Dietikon

«Porgy & Bess ist ein rhythmisch anspruchsvolles Stück»

Gershwins Jazz-Oper spornt das Orchester in der reformierten Kirche zu Höchstleistungen an. Den rund 300 Besucherinnen und Besucher wünscht der Dietiker Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart eine «glücksbringende musikalische Seelenmassage».

Humorvoll und charmant moderiert der Dietiker Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart das Konzert der Stadtmusik Dietikon in der reformierten Kirche. Den rund 300 Besucherinnen und Besucher wünscht er in seiner Begrüssung eine «glücksbringende musikalische Seelenmassage». Und die beginnt vielseitig und imposant mit dem Stück «Conzensus» des belgischen Komponisten Jan Van der Roost.

Die Arche vor Augen

Fröhlich und verspielt geht es weiter mit der Komposition «Noah’s Ark» von Bert Appermont. Im inneren Auge der Zuhörer entfaltet sich bald eine grosse Arche, in der die Tiere voller Elan ihre sieben Sachen packen. Als die Stadtmusik Dietikon unter der Leitung ihres Dirigenten Marco Nussbaumer zur spannungsgeladenen Musik zum Film «The Rock — Fels der Entscheidung» ansetzt, weht etwas Hollywood-Glamour durch die reformierte Kirche in Dietikon. Man hat das Gefühl, eine bedrohende Macht trete auf, die jedoch bekämpft und schliesslich besiegt wird.

Nach dieser Einleitung kommt der eigentliche Höhepunkt des Programms: Die Jazz-Oper «Porgy & Bess» von George Gershwin. Wortgewandt erzählt Müller-Drossaart zwischen den einzelnen Liedern wie «Summertime», «I Loves You, Porgy» oder «I Got Plenty o’ Nuttin’» die tragische Liebesgeschichte von Porgy und Bess, die sich in einer amerikanischen Schwarzensiedlung Ende des 19. Jahrhunderts abspielt. Trinksucht, Mord und Flucht werfen Schatten auf das Liebe des Paars.

Keine Berührungsängste

Die Geschichte und musikalische Kulisse werden von der Stadtmusik Dietikon eindrucksvoll interpretiert. Dabei singt Stephan Greminger mit seiner sonoren Bariton-Stimme Porgys Part und Sängerin Nicole Eggenberger erweckt mit ihrer klaren ausdrucksstarken Stimme Bess zum Leben. «Porgy & Bess ist ein rhythmisch anspruchsvolles Stück, das die Stadtmusik Dietikon jedoch gerne geübt hat», erzählt Schulvorsteher und Piccolo-Spieler Jean-Pierre Balbiani.

Auch Sänger Greminger betont, wie gross die Herausforderung war. Denn Gershwins Oper erfordere ein breites Spektrum an Gesangsfähigkeiten, so Greminger. Umso glücklicher sind die Stadtmusiker nach dem Konzert, dass sich ihr Einsatz gelohnt hat und sie vom Publikum mit viel Applaus bedacht werden. «Wunderschön», meinte Zuhörerin Ursula Casanova nach dem Konzert. Auch der Dietiker Stadtpräsident Otto Müller, der schon so einige Versionen von Porgy & Bess gehört habe, ist im Publikum. Sein Fazit: «Sehr gut und süffig».

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