Dieser Posten eines stadträtlichen Verhandlungsberichts machte Martin Müller hellhörig: 150 000 Franken hat die Dietiker Exekutive für «eine gestalterische Aufwertung und umfangreiche Grundinstallationen» am Rapidplatz gesprochen, las der DP-Gemeinderat. Gebaut wurde der Platz im Herzen des Dietiker Limmatfelds vom Bau- und Immobilienunternehmen Halter, das den gesamten neuen Stadtteil nördlich der Gleise entwickelt. Offiziell übergeben wurde er der Stadt im April 2012.

Dass nun — nach weniger als drei Jahren — bereits städtische Investitionen nötig sind, macht Müller stutzig. «Gehört es nach Ansicht des Stadtrats nicht zu einem Platz, der eine Zentrumsfunktion mit entsprechenden Veranstaltungsmöglichkeiten zu erfüllen hat, dass dieser über eine elementarste Grundausrüstung verfügt und gestalterisch so angelegt ist, dass nicht bereits nach 32 Monaten eine Aufwertung nötig ist?», fragt er in einer Interpellation.

Stadt zahlte für Sitzbänke

Der 150 000-Franken-Kredit wurde derweil bereits beansprucht: Sieben Strombezugspunkte mit Technikraum, fünf Wasserbezugspunkte sowie zwei Schmutzwasseranschlüsse liess die Stadt schon im vergangenen Jahr einrichten. Ebenfalls bereits 2014 wurde die «gestalterische Aufwertung» angegangen. Dazu gehörte unter anderem das Aufstellen von Sitzbänken, wie es beim Stadtplanungsamt heisst. Die 150 000 Franken seien aber nur ein städtischer Beitrag an die Gesamtkosten. Den Rest berappt die Firma Halter.

Mit den Massnahmen, die im letzten Jahr ergriffen wurden, ist der Platz aber noch nicht ganz da, wo die Stadt ihn will. Vor wenigen Tagen verkündete der Stadtrat, dass er für die Anschaffung von drei Trinkbrunnen einen zusätzlichen Kredit in der Höhe von rund 45 000 Franken bewilligt hat.

Müller reichte seine Interpellation ein, noch bevor der Trinkbrunnen-Kredit veröffentlicht wurde. Schon angesichts des 150 000-Franken-Kredits will er aber vom Stadtrat wissen, wieso dieser den Platz «in offensichtlich nicht fertigem oder aber mindestens nicht zweckmässig ausgerüstetem Zustand überhaupt übernommen» habe.

«Lückenhaft, schwammig»

Müller erinnert die Exekutive daran, dass sie im Vorfeld stets betont habe, dass «die Steuerzahler quasi ‹gratis›, respektive zum Preis der Übernahme des Unterhalts» einen Platz im neuen Quartier bekommen würden — und zwar einen fertig gestalteten, betriebsbereiten Platz. Der DP-Gemeinderat legt dabei die Vermutung nahe, dass die damals abgeschlossenen Verträge zwischen Stadt und Halter «derart lückenhaft, schwammig oder zugunsten von Halter ausgelegt» waren, dass der Stadt heute kaum etwas anderes übrig bleibe, als einen Teil der Ausbaukosten selbst zu übernehmen.

Deshalb will Müller vom Stadtrat wissen, ob dieser «immer noch glaubt, dass es sich angesichts der notwendig gewordenen Investitionen um eine echte Win-Win-Situation» handle. Und: Sollte der Stadtrat dabei bleiben, verlangt der DP-Gemeinderat eine «materielle Begründung» dieser Einschätzung der Lage. (rue)