Aus vier mach eins – die Projekte für ein neues Unterengstringer Gemeindehaus an der Dorfstrasse liegen vor. Am 4. und 5. März werden sie der Öffentlichkeit im Alten Schulhaus präsentiert. Die Bevölkerung wird dann Gelegenheit haben, ihre Meinung zu den vier vorgestellten Projekten zu äussern. Die Idee dahinter: Die Stimmberechtigten sollen im Rahmen eines so genannten «Public Voting» die vorgelegten Projektstudien mit bewerten. Ergänzend zu der fachlichen Bewertung soll das Votum der Bevölkerung über das Siegerprojekt entscheiden.

«Vor knapp zwei Wochen haben wir eine erste Sichtung der vier Projekte durchgeführt. Letzten Freitag wurden sie uns dann von den jeweiligen Architekten präsentiert», erklärt Unterengstringens Gemeindepräsident Peter Trombik. Nach dieser Präsentation seien die Projekte fachlich beurteilt worden. «Als Letztes fehlt uns nun noch die Meinung der Stimmbürger. Diese wollen wir mit dem Public Voting einholen», hält er fest.

Jeder hat nur eine Stimme

Damit diese öffentliche Abstimmung in geregelten Bahnen ablaufe, seien für die Ausstellung gewisse Regeln zu beachten, so Trombik. «Am Freitag und am Samstag haben nur Stimmberechtigte Zutritt. Es wird zudem immer jemand von der Verwaltung mit dem Stimmrechtsregister vor Ort sein», sagt Trombik. So sei gewährleistet, dass jeder Stimmbürger nur eine Stimme abgeben könne. Im Anschluss sei die Ausstellung am späteren Samstagnachmittag auch für alle anderen Interessenten geöffnet.

Nach der Ausstellung wird das Ergebnis des «Public Voting» ausgewertet. «Im Gemeinderat und im Submissionsausschuss, der für die fachliche Beurteilung der Projekte verantwortlich ist, muss dann ein Entscheid fallen», so Trombik. Ziel sei es, dass die Auftragsvergabe für die Weiterbearbeitung des Siegerprojekts noch im März erfolge. Die Urnenabstimmung über das neue Gemeindehaus sei für den 27. November geplant.

Abstimmung über zwei Projekte

Auch dann werden die Stimmberechtigten wieder vor eine Wahl gestellt. Dieses Mal wird ein Entscheid zwischen zwei Projekten verlangt. Bei der einen Variante handelt es sich um das oben erwähnte Siegerprojekt des Wettbewerbes für einen von der Gemeinde selber finanzierten Neubau an der Dorfstrasse. Die andere Variante sieht einen Neubau des Gemeindehauses am alten Standort mit anschliessender Einmietung der Verwaltung vor. Es handelt sich dabei um das Projekt, über das bereits im März 2010 hätte befunden werden sollen. Die Abstimmung wurde dann aber verschoben. Grund für die Verschiebung war die teilweise heftige Kritik, die an der vorberatenden Gemeindeversammlung im Dezember 2009 geäussert wurde. «Am falschen Ort und zu teuer», lauteten damals die Einwände. So wird mit jährlichen Mietkosten von 237400 Franken gerechnet. Verschiedene Votanten plädierten deshalb dafür, dass die Gemeinde selber ein Gemeindehaus baue, und zwar auf dem gemeindeeigenen Grundstück an der Dorfstrasse beim alten Schulhaus.

Diesem Wunsch kam der Gemeinderat schliesslich entgegen. An der Gemeindeversammlung im letzten Juni stellte er den Antrag zur Erteilung eines Planungskredites von 225000 Franken für den Neubau eines Gemeindehauses an der Dorfstrasse. Der Kredit wurde von den Stimmberechtigten mit grosser Mehrheit genehmigt.