Dietikon
Projektunterricht besteht die Feuertaufe im Gemeinderatssaal

Die 3. Sekundarklassen haben Kleider genäht, Drinks gebraut und Villas geplant. Im Gemeinderatssaal durften die Jugendlichen ihre Arbeiten rund 130 interessierten Besuchern vorstellen.

Ly Vuong
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Nicole Hosmann (rechts) und zwei Kolleginnen präsentieren im Stadthaus selbst genähte Abendkleider.jpg

Nicole Hosmann (rechts) und zwei Kolleginnen präsentieren im Stadthaus selbst genähte Abendkleider.jpg

Limmattaler Zeitung

«Die Schülerinnen und Schüler der 3. Sekundarklassen haben Neuland betreten», sagte Schulleiter Thomas Bopp. «Sie sind der erste Jahrgang der Schule Dietikon, die Projektunterricht in ihrem Lehrplan hatten.» Im Gemeinderatssaal durften die Jugendlichen ihre Arbeiten rund 130 interessierten Besuchern vorstellen. Von den nun gemachten Erfahrungen könnten die nachfolgenden Klassen profitieren, sagte Bopp. Er habe gesehen, dass die Projektarbeit für viele Jugendliche ein Sprung ins kalte Wasser gewesen sei. Deshalb wolle er in Zukunft Aspekte des Projektunterrichts schon im 1. und 2. Sekundarjahr einführen.

Rund 60 Stunden Aufwand

Die Anforderung des Projektunterrichts beschrieb Lehrer Martin Hofstetter so: «Ein Projekt ist eine umfangreiche Aufgabe, die sorgfältig geplant und in kleinen Schritten bearbeitet werden muss.» Die Schülerinnen und Schüler hätten rund 60 Stunden Arbeitsaufwand geleistet für ihr Projekt, das etwas Neues darstellen sollte, sagte Hofstetter. «Neben dem Produkt sind auch die Dokumentation des Arbeitsprozesses und die Präsentation des Resultats wichtig», ergänzte Lehrer Urs Loosli.

Der 15-jährige Pedro da Costa entwarf seine Traumvilla an der Küste Portugals. Diesen Sommer werde er eine Lehre als Hochbauzeichner beginnen, begründete er seine Motivation für das Hausprojekt, während er das Modell seiner zweistöckigen Villa zeigte. Florian Kqiku wollte ursprünglich ein Regal bauen. Herausgekommen ist nun etwas noch Komplexeres: eine Kommode auf Rädern mit vier Schubladen. Ikea müsse sich warm anziehen, kommentierte Lehrerin Leandra Graf. Auch Vater Xhevdat Kqiku, zeigte sich erfreut und stolz auf die Leistung seines Sohnes.

Abendkleid und Energy Drink

Manuela Schleiss mischte ihren eigenen Energy Drink, dem sie den Namen «Cheer Up» gibt. Für ihr Produkt habe sie viel recherchiert und verschiedene Rezepte aus dem Internet getestet, erzählte die Schülerin. Giovanna Fochini hat das Zentralschulhaus mit Holz und Plastilin nachgebaut. Nicole Hosmann nähte drei Abendkleider und hat ein Büchlein mit Tipps und Tricks zum Herstellen eines Kleides erarbeitet. Auch Almedina Adilovic präsentierte ein wunderschönes Sommerkleid.

«Der Projektunterricht ist eine gute Neuerung. Die Bandbreite der Projekte ist gross, was ich schön finde», sagte Schulpflegerin Daniela Felber Sanchez. Auch Schüler Laurent Demaku aus der 3. Sek A ist begeistert vom Projektunterricht: «Ich finde ihn super, weil ich viel gelernt habe.»