Dietikon
Prüfung: Gute Zeugnisse für drei Dietiker Schuleinheiten

Kantonale Fachstelle hat die Schuleinheiten Luberzen, Wolfsmatt und Zentral beurteilt. Jetzt liegen die Rückmeldungen vor und die sind ausgesprochen positiv.

Katja Landolt
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«Das Lernatelier auf Sek-Stufe funktioniert nach kurzer Zeit recht gut», hält die Fachstelle für Schulbeurteilung unter anderem fest.bhi/Archiv

«Das Lernatelier auf Sek-Stufe funktioniert nach kurzer Zeit recht gut», hält die Fachstelle für Schulbeurteilung unter anderem fest.bhi/Archiv

Qualität ist den Schulen ein Anliegen – in erster Linie aber ein gesetzlich vorgeschriebener Auftrag. Und Qualität muss geprüft werden. Die kantonale Fachstelle für Schulbeurteilung (FSB) hat deshalb Ende 2012 die Dietiker Schuleinheiten Zentral, Luberzen und Wolfsmatt unter die Lupe genommen. Jetzt liegen die Rückmeldungen vor; und sie sind ausgesprochen positiv.

Dass die Arbeit der Dietiker Schuleinheiten qualitativ gut sei, habe man intern schon immer gewusst, sagte der sichtlich zufriedene Schulvorstand Jean-Pierre Balbiani an der gestrigen Präsentation der Resultate. Jetzt sei dieser Eindruck von einer neutralen Stelle bestätigt worden. «Die Ergebnisse der Beurteilung sind für uns so wertvoll, wie die Silbermedaille für die Schweizer Eishockeyaner», so Balbiani weiter.

Zentral: Alle müssen am gleichen Strick ziehen

Die Schuleinheit Zentral wird von Simone Fahme, Sandra Faisst und Thomas Bopp geleitet. «Wir sind mit den Ergebnissen der Evaluation sehr zufrieden», sagt Bopp. Die Innen- und die Aussenwahrnehmung würden sich decken. Man habe sich in den fünf Jahren ein gutes Fundament errichtet, jetzt gelte es, die pädagogische Richtung vorzugeben, so Bopp. Bei gewissen Punkten wie beispielsweise der Regeldurchsetzung werde man jetzt den Fokus ganz bewusst draufhalten, damit alle am gleichen Strick ziehen. Auszüge aus den Rückmeldungen der FSB:

Wertschätzende Gemeinschaft: Laut Beurteilung der FSB fühlen sich die meisten Schüler wohl, die Schule setzt sich für ein friedliches Zusammenleben ein und organisiert stufendurchmischte Anlässe. Bemängelt wird die uneinheitliche Regeldurchsetzung durch Lehrpersonen.
Klare Unterrichtsstruktur: Der Unterricht sei logisch aufgebaut und grossteils anregend, die Schüleraufmerksamkeit hoch. Der Methodeneinsatz sei aber zum Teil zu einseitig (Frontalunterricht statt Werkstattunterricht).
Lernförderliches Klassenklima: Die Schüler erhalten für gute Arbeit Lob und zum Teil gezielte Rückmeldungen. Der Umgang in der Klasse sei respektvoll, der Unterricht störungsarm.
Wirkungsvolle Führung: Die Schule ist sehr gut strukturiert und organisiert, die Führung in allen Bereichen höchst systematisch, die pädagogischen Schwerpunkte klar und die Personalführung unterstützend und förderorientiert.
Gezielte Schul- und Unterrichtsentwicklung: Das Schulprogramm ist übersichtlich und detailliert und die Weiterentwicklung wichtig. Die Überprüfung der Zielerreichung ist zu Beginn aber oft ungenau definiert.

Grosser Aufwand für Beurteilung

Hinter einer externen Schulevaluation steckt viel Arbeit: Die Schulleitungen erarbeiten Portfolios, Mitarbeitende, Schüler und Eltern werden schriftlich und mündlich befragt, und die Fachstellenmitarbeiter besuchen während dreier Tage den normalen Schulalltag mit Unterricht und Konferenzen.

Die Schulen werden nach neun Aspekten beurteilt, unterteilt in die Hauptbereiche Lebenswelt Schule, Lehren sowie Lernen und Schulführung und Zusammenarbeit. Die FSB beurteilt die Schuleinheiten anhand von Qualitätsansprüchen und formuliert, in welchem Masse die Schule diese erfüllt. Die Aussagen werden belegt und nach Stärken und Schwächen belegt.

