Spital Limmattal
«Pro Limmi» kritisiert Urdorfer Gemeinderat

Dass der Gemeinderat den Austritt Urdorfs aus dem Spitalverband plant, stösst dem Komitee Pro Limmi sauer auf. Urdorf wolle «den Fünfer und das Weggli».

Bettina Hamilton-Irvine
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Im Spital Limmattal soll auch künftig operiert werden, doch ohne finanzielle Hilfe Urdorfs.

Im Spital Limmattal soll auch künftig operiert werden, doch ohne finanzielle Hilfe Urdorfs.

Heike Gasser

Deutliche Worte an die Adresse des Gemeinderats Urdorf: Das dem Spital Limmattal nahestehende Komitee Pro Limmi bezeichnet dessen Absicht, aus dem Spitalverband aussteigen zu wollen, als «kaum nachvollziehbar».

In einer gestern verschickten Medienmitteilung schreibt das Komitee zudem, mit seinem Antrag politisiere der Urdorfer Gemeinderat «an den Interessen der Bevölkerung vorbei». Denn Urdorf habe sich als eine der Gründergemeinden des Spitals Limmattal immer für eine gute Spitalversorgung eingesetzt. Das Spital nehme auch als Arbeitgeberin eine wichtige Stellung in Urdorf ein.

Behauptung sei nicht begründet

Das Komitee bezieht sich auf die letzte Woche gemachte Ankündigung des Urdorfer Gemeinderats, der Gemeindeversammlung vom 19. September den Antrag zu stellen, aus dem Zweckverband des Spitals Limmattal auszutreten. Argumentiert wird mit einem möglichen finanziellen Risiko, da «die Optimierungsmöglichkeiten zur allfällig notwendigen Senkung der Betriebskosten des Spitals Limmattal weitgehend ausgeschöpft» seien.

Das Komitee Pro Limmi, das im Herbst 2009 aus Sorge um die Entwicklung des Spitals Limmattal gegründet wurde und Mitglieder aus praktisch allen Parteien hat, sieht sich mit dieser Aussage an die Diskussionen um eine Teilprivatisierung des Spitals erinnert. Bereits damals sei diese Behauptung aufgestellt worden und bereits damals sei sie nicht begründet gewesen, heisst es in der Mitteilung.

Komitee fordert «Fairness»

Kritisiert wird zudem, dass der Urdorfer Gemeinderat «den Fünfer und das Weggli» wolle, indem er auch nach dem Austritt Pflegeplätze im Pflegezentrum belegen wolle. «Es ist nicht anzunehmen, dass die im Zweckverband verbleibenden Gemeinden dies akzeptieren», schreibt das Komitee: «Sie werden die Pflegeplätze gerne für die eigene Versorgung übernehmen.»

Störend empfindet «Pro Limmi» auch, dass der Gemeinderat die revidierten Statuten des Verbands ablehnt. Wenn er aus finanziellen Gründen austreten wolle, könnten ihm die zukünftigen Statuten gleich sein, findet das Komitee. «Er könnte ihnen aus Fairness gegenüber den anderen Gemeinden und im Interesse eines reibungslosen Betriebs des Spitals zustimmen.»