Birmensdorf

Projektwoche: Ein Schulzimmer wird zum Tonstudio

Unter dem Namen «Mini Studio» verwandelt sich ein Schulzimmer in ein professionelles Tonstudio. Mit dabei Audioingenieur, Produzent und Musiker Edi Modespacher. Mit seiner Hilfe üben sich die Schüler beim Poetry-Slammen oder produzieren einen Rap.

Vier Sekundarschüler stehen um Edi Modespacher. «Du musst mehr Druck in deine Stimme geben», sagt er dem einen und schaut ihn prüfend durch seine Brillengläser an. Seit Dienstag ist im Schulhaus Brüelmatt in Birmensdorf Projektwoche.

Unter dem Namen «Mini Studio» verwandelt einer der Kurse das Schulzimmer kurzerhand in ein professionelles Tonstudio. Mit dabei Audioingenieur, Produzent und Musiker Edi Modespacher. Mit seiner Hilfe üben sich die Schüler beim Poetry-Slammen oder produzieren einen eigenen Rap.

Um sich auf die Arbeit mit dem Produzenten vorzubereiten, setzten sich die Schüler am Dienstag und am Mittwoch bereits mit der Geschichte von Rap und Poetry-Slam auseinander. Deutschlehrerin Sabine Geier schaute mit den Schülern Texte von bekannten Rappern an und sprach sie nach.

«Da merkt man, wie schwierig das ist», sagt sie. Gestern und heute reiste dann Modespacher aus Solothurn an und gewährte den Schülern Einblick in den Alltag eines Produzenten. Nachdem die Schüler ihren Texten den letzten Schliff gaben, konnten sie diese professionell vertonen.

Die Kunst, richtig auszusprechen

Jennifer Schweizer sitzt über ihrem Text. «Schwierig fand ich vor allem, einen guten Anfang zu finden», sagt die 14-Jährige. Sie habe über Süssigkeiten geschrieben. Jetzt geht es nur noch darum, den Text auch noch sprachlich umzusetzen. Modespacher sagt, beim Poetry-Slammen sei es wichtig, die Worte richtig auszusprechen. Man dürfe ruhig auch einmal etwas wagen und ausprobieren, was passiert, wenn man die Stimme anders als gewohnt einsetzt.

Die Mädchen kichern. So richtig trauen sie sich dazu noch nicht. Auch die Jungs kommen in ihren Raps noch zu wenig aus sich heraus. Zu Nicola Canziani sagt der Produzent: «Du musst dich entscheiden, wie du deine tiefe Stimme einsetzen willst.»

Er demonstriert ihm, welche Möglichkeiten er hat und rappt ihm den Text vor, den Canziani selbst geschrieben hat. Darin geht es um Politik und Freiheit. «Ich versuche den Schülern den Mut herauszukitzeln und mehr stimmliche Kraft in die Texte hineinzubringen», sagt Modespacher.

Ins Schulzimmer stossen zwei Schüler aus dem Zeitungsgrüppchen. Anders als die Rapper und Poetry-Slammer produzieren sie während der Projektwoche eine eigene Zeitung. Sie machen ein paar Bilder und verschwinden wieder in die anderen Schulzimmer, wo ebenfalls Hochbetrieb herrscht.

Am Freitag stellen sie die Projekte vor

Vor der Projektwoche konnten sich die Schüler für ein Programm einschreiben, das sie interessiert. Und die Palette an Angeboten war gross. Zwischen elf Kursen mussten sich die Schüler entscheiden.

Darunter gab es Biker, die durch die Birmensdorfer Wälder radelten, Technikinteressierte, die sich mit alternativen Energien beschäftigten oder Flugbegeisterte, die selbst gebastelte Gefährte herstellten. Was Sekundarschüler vom Brüelmatt in ihrer Projektwoche erarbeitet haben, stellen sie am Freitag um 14 Uhr im Birmensdorfer Gemeindesaal vor.

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