Fahrweid

Quartierverein kämpft für Restaurant im Quartierzentrum

Für den Quartierverein Fahrweid ergibt ein Quartierzentrum nur dann Sinn, wenn sich dort wie bisher ein Restaurant befindet.

Für den Quartierverein Fahrweid ergibt ein Quartierzentrum nur dann Sinn, wenn sich dort wie bisher ein Restaurant befindet.

Rund ums «Föhrewäldli» gehen die Wogen hoch. Grund ist die Abstimmung vom 9. Februar. Dort geht es um die Zukunft des im Fahrweider Quartierzentrum einquartierten Restaurants.

Der Gemeinderat will künftig in eigener Kompetenz darüber beschliessen, zu welchen Zwecken die Räume des gemeindeeigenen Quartierzentrums genutzt werden.

An der Gemeindeversammlung vom 5. Dezember 2013 haben die Stimmberechtigten diesem Anliegen mit 92 Ja- zu 46 Nein-Stimmen zugestimmt. Im Anschluss wurde jedoch von mehr als einem Drittel der Stimmberechtigten eine nachträgliche Urnenabstimmung verlangt.

Vor allem der Quartierverein Fahrweid wehrt sich gegen das Anliegen des Gemeinderates, weil dessen vorgeschlagene Nutzungsänderung Folgen für das Restaurant hätten. Auf einem Flugblatt, das er am Wochenende in alle Weininger Haushaltungen verteilte, wirbt der Verein für ein Nein zum Antrag des Gemeinderates. Der Gemeinderat will die Tagungsräume im Obergeschoss des Gebäudes für den Betrieb eines Kindergartens nutzen, weil der Bedarf nach einem dritten Kindergarten auf das Schuljahr 2015/2016 ausgewiesen sei. Grund ist die rege Bautätigkeit in der Fahrweid.

Weil ein Erweiterungsbau des Kindergartens gemäss einer Projektstudie rund 1,8 Millionen Franken kosten und der Weg bis zur Bewilligung lange dauern würde, will der Gemeinderat vorerst die Räume im Quartierzentrum nutzen. Laut Gemeinderat lässt sich ein solches Konzept mit geringen finanziellen Mitteln rasch umsetzen.

Neuer Teilmieter der Gastroräume

Gleichzeitig sind die Besucherzahlen im Restaurant aus Sicht der Gemeinde unbefriedigend. Sie ist der Meinung, dass sich die Rentabilität der Liegenschaft mit einem reinen Gastronomiebetrieb nicht mehr erreichen lasse, und hat deshalb letzten Frühling den Ausbildungsbetrieb «Hotel & Gastro Formation» als Teilmieterin der Gastronomieräume per Oktober 2013 akquiriert. Dadurch wird laut Gemeinderat eine wesentliche Konstanz bei den Mietzinseinnahmen erreicht. Wegen des Kindergartens müssten die Schulungsräume der «Hotel & Gastro Formation» in die Lounge im Erdgeschoss dislozieren. Für ein Restaurant wäre kein Platz mehr.

Für den Quartierverein sind diese Pläne nicht nachvollziehbar. «Ein Quartierzentrum ohne Restaurant macht überhaupt keinen Sinn», sagt Katrin Furrer-Schlatter, Interimspräsidentin des Quartiervereins. Ihr Verein würde sämtliche Sitzungen und Veranstaltungen, wie den Suppentag, im Quartierzentrum durchführen. Es sei nicht denkbar, nach diesen Aktivitäten auf die Pizzeria oder das Restaurant Limmatbrücke auszuweichen. «Das Quartierzentrum ist eine Begegnungsstätte. Ohne Restaurant verliert es diesen Zweck», so Furrer-Schlatter.

Langfristige Planung gefordert

Ebenfalls stört sich der Quartierverein daran, im Obergeschoss des Gebäudes Kindergartenräume einzurichten. «Die Räume müssen zuerst umgebaut werden. Von diesen Kosten spricht der Gemeinderat nicht», sagt die Interimspräsidentin. Grundsätzlich störe sie aber, dass ebenfalls an der Gemeindeversammlung vom
5. Dezember ein Kredit von 1,12 Millionen Franken für einen provisorischen Ergänzungsbau beim Schulhaus Schlüechti im Dorf genehmigt wurde, der Gemeinderat in der Fahrweid jedoch darauf verzichten wolle. «Der Gemeinderat weiss nicht erst seit gestern, dass in der Fahrweid neue Überbauungen entstehen. Wir verlangen von ihm eine langfristige Schulraumplanung in der Fahrweid und keinen Schnellschuss», so Schlatter-Furrer. Der Gemeinderat will keine Stellung nehmen und verweist auf den Abstimmungstext, erklärte Gemeindepräsident Hanspeter Haug auf Anfrage.

Meistgesehen

Artboard 1