«Die Schuleinheiten werden nun aufgrund der Rückmeldungen der FSB Massnahmen erarbeiten, um die Qualität weiter zu steigern», so Gerold Schoch, Leiter Schulabteilung. Ob die formulierten Ziele erreicht werden, wird wiederum durch das Ressort Schulentwicklung kontrolliert.

Wolfsmatt: Mitverantwortung der Schüler stärken

Die Schulleiterinnen Helen Pianezzi und Silvia Frischknecht sind mit der Beurteilung nach zwei Jahren Schulleitung sehr zufrieden und wollen die bemängelten Punkte anpacken. Unter anderem will man die Mitverantwortung der Kinder durch Räte auf Klassen- und Schulhausebene fördern. Ausserdem sei man bestrebt, Lösungen für ruhigeres Arbeiten zu finden und Prioritäten im Bereich Unterrichtsentwicklung setzen. Auszüge aus den Rückmeldungen der FSB:
Wertschätzende Gemeinschaft: Die Kinder fühlen sich wohl, attraktive Anlässe bereichern das Schuljahr, das Vorgehen bei Regelübertretungen ist klar. Die Schüler erhalten aber kaum Mitverantwortung.
Klare Unterrichtsstruktur: Der Unterricht ist interessant und anregend, die Lehr- und Lernformen sind vielfältig und die Lektionen gut strukturiert. Viele Lehrpersonen bieten aber nur einen schwachen Orientierungsrahmen.
Lernförderliches Klassenklima: Die Schüler fühlen sich wohl, die Lehrpersonen sind einfühlsam, der Klassenrat leistet einen wichtigen Beitrag zu einem guten Klima. In wenigen Klassen stören einzelne Schüler oder ein zu hoher Grundlärmpegel den Unterricht empfindlich.
Wirkungsvolle Führung: Die Schulleitung ist gut akzeptiert, Mitarbeitende fühlen sich verstanden, der Informationsfluss und administrative Abläufe sind klar geregelt. Die Prioritätensetzung im Bereich Unterrichtsentwicklung fehlt.
Zusammenarbeit mit Eltern: Die institutionelle Zusammenarbeit ist gut etabliert, die Schule fördert Eltern mit geringen Deutschkenntnissen, die Eltern sind mit Informationen und Kontaktmöglichkeiten meist zufrieden. Die Schule informiert Eltern wenig über ihre pädagogische Praxis.

Luberzen: Schulsozialarbeit eingeführt

Die Beurteilung sei ausgesprochen erfreulich, so die Schulleiter Andrea Brändli und Bernhard Hochuli. Die durch die FSB bemängelte Unterstützung für die Betreuung auffälliger Schüler habe man bereits behoben und die Schulsozialarbeit eingeführt. Auszüge aus den Rückmeldungen der FSB:

Wertschätzende Gesellschaft: Gemeinschaftsförderung geniesst an der Schule einen hohen Stellenwert, Schüler erhalten Gelegenheit, Verantwortung zu übernehmen, Regeln sind gut bekannt, werden klar kommuniziert und durchgesetzt. Schülerpartizipation ist erst punktuell gewährleistet.
Klare Unterrichtsstruktur: Die Lektionen sind geschickt aufgebaut, die Lehrpersonen verfügen über ein breites didaktisches Repertoire und die Lektionen weisen hohen Anregungsgehalt auf. Der Unterricht ist aber nicht
überall abwechslungsreich, und viele Lehrpersonen kommunizieren keine Lernziele.
Individuelle Unterstützung: Das Lernatelier auf Sekstufe funktioniert nach kurzer Zeit recht gut, die Schüler erhalten im Regelklassenunterricht gute Unterstützung. Unterschiedliche Anspruchsniveaus sind erst teilweise berücksichtigt und das sonderpädagogische Konzept erst ansatzweise umgesetzt.
Lernförderliches Klassenklima: Fragen des Zusammenlebens werden thematisiert, der Unterricht verläuft störungsarm und die Schüler fühlen sich in den Klassen wohl. Wenige Lehrpersonen haben im Umgang der Klasse gelegentlich einen forschen Ton.
Wirkungsvolle Führung: Mitarbeitende fühlen sich verstanden, Schulleitung hat realistische Prioritäten, Organisation und Administration sind zweckmässig und effizient.