Limmattal
Priya Bhagwanani: «Es gibt wahnsinnig viel zu entdecken und zu erleben»

Nicht-Limmattalerin Priya Bhagwanani hat nach Tourismus- Potenzial gesucht – sie ist nicht nur im Bruno-Weber-Park fündig geworden. Genau 53 Seiten hat die 27-jährige Priya Bhagwanani über die Attraktionen des Limmattals geschrieben.

Ladina Trachsel
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Priya Bhagwanani mit ihrer Diplomarbeit zur Tourismus-Förderung im Limmattal

Priya Bhagwanani mit ihrer Diplomarbeit zur Tourismus-Förderung im Limmattal

Emanuel Freudiger

Die potenzielle Tourismusregion hat sie im Rahmen ihrer Abschluss-Diplom-Arbeit an der «Internationalen Schule für Touristik» in Zürich genauer unter die Luppe genommen. Der Tourismus habe sie schon immer interessiert, dies komme wahrscheinlich von ihren Eltern, mit denen sie schon als Kind viel gereist ist. Unter anderem nach Indien, wo ihr Vater herkommt.

Nicht-Limmattalerin schreibt übers verschlafene Limmattal?

Es stellt sich nun die Frage, wie jemand Auswärtiges auf die Idee kommt, eine Diplomarbeit ausgerechnet über das verschlafene Limmattal zu schreiben. Wenn man als Nicht-Limmattaler an diese Region denkt, kämen einem zuerst der viele Verkehr und der hohe Ausländeranteil in den Sinn, das Limmattal als Durchgangsstrecke sozusagen, so Bhagwanani, die im Tösstal aufgewachsen ist. Genau das hätte sie gereizt, sich mit diesem Thema zu beschäftigen und die Region besser kennen zu lernen. Schon nach kürzester Zeit hätte sie dann gemerkt, wie viel die Gegend zu bieten hat und sei sehr positiv überrascht gewesen.

«Es gibt wahnsinnig viel zu sehen, zu entdecken und zu erleben», sagt Bhagwanani. Für jeden Geschmack sei die geeignete Attraktion vorhanden: Für die Weinliebhaber sei das Weiningen mit seinen Rebbergen, für Museumsgänger die vielzähligen Ortsmuseen (besonders spannend sei das Volksmuseum in Urdorf), für die Abenteurer könnte das die Emma-Kunz-Grotte in Würenlos oder der Bruno-Weber-Skulpturenpark in Dietikon sein.

SWOT-Analyse aufgestellt

Um dem Limmattal auf die Spuren zu kommen, habe Bhagwanani eine SWOT-Analyse aufgestellt, wobei die Stärken/Schwächen und Chancen/Gefahren ermittelt wurden. Zu den Stärken zählen ganz klar der gut erreichbare Standort und die vielen Naherholungsgebiete. Die grösste Chance stelle auf jeden Fall der Seminartourismus dar, wobei die Region für Firmen schmackhaft gemacht werden soll, um ihre Seminare mit einem Ausflug zu verbinden.

Eine grosse Schwäche sei, dass bisher jede Gemeinde für sich geschaut habe, anstatt sich zusammen ein Image aufzubauen. Zudem könnte es ein Problem darstellen, dass das Limmattal sehr lang gestreckt ist und es kein «unique selling proposition» (Alleinstellungsmerkmal), wie den Eiffelturm in Paris oder das Colloseum in Rom, besitze. Es seien eher viele kleine Bijous, die diese Gegend speziell machen. Als Gefahr sollte man auch thematisieren, dass bisher nur in Weinigen öffentliche finanziellen Mittel zur Unterstützung der Tourismus-Förderung eingesetzt werden.

Die Aspekte aus der Diplomarbeit sollen gedruckt werden

Laut John M. Rusterholz, Hoteldirektor des «Hotel Geroldswil», müssen die grossen Hotels der Region unbedingt zusammenspielen, um einen möglichst verbreiteten Erfolg zu erzielen. Darum hat er vor einem Jahr das Projekt «Zurich Area Hotels» initiiert und eine Vereinigung von vier Hotels der Region gegründet.

Dies um einen gemeinsamen Auftritt und ein gebündeltes Angebot zu generieren, damit man intensiver wahrgenommen werde. Dazu sei eine Broschüre geplant, die an Firmen geschickt werden soll, um das vielseitige Angebot für Seminartouristen zu präsentieren, sagt Rusterholz. Darin sollen auch verschiedene Aspekte aus der Diplomarbeit von Priya Bhagwanani aufgegriffen und gedruckt werden.