Gerichtsfall
Polizisten verprügelten Schrebergärtner - nun droht ihnen der Knast

Vor dem Bezirksgericht in Dietikon wird am Montag ein grober Fall von Polizei-Willkür verhandelt. Zwei Polizisten sollen einen Schlieremer Schrebergärtner brutalst verprügelt haben. Einer der beiden Ordnungshüter steht nun vor Gericht.

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Zwei Polizisten verprügelten Schrebergärtner (Symbolbild).

Zwei Polizisten verprügelten Schrebergärtner (Symbolbild).

Zwei Polizisten der Stadtpolizei Schlieren haben im Juni 2011 in einem Schrebergarten an der Ifangstrasse in Schlieren einen Gärtner geohrfeigt und danach massiv verprügelt.

Einer der beiden Schläger muss sich heute Montag und am Donnerstag vor dem Bezirksgericht Schlieren verantworten.

Der Staatsanwalt verlangt für den Mann eine Strafe von 18 Monaten, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Angeklagt ist er wegen mehrfachem Amtsmissbrauch, mehrfacher Nötigung, Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Vermögensdelikten und Hausfriedensbruch.

Ohrfeigen und Schläge in Serie

Der Polizist soll im Juni 2011 in einem Schrebergarten einen Mann massiv genötigt und verprügelt haben. Der zweite Ordnungshüter muss sich in einem weiteren Verfahren verantworten.

Die beiden Polizisten, die wegen eines Nachbarschaftsstreits in den Garten gerufen wurden, verdächtigten den Mann aus unbekannten Gründen, Hanf zu besitzen.

Sie durchsuchten in der Folge sein Schrebergartenhaus. Laut Anklageschrift verriegelten die beiden Polizisten bei dieser Gelegenheit die Tür und gingen auf den Geschädigten los. Sie verpassten ihm drei Serien Ohrfeigen.

Dann packte der Beamte, der diese Woche vor Gericht steht, den Geschädigten an der Schulter und brachte ihn mit einem Beinschlag zu Fall.

Als der Mann am Boden lag, trat ihn der Polizist in den Bauch. Mit diesen Attacken wollten sie den Gartenbesitzer dazu bringen, sein angebliches Hanfversteck preiszugeben.

Vier Wochen krank geschrieben

Die Polizisten schlugen weiter zu, nahmen ihm das Handy weg und liessen den Mann einen Brief unterschreiben, wonach er sich im Garten nicht mehr sehen lassen würde.

Die beiden Polizisten hatten den Mann so übel zugerichtet, dass er vier Wochen krank geschrieben werden musste.

Pikant an der Geschichte: Der Prügel-Polizist arbeitet noch immer bei der Stadtpolizei Schlieren. Sein Berufskollege hat den Dienst inzwischen quittiert. (rsn)