Statthalterwahl

Ramon Steffen lässt die Vorwürfe nicht auf sich sitzen – und legt Beweis vor

Der Dietiker Ramon Steffen komplettierte in letzter Minute das Kandidaten-Trio.

Der Dietiker Ramon Steffen komplettierte in letzter Minute das Kandidaten-Trio.

Der Wohnort und die berufliche Auszeit des Kandidaten wurden bezweifelt. Jetzt hat Ramon Steffen reagiert.

Ein ungewöhnliches Angebot traf an diesem Montag bei der Redaktion der Limmattaler Zeitung ein. Ramon Steffen schrieb: «Ich biete Ihnen gerne Einsicht in die folgenden Original-Dokumente an:

Schriftenempfangsschein der Stadt Dietikon,

Wohnsitzbestätigung der Stadt Dietikon, datiert von heute,

Abschlusszeugnis meines letzten Arbeitgebers, datiert vom 31. März 2016.»

Damit ging der parteilose Statthalterkandidat in die Offensive. Zuletzt waren wiederholt Vermutungen geäussert worden, der Kandidat würde gar nicht, wie auf seiner Internetseite angegeben, in Dietikon wohnen. Steffen hat dort lediglich eine «Postlagernd»-Adresse angegeben. Die Zweifel wurden schon letzte Woche an der Parteiversammlung der SVP geäussert, an der sich alle drei Kandidaten – neben Steffen noch Simon Hofmann und Adrian Leimgrübler – präsentieren konnten.

Ramon Steffen, Simon Hofmann und Adrian Leimgrübler (von links) stellten sich dem ersten Direktvergleich. Sandra Ardizzone

Ramon Steffen, Simon Hofmann und Adrian Leimgrübler (von links) stellten sich dem ersten Direktvergleich. Sandra Ardizzone

Konzentration auf Kandidatur

Auch in einem Leserkommentar an die Limmattaler Zeitung wurde der Wohnort des parteilosen Kandidaten thematisiert, und nicht nur das: «Wieso kennt ihn niemand, obwohl er lange Zeit in Dietikon wohnhaft sein soll, und ob es sich bei seiner Auszeit um eine ungeplante handelt?» Intransparenz in Zusammenhang mit seinem Wohnort wie seiner derzeitigen Arbeitssituation wurde Steffen auch von FDP-Bezirkspräsident Gérald Künzle vorgeworfen. Dieser unterstützt wie auch das Gremium aller Bezirksparteien den FDP-Kandidaten Simon Hofmann. Steffen lege weder seine Wohnadresse noch seinen Beruf offen, wird Künzle in der «NZZ» vom 17. Januar zitiert. Als Grund für seine Zurückhaltung nennt Steffen Datenschutzgründe; er wolle nicht, dass seine private Adresse im Internet stehe, diese sei aber auf dem eingereichten Wahlvorschlag einsehbar.

Aus der Antwort von Ramon Steffen spricht der Jurist. «Die private Wohnadresse eines Kandidaten ist eine zwingende Angabe auf dem Wahlvorschlag, welcher durch die wahlleitende Behörde geprüft wird. Dies sehen Gesetz und Verordnung über die politischen Rechte vor.» Der Bezirksrat Dietikon habe somit seine Wohnadresse geprüft und anschliessend seinen Wohnort (Dietikon) am 25. November 2016 im Amtsblatt des Kantons Zürich publiziert.

Auch was seinen Beruf anbelangt, kann Steffen den Vorwurf der Intransparenz nicht nachvollziehen. «Ich habe meine aktuelle Situation stets offengelegt, in Berichten in der Limmattaler Zeitung sowie auch auf meiner Website.» Andere hätten in seiner Situation wohl gesagt, sie seien nun selbstständig oder als Unternehmer tätig. Er hingegen stehe dazu: «Ich habe seit letztem April eine berufliche Auszeit genossen. Auf eine neue Stelle habe ich bislang bewusst verzichtet, um mich voll auf meine Kandidatur als Statthalter des Bezirks Dietikon konzentrieren zu können.»

Das Abschlusszeugnis seines letzten Arbeitgebers sei im Übrigen sehr gut, und man könne ihm entnehmen, dass er seine Stelle auf dem Handelsregisteramt des Kantons Zürich Ende März 2016 auf eigenen Wunsch verlassen habe.

Mittlerweile hat Steffen auf seiner Internetseite auf die Intransparenz-Vorwürfe reagiert und unter der Rubrik «Kontakt» seinen Schriftenempfangsschein aufgeschaltet. Einen Seitenhieb auf den Mitbewerber Simon Hofmann kann sich Steffen in diesem Zusammenhang nicht verkneifen: «Herr Simon Hofmann publiziert bislang auf seiner Website die private Wohnadresse auch nicht, und – im Gegensatz zu mir – nicht einmal seinen Wohnort.»

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