38 Fälle aus Schlieren werden derzeit im Mandatszentrum Dietikon betreut. Es handelt sich um Personen, denen die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde des Bezirks einen Beistand zugeordnet hat. Die Beistände ersetzen unter anderem die früheren Vormunde.

Dem Schlieremer Parlament waren die Kosten für die Betreuung der Fälle durch das Dietiker Zentrum zu hoch. Es strich den dafür nötigen Betrag von 580 000 Franken und forderte eine andere Lösung.

Die daraufhin ausgebrochene Ratlosigkeit in der Schlieremer Verwaltung scheint von kurzer Dauer gewesen zu sein. Der Stadtrat will eine Lösung gefunden haben und ab April seine Beistandschaften an die Gemeinde Unterengstringen abgeben. Für den Zeitraum von rund drei Jahren rechnet er mit Kosten von 675 000 Franken.

Aus organisatorischer Sicht hätten allerdings zwei andere Optionen besser abgeschnitten, wie der Stadtrat in seiner Weisung schreibt: zum einen die bisherige Lösung mit Dietikon, zum anderen eine Zusammenarbeit mit Pro Senectute.

Beide punkteten in Sachen Fachkompetenz, Stellvertretungen und Organisationsentwicklung. Zudem seien sie für steigende Fallzahlen gewappnet.

Gut und günstig

Für Unterengstringen sprachen die Kosten, war deren Angebot doch das günstigste. Die dortigen Mitarbeiter seien zudem eingearbeitet und durch das höhere Fallvolumen würden weniger organisatorische Probleme entstehen, als wenn Schlieren die Leistungen wieder ins eigene Portefeuille übernehmen würde.

Allerdings hatte sich der Gemeinderat Unterengstringen in seiner ersten Offerte wohl etwas verrechnet. Statt wie ursprünglich 3927 Franken pro Jahr soll die Fallpauschale nun 4500 Franken pro Jahr betragen. Den Grund für die gegenüber der Erstofferte gestiegenen Kosten seien Investitionen in die EDV sowie eine zusätzliche Sachbearbeiterin, die wegen der Schlieremer Fälle eingestellt werden müsste.

Nun wird sich wieder das Gemeindeparlament mit der Frage beschäftigen müssen.