Das Limmattal hat so viel zu bieten, dass der Kantonsrat seinen gesellschaftlichen Anlass auf sieben verschiedene Orte verteilte. Jedes der 180 Kantonsratsmitglieder wählte aus, was er oder sie besichtigen will.

Nicht lange überlegen musste der Gastgeber selbst, Kantonsratspräsident Rolf Steiner (SP) aus Dietikon. Obwohl er, wie er sagt, nicht viele Bonbons isst, schaffte er es, die Firma Hunziker in Dietikon für eine Besichtigung zu gewinnen. Kein einfaches Unterfangen: «Wir machen grundsätzlich keine Besichtigungen», sagte Hunziker-Verwaltungsratspräsident Chris- toph Richterich. Doch für so mächtigen Besuch gab es freilich eine der sehr seltenen Ausnahmen.

Auch der Stadtrat war vertreten

Unter den hohen Gästen waren aber nicht nur Kantonsräte: Auch der Dietiker Stadtrat Heinz Illi (EVP) und die Gemeinderätin Nadine Burtscher (EVP) liessen sich die Gelegenheit nicht nehmen, den zweitgrössten Schweizer Bonbon-Hersteller von innen anzuschauen. Begrüsst wurden die Politiker von Hunziker-CEO Felix Obrist. 2016 habe man bisher weniger Hustenbonbons verkauft, sagte er, weil die grosse Grippewelle bisher gefehlt hatte. Gleichwohl gilt: In Sachen Hustenbonbons führt kein Weg an der Firma Hunziker vorbei. In diesem Bereich ist sie noch grösser als die Konkurrenzfirma Ricola, die auch 1930 gegründet wurde.

An Hustenbonbons wurde man dann sogleich in einem der Fabrikräume erinnert, wo unter anderem die Grundmasse für Bonbons hergestellt wird: Einen stärkeren Zitronenmelissengeruch kann man sich kaum vorstellen. Wer das selbst erleben will, ist nicht nur darauf angewiesen, dass die Firmenchefs eine Ausnahme machen, sondern muss sich auch einen weissen Überzug und eine Kopfhaube anziehen. Wer den Bart etwas länger trägt – wie zum Beispiel Robert Brunner aus Steinmaur (Grüne) –, wurde dann auch noch gebeten, einen Bartschutz anzuziehen.

Wo sich SVP und Grüne finden

Auch Rochus Burtscher (SVP, Dietikon) und André Bender (SVP, Oberengstringen) liessen sich die Chance zur Besichtigung nicht entgehen. Als die letzte Gruppe von der Besichtigung zurück in den modernen Pausenraum der Firma kam, war Bender dann schon mitten in einem Tischfussball-Spiel. Danach galt es, das süsse Wunderland bereits wieder zu verlassen. Natürlich nicht, ohne von der Firma Hunziker mit einer reich befüllten Tasche verabschiedet zu werden.

Später, beim Apéro in der Stadthalle, tauschten sich die Politiker dann mit ihren Kollegen aus, die zum Beispiel bei der Stiftung Kind und Autismus in Urdorf oder bei der medizinischen Forschung des Zürcher Unispitals auf dem Schlieremer Wagi-Areal vorbeischauten.