Die Bevölkerungszahl in der Fahrweid steigt in den kommenden Monaten stark an. Zurzeit sind zwei Grossüberbauungen mit insgesamt 137 Wohnungen am Entstehen. Das hat auch Auswirkungen auf das Quartier. Bereits ab dem Schuljahr 2015/2016 muss ein dritter Kindergarten bereitstehen. Geht es nach dem Gemeinderat, soll deshalb der bestehende Kindergarten «Föhrewäldli» mittels eines Ergänzungsbaus um eine dritte Einheit erweitert werden. Zwecks finanzieller Rentabilität soll das Gebäude gleichzeitig aufgestockt werden, um dort Mietwohnungen einzurichten. Eine Machbarkeitsstudie geht von Kosten in der Höhe von rund vier Millionen Franken aus. Um dieses Vorhaben zu konkretisieren, beantragt der Gemeinderat der Gemeindeversammlung vom 4. Dezember einen Projektierungskredit in der Höhe von 125 000 Franken. Über einen allfälligen Baukredit müsste danach an der Urne befunden werden.

Ursprünglich sah die Exekutive vor, in den Tagungsräumen im Obergeschoss des Quartierzentrums «Föhrewäldli» einen provisorischen dritten Kindergarten einzurichten. Damit wollte sie der zeitlichen Problematik Herr werden. Allerdings wurde dieses Unterfangen an der Urnenabstimmung vom 9. Februar verworfen. Wie aus der Weisung zur Gemeindeversammlung hervorgeht, hat der Gemeinderat danach auch geprüft, ob er Räume für einen dritten Kindergarten mieten könnte. Fündig wurde er jedoch nicht. «Aus betriebsökonomischen und für die Eltern praktischen Gründen drängt sich auf, den gesamten Kindergartenbetrieb Fahrweid nach wie vor als Einheit zu führen und diesen nicht auf verschiedene Örtlichkeiten aufzusplitten», schreibt er.

Allerdings wird die Zeit auch bei einem Ja zum Projektierungskredit und danach zum Baukredit nicht ausreichen, damit für das Schuljahr 2015/2016 ein dritter Kindergarten bereitsteht. Bei optimalem Verlauf dürften die Erweiterungsarbeiten laut Gemeinderat zu diesem Zeitpunkt erst starten. Deshalb wird eine Übergangslösung nötig. Der Gemeinderat will aus diesem Grund ein Provisorium erstellen. Dieses soll beim Quartierzentrum stehen. Geplant sind zwei aus Containern zusammengesetzte eingeschossige Gebäude, in denen die drei Kindergarteneinheiten untergebracht werden. Der Gemeinderat sieht vor, die Container für 27 Monate zu mieten. Dies hat einen einfachen Grund. «Gemäss kantonaler Bauverfahrensverordnung können für Gebäude, die weniger als drei Jahre Bestand haben, Erleichterungen von den Wärmedämmvorschriften gewährt werden. Diese Erleichterungen wirken sich massiv kostensenkend aus», so der Gemeinderat. Um diese Pläne umzusetzen, beantragt er der Gemeindeversammlung einen Baukredit in der Höhe von 480 000 Franken.

Gleichzeitig weist die Exekutive darauf hin, dass die Gemeinde auch bei einem Nein zum Provisorium gesetzlich dazu verpflichtet ist, per Beginn des Schuljahres 2015/2016 eine dritte Kindergarteneinheit bereitzustellen. Das heisse, dass der Gemeinderat für den frist- und ordnungsgemässen Vollzug dieses Erfordernisses in eigener Kompetenz eine Lösung zu treffen und hierfür im Sinne gebundener Ausgaben einen Kredit auszusprechen habe.

Die Rechnungsprüfungskommission empfiehlt, beide Kredite anzunehmen. Allerdings beantragt sie, dass die Freigabe des Kredits für die Erstellung der Provisoriumsbauten für die bestehen-den Kindergarteneinheiten erst dann erfolgen, darf, wenn die Stimmberechtigten den Baukredit für den Erweiterungsbau genehmigt haben.