Dietikon
Puppenspielerin eröffnet eigenes Puppentheater in Dietikon

Das Reisen mit Kasperli durch die ganze Schweiz hat für Puppenspielerin Monika Schmucki ein Ende. Am Samstag eröffnet das Kasperlitheater Dietikon eien neues Puppentheater an der Zürcherstrasse.

Anina Gepp
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An der Eröffnungsfeier können die Besucher ein kleines «Puppenmuseum» in Schmuckis Stube ansehen. gep

An der Eröffnungsfeier können die Besucher ein kleines «Puppenmuseum» in Schmuckis Stube ansehen. gep

Kaum hat sich Monika Schmucki die Puppe des rotbäckigen Kasperlis über die Hand gestülpt, ist es um sie geschehen. Sofort schlüpft sie in die Rolle des Lieblings aller Kinder und reisst mit verstellter Lausbubenstimme die kasperlitypischen Witze.

Die Figur begleitet die 59-jährige Dietiker Puppenspielerin schon seit 25 Jahren. «An keiner Aufführung des Wandertheaters Kasperlibühne durfte die Puppe mit der roten Zipfelmütze fehlen», sagt Schmucki. In der ganzen Schweiz reiste sie umher und brachte bei den Vorstellungen Kinder und Erwachsene zum Lachen.

Theater mit nostalgischem Flair

Doch von nun an kann es Kasperli, und somit auch Monika Schmucki, etwas ruhiger nehmen. Das Kasperlitheater Dietikon wird sesshaft und eröffnet am Samstag ein eigenes neues Puppentheater an der Zürcherstrasse 43.

Heimlich habe sie schon immer von einem eigenen Puppentheater geträumt, sagt Schmucki. Vor allem bei ihren Theateraufführungen zur Weihnachtszeit in der Haupthalle des Zürcher Hauptbahnhofs sei der Wunsch nach etwas Ähnlichem, aber Eigenem aufgekommen. Deshalb freue sie sich auch ganz besonders auf die Weihnachtsvorführungen am neuen Standort.

Der Raum des Puppentheaters diente Schmucki in den letzten Jahren als Lager für die zahlreichen Kasperlibühnen und Requisiten. Nun ist aus der renovationsbedürftigen Lokalität innerhalb von drei Monaten ein echtes Schmuckstück geworden. Die grünen Wände, die samtigen roten Vorhänge und die zahlreichen goldenen Accessoires sorgen für nostalgisches Flair und machen das Puppentheater heimelig.

Puppen in der Stube ausgestellt

Man könne sich kaum mehr vorstellen, wie es hier einmal ausgesehen habe, sagt Schmucki. «Der Boden und die Wände waren rissig und die Fenster uralt», erinnert sie sich. Gemeinsam mit ihrer Schwester Ursula Schmucki und Spielpartner Christian Strässle nahm sie sich der Herausforderung an und renovierte den Raum gemeinsam mit vielen Helfern. «Jetzt liegt alles beieinander. Meine Werkstatt, die Requisiten, der Dachboden mit allerlei Kostümen und das Puppentheater», sagt die Künstlerin. Sie selbst wohnt im Haus nebenan und hat nun an keine langen Wege mehr.

Für die Einweihung des Puppentheaters hat Schmucki ihr ganzes Wohnzimmer ausgeräumt und Dutzende ihrer Puppen einziehen lassen. Die berühmten Schäfchen der Weihnachtsgeschichte, die zwei Meter grosse Figur der Mutter Erde und die böse Hexe im Kessel teilen sich für einmal einen Raum. Die liebevoll ausgestellten Puppen können am Samstag von Besuchern der Eröffnung bestaunt werden. «Zum 25-Jahr-Jubiläum will ich den Gästen einen Einblick in meine Arbeit geben», sagt Schmucki. Auch der Requisitenraum darf bestaunt und Schubladen und Schranktüren können ungeniert geöffnet werden.

Nicht fehlen darf natürlich das Kasperlitheater selbst. Den Besuchern wird eine kleine Produktion gezeigt. Schmucki ist gespannt, wie das Puppentheater ankommt, und freut sich auf viele neue Projekte.

Das Puppentheater öffnet am kommenden Samstag und Sonntag jeweils ab 14 Uhr seine Türen für Besucher.