Limmattal
Präsident Standortförderung: «Das Limmattal könnte bald zum Silicon Valley werden»

Die Standortförderung Limmattal ging bei ihrer GV der Frage nach, wie der Standort einer Firma ihr Kreativitätspotenzial beeinflusst. Omnimedica AG, Graphax AG und Richi AG wählen unterschiedliche Wege, mit Innovationen umzugehen.

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Präsident der Standortförderung Toni Brühlmann-Jecklin. «Wenn wir so weiter machen, ist das Limmattal bald das neue Silicon Valley.»

Präsident der Standortförderung Toni Brühlmann-Jecklin. «Wenn wir so weiter machen, ist das Limmattal bald das neue Silicon Valley.»

Keystone

Der Begriff Innovation ist in aller Munde. Geht es um Lösungen oder Geschäftsideen ist er nicht weit. Doch was bedeutet er? Wie kommen innovative Ideen zustande und wie lassen sie sich dann umsetzen? Welche Rolle spielt dabei der Firmenstandort?

Dies wollte die Standortförderung Limmattal anlässlich ihrer Generalversammlung klären. Einen ersten Versuch unternahm Geschäftsleiter Bruno Hofer: «Innovation ist das, was übrig bleibt, wenn die Routine weg ist». Damit sei der Begriff jedoch nicht abschliessend erklärt.

Für eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema wurden deshalb Vertreter aus Technologie, Bauwesen und Gesundheitsforschung nach Oetwil geladen. Unter der Leitung von Jürg Krebs, Chefredaktor der Limmattaler Zeitung diskutierten Rolf Gutbub von der Dietiker Druckereifirma Graphax AG, Jakob Richi von der Richi AG in Weiningen und Emanuel Holzgang von der Omnimedica AG in Schlieren, wie sie in ihren Unternehmen innovative Lösungen umsetzten.

Das Limmattal, der ideale Standort

Für die Graphax AG spiele Innovation in Zeiten der papierlosen Büros eine wichtige Rolle, sagte Gutbub: «Wir haben angefangen als Drucker- und Kopiererhersteller. Seit einigen Jahren hat sich die Firma einem regelrechten Paradigmenwechsel unterzogen».

Das Unternehmen konzentrieren sich nun auf Gesamtlösungen für die Dokumentverwaltung und setze dabei auf enge Partnerschaften. Kreativität statt reine Technologie sei das Motto. Dabei sei das Limmattal der ideale Standort für die Graphax AG. «Hier finden wir kreatives und gut ausgebildetes Personal und treue Kunden», so Gutbub.

Auch beim Logistikunternehmen Richi AG hat sich in den letzten Jahren einiges hinsichtlich Innovation getan. So betreibt das Unternehmen neben einem Kieswerk und einer

Deplazes neu im Vorstand

Im Vorfeld der Podiumsdiskussion zum Thema «Innovation im Limmattal» wurde am Mittwochabend die ordentliche Generalversammlung der Standortförderung abgehalten. Die Geschäfte wurden genehmigt. Die Rechnung 2013 schliesst mit einem Verlust von 11 500 Franken.

Als Schwerpunkt der Arbeit für das Jahr 2014 wurde das Projekt «Ansiedlungs- und Marketingkonzept Wirtschaftsraum Limmattal» bestimmt. Dabei geht es um Vermarktung von Leerständen bei Büroräumlichkeiten, die gezielte Ansiedlung bestimmter Branchen sowie um die Schaffung von Räumlichkeiten für Handwerk respektive Gewerbe.

Einstimmung wurde zudem der neue Geroldswiler Gemeindepräsident Michael Deplazes in den Vorstand gewählt. Seine Vorgängerin Ursula Hofstetter wurde verabschiedet. (sen)

Jakob Richi, Firmeninhaber und ehemaliger Präsident des Gewerbevereins Weiningen, nannte noch weitere Massnahmen: «Mit einer neuen Anlage wollen wir möglichst unabhängig von Abbau bis Betonproduktion alles selbst erledigen».

So würden Transportwege vermindert werden: «Wir arbeiten schon länger nach der Philosophie, dass wir unsere Aufträge nur im Umkreis von höchstens 10 Kilometer annehmen», erklärte Richi und versichert: «Im Limmattal fühlen wir uns sehr wohl.»

Das neue Silicon Valley

Auf die Frage, ob das Limmattal mit seinen Steuern zu teuer sei entgegnete Richi: «Die Auflagen und Bauvorschriften des Kantons Zürich sind zwar relativ hoch und streng, aber das können wir bewältigen». Ein Standortwechsel würde für ihn nicht infrage kommen: «Wir sind und waren schon immer Limmattaler und unsere Kundschaft auch», erklärte Richi.

Als Erfrischung erhielten die Teilnehmer in der Pause ein besonderes Getränk, das von der Omnimedica AG hergestellt und vertrieben wird. «Wir entwickeln Produkte aus Teepflanzen, die der Leistungssteigerung bis hin zur Hautkrebsprävention dienen sollen», erklärt Holzgang.

Seit gut dreizehn Jahren schätze sein Unternehmen die gute Infrastruktur und die Nähe zu den Universitäten und der Uniklinik: «Als Spin-Off der ETH sind wir stark an Zürich gebunden», so Holzgang.

Er sei deswegen nicht nur auf das Limmattal, sondern auch auf die Standortförderung angewiesen: «Wir expandieren immer weiter. Gerade suchen wir mit der Standortförderung nach einer günstigen Lagerfläche».

Auf alle drei Unternehmungen sei man stolz und helfe gerne, wo es gehe. Der Umgang mit Nachhaltigkeit sei vorbildlich, sagte der Präsident der Standortförderung Toni Brühlmann-Jecklin. «Wenn wir so weiter machen, ist das Limmattal bald das neue Silicon Valley.»