will die Gemeinderätin die Umwelt schützen. Bei Putzaktionen in verschiedenen Städten seien 30 bis 40 Prozent des Abfalls auf weggeworfene Raucherwaren zurückzuführen.

Unter anderem in Chur und einigen Aargauer Gemeinden bestehen Rauchverbote auf Spielplätzen. Im Kanton Zürich gibt es das bislang nicht. Der Dietiker Stadtrat muss nun innert sechs Monaten aufzeigen, wie er das Verbot umsetzen würde – und wie er die Vorreiterrolle einnehmen will.

Im Dietiker Gemeinderat kam zudem ein Postulat knapp durch, das verlangt dass auf der Schöneggstrasse Tempo 30 eingeführt wird. Hier geht es zum Bericht zu diesem Traktandum.

Ratstelegramm: Die weiteren Geschäfte der Gemeinderatssitzung

- Die 29 anwesenden Gemeinderäte wählten am Donnerstagabend Arno Graf diskussionslos zum Stellvertreter der Gemeinderatssekretärin.

- Die Bauabrechnung der Sanierung des Freibades Fondli wurde genehmigt. Mit Ausgaben in Höhe von 9,7 Millionen schloss sie leicht über Kredit ab (plus 44 200 Franken). Seit Abschluss der Arbeiten werden 30 Prozent mehr Besucher gezählt.

- Die Statutenänderung des Spitalverbandes Limmattal wurde einstimmig genehmigt. Das Geschäft wurde kurzfristig auf die Traktandenliste gesetzt, da die Zeit drängt.

- Ein Postulat von Markus Erni (SVP) wurde als erledigt abgeschrieben, das Rettungsübungen an den Schulen anregte (Forderung der Jugendsession). Die Schule führt ein Krisenkonzept ein.

- Ein Postulat von Manuela Ehmann (EVP) wurde abgeschrieben – auf ihre Anregung hin will die Stadt nun am jährlichen «Clean Up Day» teilnehmen.

- Das Postulat von Peter Metzinger (FDP) zur Entwicklung des Rapidplatzes wurde als erledigt abgeschrieben – die Stadt erarbeitet ein Gesamtkonzept.

- Der Gemeinderat schrieb das Postulat von Olivier Barthe (FDP) mit dem Titel «Bus-Benutzende nicht im Regen stehen lassen» als erledigt ab.

- Es wurden vier FDP-Interpellationen erledigt: Drei von Peter Metzinger mit den Titeln «Altlastensituation in Dietikon», «Parkplätze Limmatfeld» und «Infrastruktur-Unterstützung durch die Stadt für Quartiervereine», sowie eine von Olivier Barthe mit der Überschrift «Wasser für unsere Kinder».

- Das Postulat «Anbindung des Niderfelds an das Gjuchquartier für den Langsamverkehr» von Ernst Joss (AL) wurde diskussionslos an den Stadtrat zur Beantwortung überwiesen.

- Das Postulat «Massnahmen zur Erhöhung der Personalzufriedenheit des städtischen Personals» von Kerstin Camenisch (SP) wurde mit 16 zu 13 Stimmen überwiesen.

- Andreas Wolf (Grüne) begründete seine Interpellation, mit der er sich nach den Auswirkungen des Klimawandels für Dietikon erkundigt.

- Wegen Abwesenheiten wurden die Interpellationen von Michael Segrada (FDP) mit dem Titel «Wie entwickelt sich das Dietiker Steuersubstrat?» und von Martin Christen (CVP) mit dem Titel «Begleitung Bau der Limmattalbahn» nicht behandelt.

- Der Gemeinderat erledigte die traktandierten Geschäfte gestern Abend derart effizient, dass anders als eingeplant doch keine Doppelsitzung vonnöten war. Er musste zwar die erste Sitzung um ein paar wenige Minuten verlängern, dafür konnte er auf die zweite anberaumte Sitzung verzichten.