Die Jugendlichen sollen besser «für die Berufe der Zukunft» gerüstet sein, findet der Dietiker Gemeinderat Beat Kunz (CVP). Er würde sich deshalb wünschen, dass die Stadt ein Angebot entwickelt, in dem Jugendliche erste Schritte des Programmierens erlernen könnten. Angesichts des Spardrucks in der Schule selbst schlägt er dafür eine Zusammenarbeit mit privaten Anbietern vor.

Das Anliegen, das Kunz in Form einer kleinen Anfrage bei der Exekutive deponiert hatte, stösst dort aber nicht auf offene Ohren.

Zwar geht der Stadtrat mit Kunz überein, dass ein solches Angebot gut bei Jugendlichen ankommen würde. Kunz begründete seine Anfrage damit, dass das heutige Informatik-Ausbildungsangebot sich zu stark mit Anwenderkenntnissen und Systemunterhalt beschäftige. Dabei könnte man mit einem Programmierunterricht doch junge Talente entdecken und bei diesen gleichzeitig die Neugier für Informatik wecken. 

Bei Jugendlichen sei «generell ein grosses Interesse an Informatik- und Kommunikationstechnologien zu erkennen», erwidert der Stadtrat. Dies hätten auch die Macher des neuen Lehrplans 21 bei der Erarbeitung der Lektionentafel einfliessen lassen.

So sollen Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Moduls «Medien und Informatik» umfangreiche Medien- und Anwendungskompetenzen im Unterricht erwerben. Dazu gehöre auch die Programmiersprache, die den Jugendlichen anhand von «selbst entwickelten Funktionen und Anwendungsprozeduren» nähergebracht werden soll.

«Keine gesetzliche Grundlage»

Eingeführt werden soll der Lehrplan 21 auf das Schuljahr 2018/19 für die ersten bis fünften Primarklassen, ein Jahr später für die sechsten sowie die Oberstufenklassen. Noch erachtet die Stadt es deshalb als verfrüht, eigene Angebote in der Schule zu erarbeiten. Bis der Lehrplan in Kraft tritt, und bevor klar ist, «ob und in welchem Schuljahr» Lektionen des Informatik-Moduls eingeführt werden, bestehe dafür keine gesetzliche Grundlage. Zudem fehle das Personal für den Aufbau solcher Kurse.

Auch für den Vorschlag von Kunz, für die Erarbeitung eines neuen Angebots mit Privaten zusammenzuspannen, hat der Stadtrat wenig übrig: «In der Volksschule ist es nicht üblich, in der vorgeschlagenen Form mit privaten Anbietern zusammenzuarbeiten.»

Allerdings könnten Dietiker Klassen oder Lehrpersonen schon heute an sogenannten Informatiktagen teilnehmen, die von privaten Firmen und Institutionen angeboten werden. Auch dadurch würden Jugendliche einen «zusätzlichen, vertieften und praxisnahen Einblick in die Welt der Informatik» erhalten. Solche Angebote in den Unterricht einzubauen, liege aber in den Kompetenzen der einzelnen Schuleinheiten.