Schlieren
Projet Urbain – Leute wollen Ergebnisse und eine kooperative Verwaltung

Viel Input von den Bewohnern und Kooperationsbereitschaft bei Stadtrat und Verwaltung. Im Singsaal des Schulhauses Kalktarren wurde angeregt debattiert. Die in den letzten Monaten von den Arbeitsgruppen ausgearbeiteten Pläne, wurden nun beurteilt.

Mojan Salehipour
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An verschiedenen Stationen gaben die Quartierforscher Auskunft.

An verschiedenen Stationen gaben die Quartierforscher Auskunft.

Limmattaler Zeitung

Projet Urbain für Schlieren

Ziel des Projekts Stadtteilentwicklung Schlieren Südwest ist es, die Lebensqualität in diesen Quartieren zu fördern. Es ist Teil des Bundesprogramms Projet Urbain, das Projekte zur Integration der Bevölkerung unterstützt. Dabei steht die Mitarbeit der Bewohner im Zentrum. In einem ersten Schritt versuchen «Quartiererforscher» über Interviews mit anderen Bewohnern, Gruppengespräche oder Begehungen herauszufinden, wo Handlungsbedarf besteht. Anhand der Erkenntnisse aus diesen Erhebungen entwickeln Arbeitsgruppen später konkrete Massnahmen und Projekte. Es gibt eine Facebook-Seite zum Projekt: http://www.facebook.com/pages/Schlieren-Südwest/ (FNI)

Am Samstag fand die Ergebniskonferenz des Projekts Stadtteilentwicklung Schlieren Südwest im Rahmen des Bundesprogramms Projet Urbain, statt. Trotz «goldiger Konkurrenz», wie Barbara Emmenegger von der Hochschule Luzern, den sonnigen Herbsttag nannte, war der Saal gut gefüllt. Neben den mehr als ein Dutzend ehrenamtlich tätigen Quartierforschern, hatten sich viele interessierte Bewohner, aber auch der Stadtrat, Leiter der Verwaltung sowie Bundesvertreter eingefunden, um gemeinsam die Zukunft von Schlieren Südwest zu gestalten.

Über Schlieren Südwest hinaus

Nach einer kurzen Begrüssung und der Vorstellung des Projet Urbain durch Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin, Geschäftsleiter Martin Studer und Soziologin Barbara Emmenegger, die das Projekt leitet, hatten die Anwesenden die Gelegenheit sich an einzelnen Stationen im Saal über die Pläne der Arbeitsgruppen zu informieren.

Die Quartierforscher standen für Fragen bereit und es gab die Möglichkeit Kommentare, Vorschläge und Kritik auf Flipcharts zu notieren. Im Anschluss fand der direkte Austausch zwischen den Quartierforschern und den Bewohnern statt. Die in den letzten Monaten von den Arbeitsgruppen ausgearbeiteten Pläne, wurden nun beurteilt. Das Feedback war im Allgemeinen positiv.

Zur Ergebnispräsentation der AG Betagte sagte eine Besucherin «Alles ist wichtig und sollte unterstützt werden.» Doch es gab viele Ergänzungen und Hinweise. Öfters wurde vom Publikum darauf verwiesen, bei der Strategieentwicklung auch über Schlieren Südwest hinaus zu schauen. Von grossem Interesse war die Frage nach der Vernetzung der Arbeitsgruppen untereinander. Dazu wurde von der Projektleitung darauf hingewiesen, dass ein Austauschtreffen der Arbeitsgruppen für den 28. November bereits geplant sei.

Deutlich wurde auch, dass die Bewohner möglichst bald Ergebnisse sehen möchten. Vor allem aber wurde betont, dass auf Unterstützung vom Stadtrat gehofft wird und auf eine kooperative Verwaltung. Diese konnten sich in der Abschlussdiskussion äussern und aufzeigen, wo sie Möglichkeiten sehen und wo es Grenzen gibt.

Klare Grenzen setzt natürlich das Budget. Stadträtin Manuela Stiefel machte es konkret und sagte, dass für Spielplätze im Jahr 2014 ein Budget von 190 000 Franken zur Verfügung stehe. Um den Betrag zu verdeutlichen, erwähnte Sie, dass alleine der Unterhalt der Spielplätze 120 000 Franken koste.

Abschliessend sagte sie jedoch, dass sie das Projekt Robinsonspielplatz unterstütze und sich die Leute in Budgetfragen direkt bei den Parlamentariern einbringen müssen.

Nun müssen die vielen Anregungen von den Arbeitsgruppen verarbeitet, beim Austauschtreffen am 28. November zu konkreten Vorschlägen entwickelt und dann an die Stadt herangetragen werden. Stadtpräsident Toni Brühlmann sagte: «Wichtig an der heutigen Veranstaltung war, dass durch die Anwesenheit des Stadtrats eine Vernetzung stattfand und der direkte Austausch möglich wurde.»

Identifikation der Bewohner stärken

Partizipative Projekte, wie das Projet Urbain eines ist, sind , laut Soziologin Barbara Emmenegger, für die Entwicklung einer Gemeinde sehr wichtig: «Es ermöglicht die Vernetzung der Bewohner untereinander und schafft die Partizipationsmöglichkeiten für Bevölkerungsgruppen, die nicht wählen können. Das eigene Umfeld prägen zu können stärkt die Identifikation der Bewohner mit ihrer Gemeinde.»