Enten planschen im Wüeribach auf Höhe des Zentrums von Birmensdorf nur selten. Vor allem solche, die den Kopf beim Schwimmen nicht über Wasser halten können. Am vergangenen Samstag liess sich jedoch genau dies beobachten: Unter dem kräftigen Applaus der Dorfbewohner trieben Dutzende gelber Quietsch-Entchen ziemlich hilflos bachabwärts. Die motivierenden Zurufe der Zuschauer schienen die Plastik-Viecher wenig zu beeindrucken. Und dennoch waren sie das Highlight des Bachfests, das dieses Jahr zum fünften Mal stattgefunden hat. Jeder Besucher konnte auf eine Plastikente tippen, die mit einer Nummer versehen wurde.

Naherholungszone geschaffen

Ein ganzer Korb der Tierchen kam zusammen und wurde mithilfe eines Seils in etwa zwei Meter Höhe über den Wüeribach gehängt. Damit die Entchen auch alle aus ihrem Nest fielen, kurbelten Kinder und Jugendliche des Dorfes kräftig die Wasserpumpe an. Der Strahl, der daraufhin auf den Korb traf, warf die Plastikfiguren über Bord direkt in den Bach. Obwohl es den gelben Entchen an Schwimmkunst mangelte – im Ziel angekommen sind sie alle. Die schnellsten unter ihnen bescherten dem glücklichen Besitzer der Nummer einen Wertgutschein für die nahegelegenen Restaurants, Bäckereien, Reisebüros oder andere lokale Geschäfte.

Das Badeenten-Rennen am Nachmittag ist die Attraktion des Birmensdorfer Bachfests

Das Badeenten-Rennen am Nachmittag ist die Attraktion des Birmensdorfer Bachfests

   

Der eigentliche Anlass des diesjährigen Bachfests war aber ein anderer: die Einweihung der neuen Flaniermeile. Der Lebensraum am Bach wurde im vergangenen Jahr neu gestaltet. Entstanden ist eine Naherholungszone mit einem Sitzplatz und einer Aussichtsplattform. Das kantonale Projekt kostete insgesamt 4,8 Millionen Franken. Davon trägt die Gemeinde 200 000 Franken. Damit der Bach künftig bei Hochwasser nicht mehr über die Ufer tritt, wurde zudem das gesamte Bachbett abgesetzt und verbreitert. So wird die Kapazität des Bachs von 13 auf 20 Kubikmeter pro Sekunde gesteigert.

Gemeinderätin Barbara Puricelli hatte die Ehre, das Band zur Eröffnung der neuen «Dorfoase», wie sie sagte, einzuweihen. Durch die Umgestaltung der Linienführung des Baches würden die Menschen wieder bewusst näher ans Wasser geführt, so Puricelli. Zudem seien zwei neue Bäume gepflanzt sowie Sitzbänke aufgestellt worden. «Ich hoffe, dass der Wüeribach ein Begegnungspunkt für Jung und Alt wird.»

Barbara Puricelli weiht die neue Flaniermeile in Birmensdorf ein

Barbara Puricelli weiht die neue Flaniermeile in Birmensdorf ein

   

Zufriedene Organisatoren

Der Duft von gegrillter Bratwurst lag am Festtag schon vor Festbeginn um 10 Uhr in der Luft. Fast 150 Leute standen am Samstag im Einsatz, damit alles reibungslos klappte. «Die Vorbereitungen haben fast ein Jahr gedauert», sagte OK-Präsident René Hedinger. Die Harmonie Birmensdorf weihte die Flaniermeile mit dem Sechseläuten-Marsch ein. Während die Musiker spielten, bildete sich allmählich eine Schlange vor dem Wurststand. Hedinger schätzte, dass in etwa 1000 Gäste anwesend waren.