Der Tiefpunkt folgte zum Schluss. Zumindest was das Resultat angeht. Gleich mit 0:6 unterlagen die Schlieremerinnen am vergangenen Samstag Tabellenführer St. Gallen-Staad. Die Chance auf Rehabilitation für diese Klatsche bekommen die Schlieremerinnen in diesem Jahr nicht mehr.

Da die eigentlich für Sonntag angesetzte Partie gegen die U-21-Frauen des FC Zürich auf Wunsch der Limmattalerinnen auf März verschoben wurde, gehen sie mit dieser Niederlage in die Winterpause.

Die höchste Pleite in der bisherigen Saison bildet die Fortsetzung einer unrühmlichen Serie: Seit dem 20. Oktober und dem 2:1-Erfolg gegen Aarau, also seit sieben Spielen, warten die Schlieremerinnen auf einen Sieg.

Nahe dran waren sie am 10. November in Küssnacht am Rigi, als sie nach einer Stunde mit 4:1 führten. Doch nach 70 Minuten wechselten sie Sinja Bonito ein. Es war die fünfte Einwechslung der Limmattalerinnen in dieser Partie, wobei in der Nationalliga B der Frauen nur vier Wechsel zugelassen sind. Die Küssnachterinnen legten Protest ein, die Partie lief aber weiter, Céline Bürgisser erzielte das 5:1. Das Spiel wurde jedoch forfait mit 3:0 für die Küssnachterinnen gewertet. «Unsere Leistung war unabhängig vom Gegner sehr gut», sagt Bürgisser. «Wir spielten miteinander und bewegten uns gut. Leider wurde uns die Auswechslung zu viel zum Verhängnis. Das ist passiert und ist jetzt kein Thema mehr.»

Doch nicht nur auf dem Spielfeld erlebten die Limmattalerinnen eine turbulente Hinrunde. Trainer Konstantinos Vettas, der erst zu Beginn dieser Saison geholt worden war, hat seinen Posten nach der Forfait-Niederlage geräumt. Sein ehemaliger Assistenztrainer Zoran Perak coacht das Team jetzt bis Januar, das nur noch einen Punkt Vorsprung auf einen Abstiegsplatz hat und am kommenden Wochenende sogar unter den Strich rutschen könnte, je nachdem wie die anderen Teams spielen.

Daher fällt die Bilanz der Hinrunde zwiespältig aus. «Schaut man sich nur den Punktestand an, bin ich nicht zufrieden», sagt Bürgisser. «Aber mit der Leistung des Teams schon, wenn man die schwierigen Umstände bedenkt – eben den Trainerwechsel im Sommer, den Umbruch im Team. Da ist es klar, dass nicht von Anfang an alles eingespielt ist.»

Auch Perak wirbt für Verständnis für sein Team. «Beim 0:0-Unentschieden gegen Therwil hätten wir mehr herausholen können», so Perak. «Aber man muss auch sehen: Wir haben im Sommer diverse Leistungsträgerinnen verloren und mussten viele neue Spielerinnen integrieren. Das braucht halt Zeit.»

Positive Stimmung trotz Tabelle

Zumindest funktioniere es zwischenmenschlich bei den Schlieremerinnen. «Wir haben einen guten Teamspirit», beteuert Bürgisser. «Trotz der durchzogenen Vorrunde herrscht eine positive Stimmung im Team.» Die neuen Spielerinnen hätten sich sehr gut in das Mannschaftsgefüge integriert. «Leider waren wir zu wenig konstant», so Bürgisser. «In manchen Spielen haben wir gute Leistungen erbracht und in anderen konnten wir das nicht bestätigen und das Beste aus uns herausholen.»

Nun haben die Schlieremerinnen Zeit, sich von der Hinrunde zu erholen. Die Verantwortlichen werden während der Winterpause aber aktiv bleiben. «Wir werden den Kader sicherlich noch vergrössern», sagt Perak. Zwei Spielerinnen hätten bereits zugesagt, doch es soll noch weitere Transfers geben. Und es soll einen neuen, definitiven Trainer geben.

Das soll bis zum 7. Januar geschehen. Dann startet die Vorbereitung auf die Rückrunde. Am 3. Februar werden sich die Schlieremerinnen noch für ein Trainingslager zusammenziehen, bevor sie am 16. Februar die Frauen des SC Derendingen Solothurn zu ihrem ersten Spiel der Rückrunde auf dem Zelgli empfangen.

Ab diesem Datum wollen die Schlieremerinnen sich endgültig aus der Abstiegszone entfernen. «Ich bin überzeugt, dass uns das gelingen wird», so Perak. Er kündigt an: «Wir werden angreifen.»