Kloster Fahr

Priorin Irene setzt sich in Rom für Frauenrechte ein

«Votes for Catholic Women»: Die Nonnen des Klosters Fahr machten sich auch im Herbst 2018 für das Frauenstimmrecht stark.

Die Priorin vom Kloster Fahr diskutiert heute Vormittag mit Bischof Felix Gmür über Gleichberechtigung in der katholischen Kirche.

Aktuell weilt Priorin Irene Gassmann vom Kloster Fahr zusammen mit sieben Ordensschwestern in Rom. Dort wird sie heute Vormittag zusammen mit dem Basler Bischof Felix Gmür darüber diskutieren, inwiefern die Schweiz wegweisend ist für die Gleichstellungsanliegen der Frauen in der katholischen Kirche.

Das Gespräch findet im Rahmen der Konferenz «Und Sie Schwester, was sagen Sie?» statt. Dort nehmen profilierte Ordensfrauen aus der ganzen Welt an Podiumsdiskussionen teil oder halten Referate. Damit will die Organisation Voices of Faith vor der nächsten Bischofssynode in Rom, die ab Sonntag tagt, ein Zeichen setzen für die Gleichstellung von Frau und Mann in der katholischen Kirche. Ein besonderer Fokus liegt auf der gleichberechtigten Einbindung von Frauen in Führungs- und Entscheidungsgremien. Im Gegensatz zu den Ordensbrüdern haben Frauen an Synoden heute kein Stimmrecht.

Der Austausch mit Ordensschwestern aus der ganzen Welt sei wertvoll, sagt Priorin Irene. «Die Kirche war schon global, bevor das Wort überhaupt geläufig war.» Sie fühle sich vor Ort sehr willkommen. Am Dienstagmorgen hätten einige Ordensschwestern zusammen im Haus einer Organisatorin gearbeitet. Die Zusammenarbeit unter den Frauen sei unglaublich toll gewesen. «Da herrschte so eine gute Atmosphäre», sagt die Priorin.

Weltweiter Einsatz der Frauen gibt ihr Mut

Die Tage in Rom will sie nutzen, um sich mit anderen Ordensschwestern auszutauschen und voneinander zu lernen. «Wir Frauen müssen uns vernetzen und zusammen am gleichen Strick ziehen», sagt Priorin Irene. Die Konferenz sei wertvoll, um die Stimmen der Frauen in der katholischen Kirche zu bündeln und ihnen mehr Gehör zu verschaffen. «Es gibt Mut, zu sehen, dass so viele Frauen an verschiedenen Orten der Welt sich auch für ihre Rechte engagieren», sagt sie.

Obwohl die Gleichberechtigung der Geschlechter noch eine Vision und der Weg dorthin lang sei, zeigt sich Priorin Irene zuversichtlich. In den letzten Monaten habe sie viel Aufwind und Engagement verspürt. «Die Kirche kann den Umbruch nur schaffen, wenn Frauen in allen Diensten und Ämtern gleichberechtigt sind», sagt sie. Bis dahin seien noch viele kleine einzelne Schritte nötig. Für den Wandel sei die Unterstützung der Bischöfe unerlässlich: «Wir brauchen sie und sie brauchen uns.»

Die Priorin freut sich, dass der Einsatz für Frauenrechte in der Kirche von ihrer Gemeinschaft im Kloster Fahr so aktiv mitgetragen wird. Nicht nur haben sieben Nonnen sie nach Rom begleitet, auch von zu Hause aus erhält sie heute viel Unterstützung. Die Benediktinerinnen nutzen die Konferenz in Rom, um ein kleines Fest auszurichten. Die Bevölkerung ist eingeladen, die Diskussionsrunde mit Priorin Irene zusammen im Kloster per Live-Stream zu verfolgen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Priorin Irene und ihre Ordensschwestern des Klosters Fahr mit ihrem Einsatz für Frauen Aufmerksamkeit erlangen. Seit Februar 2019 beten Menschen donnerstags in verschiedenen Ländern das Gebet «Schritt für Schritt» für Veränderung und Gleichberechtigung in der katholischen Kirche. Initiiert, geschrieben und organisiert wurde es unter Federführung von Priorin Irene durch Frauen aus unterschiedlichen kirchlichen Kontexten.

Im Herbst 2018 ging ein Bild der Klosterfrauen um die Welt, auf dem sie sich für das Frauenstimmrecht stark machten. Und 2016 war die Priorin im Kernteam des Projekts «Kirche mit* den Frauen». Mit einem Fussmarsch von der Schweiz nach Rom setzten die Frauen damals ein Zeichen für Gleichberechtigung.

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