Dietikon
Primitive Kritzelei in öffentlichem WC

Bei der Fahndung ist die Polizei trotz Videoüberwachung und Patrouillen erfolglos. Jetzt setzt die Stadt auf «Facebook» und eine Belohnung.

Lorena Sauter
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Primitive Kritzelei in öffentlichem WC

Primitive Kritzelei in öffentlichem WC

Limmattaler Zeitung

Trotz Videoüberwachung des Treppenhauses, Polizeipatrouillen und Kontrollen des Sicherheitsdienstes wüteten schon wieder Vandalen in den öffentlichen Toiletten im Parkhaus Kirchplatz in Dietikon – bereits zum zehnten Mal in diesem Jahr. Gemäss Bruno Rabe, Leiter des städtischen Amts für Umwelt und Gesundheit, muss sich der jüngste Vorfall in der zweiten Oktoberhälfte ereignet haben: «Gegen Ende vergangenen Monats sind wir auf die Schmierereien aufmerksam geworden.» Nebst Sprüchen und Zeichnungen an den Wänden, Türen, Spiegeln und Lavabos der Frauentoilette beschädigten die Unholde den Abfalleimer und einen Seifenspender. «Die Sprüche sind äusserst primitiv und dumm», so Rabe. Auch die Herrentoiletten seien schon oft Sachbeschädigungen zum Opfer gefallen, jedoch stünden, so Rabe, in letzter Zeit die Damentoiletten im Fokus der Beschädigungen.

Konzept überdenken

Die Toiletten sind täglich von 6 bis 22 Uhr geöffnet und für jedermann zugänglich. Als Hauptproblem, dass immer wieder diese WC-Anlage zerstört wird, sieht Rabe deren Lage: «Weil sich die Toiletten im ersten Untergeschoss befinden, fehlt jegliche soziale Kontrolle. In der Anlage ist man völlig unbeobachtet.»

Um erneuten Vandalismus vorzubeugen, soll das Konzept dieser öffentlichen Anlage künftig überdacht und diskutiert werden. Eine Lösung für das Problem ist aber noch nicht in Sicht. Da die Toiletten öffentlich sind, fallen einfache Lösungen wie Zutrittssysteme mit einem Code oder dem Parkticket weg. Weiter könne man, so Rabe, unmöglich eine «Toilettenfrau» engagieren oder die gesamte Anlage mit Kameras überwachen.

Ebenfalls soll darüber nachgedacht werden, die Toiletten zu schliessen und diese lediglich für Anlässe auf dem Kirchplatz zu öffnen. Denn das Problem seien nicht die Anlässe, sondern der Alltag. «Wenn eine Lösung gefunden ist, ist das Ziel, die ganze Toilettenanlage vollständig zu renovieren. Doch vorher bringt das nichts», sagt Rabe.

Wie bei jedem Vorfall wird auch beim aktuellen eine Anzeige bei der Stadtpolizei gemacht. Denn dieses Jahr hätten sich die Schäden in den öffentlichen Toiletten beim Kirchplatz bereits auf über 10000 Franken summiert – zulasten der Steuerzahler, so Rabe. Obwohl sich die Suche nach Vandalen als schwierig herausstellt, dürfte man diesmal zuversichtlich sein. An den Wänden sind nämlich deutlich verschiedene Namen zu lesen. Für Rabe ist klar, dass es sich dabei nicht zwingend um die Täter handelt, jedoch würden diese Namen eventuell Verbindungen zu den Tätern herstellen.

«Facebook» unterstützt Fahndung

Doch damit nicht genug, die Täter könnten sich gleich nochmals verraten haben: Auf dem sozialen Netzwerk «Facebook» seien Fotografien aus der besagten Damentoilette publiziert – und von einem städtischen Mitarbeiter gefunden worden, wie Rabe festhält.

Die Bilder zeigen vier Mädchen, die sich selbst fotografieren, im Hintergrund sind die beschmierten Wände zu sehen. «Natürlich hoffe ich, dass diese Aufnahmen aus dem ‹Facebook› zu einem Erfolg beitragen», sagt Rabe, doch dies sei Sache der Polizei. Die Stadtpolizei zählt auch auf die Mithilfe aus der Bevölkerung. Für Hinweise zur Überführung der Täterschaft setzt die Stadtpolizei Dietikon eine Belohnung von 300 Franken aus.