Uitikon
«Pro Sürenloh» - Das Fussballfeld ist zum Greifen nah

Der Fussball- und der Tennisclub legen ihre Differenzen beiseite und kämpfen nun Schulter an Schulter.

Alex Rudolf
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Nach jahrelangen Meinungsverschiedenheiten könnte das Sürenloh bald einen neuen Fussballplatz erhalten.

Nach jahrelangen Meinungsverschiedenheiten könnte das Sürenloh bald einen neuen Fussballplatz erhalten.

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Edi Cincera ist die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Seine Initiative «Pro Sürenloh» hat am 8. März gute Chancen, vom Uitiker Stimmvolk angenommen zu werden. Grund dafür ist die Absichtserklärung, die der Fussballclub Uitikon (FCU) mit dem Tennisclub (TCU) Ende Januar unterzeichnete. Darin sichert er dem FCU mit dessen Projekt für ein neues Fussballfeld seine Unterstützung zu. Nach jahrelangen Querelen zwischen den Protagonisten rückt der Sportplatz somit in greifbare Nähe.

Die Ausbaupläne der Sportanlage Sürenloh waren eine politische Knacknuss. Eine Erweiterung der Anlage wurde vor knapp zwei Jahren an der Urne verworfen. Darüber, dass der Fussballclub wegen seines Wachstums ein neues Feld sowie neue Garderoben braucht, war man sich zwar einig. Der Tennisclub sah durch die Erweiterungspläne seine eigene Expansion jedoch eingeschränkt. Auch er hofft, in absehbarer Zeit mit einer Tennishalle expandieren zu können.

Im März 2014 reichte Edi Cincera, weder TCU- noch FCU-Mitglied, seine Einzelinitiative ein. Darin wird eine der beiden – mit 2,6 Millionen Franken Bruttokredit die günstigere – Erweiterungsvarianten der Urnenabstimmung verlangt. Für eine Annahme der Initiative sprachen sich nach dem Gemeinderat auch die Sektionen der SVP, CVP und FDP aus. Einzig der TCU und die Rechnungsprüfungskommission (RPK) stellten sich gegen das Ansinnen.

Stolz auf die Lösung: Jürg Bühlmann, (FCU-Anwalt), Edi Cincera (Initiant) und Daniel Wallner (FCU-Präsident).

Stolz auf die Lösung: Jürg Bühlmann, (FCU-Anwalt), Edi Cincera (Initiant) und Daniel Wallner (FCU-Präsident).

Alex Rudolf

Aus Gegnern werden Verbündete

Der Grundstein für die Absichtserklärung wurde nach der vorberatenden Gemeindeversammlung von Ende November vergangenen Jahres gelegt, sagt Cincera. «Damals haben viele konstruktive Gespräche stattgefunden, die uns weitergebracht haben.» Im Anschluss hätten Daniel Wallner, FCU-Präsident, und Jürg Bühlmann (FCU-Trainer & Komitee-Beirat) gemeinsam mit einer TCU-Task-Force die Erklärung ausgearbeitet – der Gemeinderat nimmt diese zur Kenntnis.

In dieser Erklärung bekundet der Fussballclub die Absicht, das Garderoben-Gebäude als Provisorium zu erstellen und den TCU in die Planung und den Bau der Lärmschutzmassnahmen sowie des neuen Weges zwischen FCU-Klubhaus und neuem Kunstrasenplatz einzubeziehen. Weiter hat der FCU im Sinn, den Spielbetrieb auf dem neuen Kunstrasenplatz nach Möglichkeit so zu gestalten, dass nur geringe Lärmemissionen für den Tennisclub entstehen.

Den grössten Kompromiss geht der FCU jedoch bei der potenziellen Expansion des TCU ein. Will der Tennisclub neue Spielfelder oder eine Halle erstellen, dann beabsichtigt der FCU, die Garderoben-Provisorien zu verschieben und so den Platz, auf dem heute das Klubhaus der Fussballer steht, freizugeben. Ein neues Klubhaus und die Garderoben würden in diesem Fall an der nordöstlichen Ecke des Sürenloh-Areals zu liegen kommen. «Unser Klubhaus ist bald 40-jährig – es macht Sinn, dieses bei Platzbedarf des TCU an einem anderen Standort neu zu erstellen», sagt Wallner.

Im Gegenzug wird sich der TCU offiziell für die Annahme der Initiative «Pro Sürenloh» aussprechen und sämtliche Handlungen unterlassen, die die Initiative negativ beeinflussen könnten, heisst es in der Absichtserklärung.

Zusammenarbeit geht weiter

Oren Kalkstein, Präsident des TCU, ist zufrieden mit dieser Lösung: «Davor war es eine frustrierende Situation.» Matchentscheidend für die Findung einer für beide Seiten zufriedenstellende Lösung sei sicherlich gewesen, dass neue Personen am Dialog beteiligt waren. Kalkstein ist optimistisch, dass auch in Zukunft ein positives Klima zwischen den beiden Klubs herrschen wird.

Die Annäherung der beiden Klubs geht jedoch noch weiter. «Als die beiden grössten Uitiker Vereine ist es wichtig, dass wir am selben Strick ziehen», sagt Wallner. Daher habe man sich gemeinsam mit anderen Sportvereinen in Uitikon dazu entschieden, einen runden Tisch einzuführen, an dem sich die Vereine austauschen können. Mit dem Wachstum, das auf die Gemeinde zukommt, sei es wichtig, das Sportangebot auszubauen.

Was heisst dies für die Abstimmung vom 8. März? Ist sich der FCU und Komitee «Pro Sürenloh» eines Sieges bereits sicher? Immerhin wurde bereits ein Sponsoren-Beitrag von 250 000 Franken zugesichert, was den Steuerzahler entlastet. «Wir wissen nicht, wie die Uitiker abstimmen werden. Wie sehr das Nein der RPK ins Gewicht fällt, ist schwierig abzusehen», so Cincera. Dass die Stimmbürger aber sehen, dass die beiden Vereine eine Einigung gefunden haben, sei ein wichtiges Signal, das Vertrauen schaffe.