Dietikon
Quartierverein Altberg will für 20er-Zone Unterschriften sammeln

Nachdem im Sommer erneut ein Fremdverkehr-Verbot getestet wurde, steht nun eine neue Forderung im Raum.

Carmen Frei
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David Egger

Das Dietiker Altberg-Quartier leidet immer wieder unter Fremdverkehr. Vor allem im Sommer wegen der vielen Gummiböötler. Darum gab es dieses Jahr schon wieder einen Versuch mit einem Fahrverbot für Fremdverkehr. Die ausführliche Beschilderung, die so im Quartier zu stehen kam, sorgte teilweise für Unklarheiten. Im September folgte darum eine Kleine Anfrage von Kerstin Camenisch (SP) an den Stadtrat. Sie erkundigte sich nach der rechtlichen Grundlage der Beschilderung und der Kontrolle. Inzwischen hat ihr der Stadtrat geantwortet.

Er erklärt, dass es sich beim Fahrverbot um eine vorübergehende Verkehrsanordnung handelt. Für diese sind laut kantonaler Signalisationsverordnung die Gemeinden zuständig. Aus der Antwort des Stadtrats geht ausserdem hervor, dass bei der Einführung des Fahrverbots auch ein privater Verkehrsdienst im Einsatz war, der die Automobilisten informierte. Privatpersonen, die in der Anfrage von Camenisch erwähnt worden waren, seien hingegen keine im Einsatz gestanden.

Das Fahrverbot wurde vor zwei Jahren bereits getestet

Es war nicht das erste Mal, dass ein vorübergehendes Fahrverbot im Quartier eingesetzt wurde. Bereits im Mai und Juni 2018 wurde ein solches Fahrverbot getestet. Der Dietiker Sicherheitsvorsteher Heinz Illi (EVP) erklärt: «Es geht um die Böötli-Geschichte. Darum erhalten wir auch immer wieder Hinweise aus dem Quartier. Daher kam die Idee, das Fahrverbot einmal zu testen.» Laut Illi war im Quartier aufgrund des Fahrverbots eine Abnahme des Fremdverkehrs zu beobachten. Ausserdem habe es weniger falsch abgestellte Autos im Quartier gegeben.

Wieso folgte dieses Jahr ein weiterer Versuch? «Wir hatten eine massive Veränderung mit dem Installationsplatz der Limmattalbahn», erklärt Illi. Darum hätten sie sich noch einmal ein Bild davon machen wollen. Er selbst habe unterschiedliche Rückmeldungen aus dem Quartier erhalten. Einige hätten die Abnahme des Verkehrs bemerkt, andere hätten ihn aber auch auf das neue Fahrverbot angesprochen. «Auch die Polizei wurde angesprochen», sagt Illi. Das sei aber bei Signalisationsänderungen oft so.

Daniela Frieden, Präsidentin des Quartiervereins Altberg, der sich schon lange für ein entsprechendes Fahrverbot einsetzt, konnte ebenfalls eine Abnahme des Verkehrs feststellen. «Es hat immer noch Leute, die sich nicht daran gehalten haben. Grundsätzlich haben wir aber gemerkt, dass es weniger Fremdverkehr hat», sagt sie. Die Situation im Quartier könne so im Sommer verbessert werden.

«Es ist auch ein Sicherheitsproblem»

Heinz Illi findet das Fahrverbot im Sommer ebenfalls sinnvoll. Von einem dauerhaften Fahrverbot sieht er ab. «Aber wir müssen dieses Jahr noch auswerten», erklärt er. Er wolle die ­Situation von diesem Jahr auch mit der künftigen Situation nach dem Abbau des Limmattalbahn- Installationsplatzes vergleichen. Das vorübergehende Fahrverbot sei Teil eines Massnahmenpakets, das man mit den verschiedenen Vertretern, darunter der Quartierverein und das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel), bei der Stadt Dietikon besprochen habe. «Wir möchten, dass es nicht immer zu Überlastungen im Quartier kommt.»

«Es ist auch immer noch ein Sicherheitsproblem, das wir hier haben», betont Frieden. Es herrsche zwar Tempo 30, viele hielten sich aber nicht daran. «Es hat hier Krippen sowie zwei Kindergärten, und auf der Nötzliwiese hat es einen Spielplatz», sagt Frieden. Sie fahre darum nicht einmal die erlaubten 30 km/h, sondern 20 km/h, damit wirklich nichts passiere. Das teilweise grosse Verkehrsaufkommen im Sommer sieht sie kritisch. Beim Quartierverein sei darum über die Möglichkeit einer Begegnungszone mit Tempo 20 gesprochen worden. Die Stadt habe ihnen zu einer Unterschriftensammlung geraten. «Das können wir nun wegen ­Corona nicht machen», sagt Frieden. Sobald sich die Situation beruhigt habe, würden sie dies aber in Angriff nehmen. «Die Signale, die wir erhalten, zeigen, dass das etwas ist, was man sich vorstellen könnte», so Frieden weiter.