Dietikon
Rapidplatz: Kanton schliesst Altlasten-Sanierung nicht aus

Die Belastung des Untergrunds wird vom zuständigen Amt noch einmal beurteilt.

Tobias Hänni (Text und Foto)
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Der Rapidplatz in Dietikon.

Der Rapidplatz in Dietikon.

Tobias Hänni

Weil der Untergrund mit gesundheitsschädlichen Chemikalien belastet ist, weigert sich die Stadt Dietikon, die westliche Hälfte des Rapidplatzes in ihr Eigentum zu übernehmen. Dies hat ihr eine Verwaltungsklage der Halter AG eingebracht, die auf juristischem Weg die Übernahme erzwingen will (die Limmattaler Zeitung berichtete). Die Zürcher Baufirma spricht von einer «unbedenklichen Restbelastung» und stellt sich auf den Standpunkt, dass die Stadt mit keinen weiteren Kosten rechnen müsse.

Von «unbedenklich» möchte man beim kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) nicht sprechen. Aber, so schreibt das Amt auf Anfrage: Wenn davon eine «unmittelbare Gefährdung für das Grundwasser» ausginge, wäre «eine Bewilligung für das Belassen der Restbelastung nicht erteilt worden». Das AWEL hatte 2012 ein Sanierungskonzept für den Umgang mit Rückständen des giftigen Weichmachers Tetrachlorethen unter dem Rapidplatz bewilligt und später dessen Umsetzung abgenommen. Ein grosser Teil der verseuchten Erde ist als Teil dieses Konzepts bereits während des Baus des Platzes entfernt worden.

«Für den Fall, dass wider Erwarten erhöhte Konzentrationen im Grundwasser verbleiben sollten», seien Sicherungsmassnahmen umgesetzt worden, so das AWEL. Als Massnahme führt es Interventionsbrunnen an, mit welchem belastetes Grundwasser abgepumpt und gereinigt werden könne.

Schlussbericht diesen Sommer

Im Altlasten-Kataster des AWEL ist der Standort «Rapidplatz» derzeit darum nicht als sanierungs-, aber als überwachungsbedürftig eingestuft. «Grundsätzlich» könne bei einem überwachungsbedürftigen Standort ein zukünftiger Sanierungsbedarf nicht ausgeschlossen werden, schreibt das AWEL. Deshalb müsse der Standort überwacht werden. Dass ein überwachter Standort in einen sanierungsbedürftigen zurückgestuft wird, ist laut dem Amt aber selten. In den meisten Fällen werde ein solcher Standort nach mehreren Jahren der Überwachung als weder überwachungs- noch sanierungsbedürftig beurteilt.

Trotzdem: Dass der Boden unter dem Rapidplatz dereinst saniert werden muss, kann laut dem AWEL, dem die Ergebnisse der Grundwasserüberwachung vorliegen, «nicht ausgeschlossen werden». Ein Schlussbericht, der die Dekontamination sowie Nachsorgemassnahmen dokumentiert, werde diesen Sommer erwartet, teilt das AWEL weiter mit. Man werde aber schon vorher «laufend» über die Ergebnisse der Grundwasserüberwachung informieren. Der Bericht wird laut dem Amt von einer Fachfirma im Auftrag der Halter AG erstellt. Diese begleite auch die Dekontaminations- und Nachsorgearbeiten.

Auf Basis dieses Schlussberichts wird das AWEL die Belastung des Rapidplatzes noch einmal beurteilen. In die Beurteilung flössen auch die Ergebnisse der Grundwasserüberwachung sowie eine Gefährdungsabschätzung mit ein, schreibt das Amt. Falls die Neubeurteilung dies erforderlich mache, könnten die bereits eingebauten Interventionsbrunnen in Betrieb genommen werden.