Limmattal
Polizisten mit Tattoo: Rechts der Limmat ist man toleranter

In Dietikon und Schlieren dürfen Polizisten keine sichtbaren Tattoos tragen – lockerer sieht das hingegen die Polizei rechtes Limmattal, solange das Motiv unbedenklich ist

Anina Gepp
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Wie bei der Kantonspolizei dürfen auch Polizisten in Dietikon und Schlieren keine sichtbaren Tattoos tragen. Keystone

Wie bei der Kantonspolizei dürfen auch Polizisten in Dietikon und Schlieren keine sichtbaren Tattoos tragen. Keystone

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Wer Polizist werden möchte, hat mit Körperbemalung an Hals oder Armen schlechte Chancen. «Tätowierungen, die beim Tragen eines Kurzarmhemdes sichtbar sind, werden nicht toleriert», schreibt die Stadtpolizei Zürich bereits in der Berufsbeschreibung. Auch die Kantonspolizisten in Zürich dürfen nur Tattoos tragen, die mit der Uniform verdeckt werden, wie der Tagesanzeiger schreibt. Trotzdem kommt es immer häufiger vor, dass Polizeiaspiranten fragen, ob Tattoos erlaubt sind oder nicht.

Ähnlich strikt sind die Vorschriften für die Angestellten bei der Stadtpolizei Dietikon, wie die Nachfrage bei den Limmattaler Polizeikorps zeigt. Zwar gebe es wohl Polizisten, die tätowiert seien, sagt Polizeichef Rolf Wohlgemuth. Jedoch sehe man die Motive beim Tragen der Uniform nicht.

Toleranter ist man hingegen beim Polizeiverbund rechtes Limmattal. «Die Sichtbarkeit von Tätowierungen stellt bei uns grundsätzlich kein Problem dar und wird von Fall zu Fall beurteilt», sagt der stellvertretende Polizeichef Urs Weiersmüller. Einzig politisch oder religiös motivierte Bilder sowie menschenverachtende und menschenunwürdige, obszöne oder gewaltverherrlichende Bilder und Texte würden nicht toleriert. Denn dann stelle sich natürlich die Frage über die Gesinnung des Trägers, was grundsätzlich die Fähigkeit zum Polizeiberuf infrage stelle.

Gepflegtes Aussehen ist wichtiger

Weiersmüller ist grundsätzlich der Meinung, dass es zur persönlichen Freiheit jedes Menschen gehöre, sich tätowieren zu lassen oder nicht. Schliesslich behandle ein Polizist auch jede Person respektvoll und ohne Werturteile zu fällen. So sehe man bei der Polizei rechtes Limmattal auch keinen Anlass, einen tätowierten Polizisten abwertend und für den Beruf als nicht geeignet zu betrachten, so Weiersmüller. «Wichtig ist vielmehr das gesamte Erscheinungsbild und ein gepflegtes Äusseres.» Momentan sei zwar keiner der Polizisten sichtbar tätowiert, jedoch gebe es Mitarbeiter mit einem Tattoo. Die Stadtpolizei Schlieren/Urdorf hat nicht offiziell definiert, wie mit Tattoos umgegangen wird. Tätowierungen würden aber grundsätzlich zugelassen, wenn diese von der Uniform bedeckt werden, so Polizeichef Marco Weissenbrunner. Eine Regelung sei bisher nicht nötig gewesen, da im Rahmen der Ausbildung der Polizisten die Fragen des Auftrittes und der Erscheinung bereits eingehend behandelt würden.

Wer trotz seiner Tätowierung den Berufswunsch Polizist nicht aufgeben will, kann sich seine Jugendsünde auch weglasern lassen. Miró Richter vom Tattoostudio «les couleurs» in Dietikon bietet als Lasertherapeut seit nun sieben Jahren die Tattooentfernung via Laser an.

Tattooentfernung ist teuer

Für das Entfernen von Tätowierungen sind mehrere Sitzungen erforderlich. Dafür muss auch dementsprechend tiefer in die Tasche gegriffen als beim Stechen des Tattoos damals. Der Preis für die Entfernung wird nämlich nach Fläche berechnet. Hinzu kommen Pauschalen für Behandlungszeit und Material. Und schmerzfrei ist das Unterfangen auch nicht gerade. Wer Polizist werden möchte, sollte sich also gut überlegen, ob er sich wirklich tätowieren lassen möchte.