Dietikon
Polizisten aufs Velo: Postulat fordert, was seit 2007 besteht

CVP-Gemeinderätin Ottilie Dal Canton rennt offene Türen ein. .In einem Postulat vom 6. September bittet sie den Stadtrat zu prüfen, wie eine Polizei-Bikepatrouille eingeführt werden könnte.

Katja Landolt
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Die Präsentation der Dietiker Polizei-Bikepatrouille 2007 vor dem Stadthaus.Suleika Baumgartner/az-Archiv

Die Präsentation der Dietiker Polizei-Bikepatrouille 2007 vor dem Stadthaus.Suleika Baumgartner/az-Archiv

Stadtpolizisten auf dem Velo statt zu Fuss oder im Streifenwagen – das wäre im Sinne der Dietiker CVP-Gemeinderätin Ottilie Dal Canton. In einem Postulat vom 6. September bittet sie den Stadtrat zu prüfen, wie eine Polizei-Bikepatrouille eingeführt werden könnte.

Bloss: Dal Canton rennt mit ihrem Ansinnen offene Türen ein. Die Stadtpolizei hat Bikepatrouillen im Sommer 2007 eingeführt. 2008 wurde das Corps in einen zweitätigen Intensivkurs geschickt, ab 2009 wurden vereinzelt Patrouillen gefahren und seit 2011 treten die Stadtpolizisten regelmässig in die Pedale.

Unsichtbare Bikepatrouille?

Sicherheits- und Gesundheitsvorstand Heinz Illi bestätigt, dass die Bikepatrouillen noch immer durchgeführt und sogar ausgebaut werden: «Die Bikepatrouille war in diesem Jahr so oft unterwegs wie noch in keinem anderen Jahr.»

Nach einigen Wechseln und Neubesetzungen im Corps seien inzwischen alle zwölf Mannschaftsangehörigen ausgebildet und ausgerüstet. Geübt werden müssen unter anderem Fähigkeiten wie Anhalten, eine Treppe nach unten springen, Randsteine befahren, Angreifer abwehren und in ungewohnten Positionen zu schiessen.

Insgesamt stehen den Stadtpolizisten vier Velos zur Verfügung. Die Bikepatrouillen seien bei den Polizisten sehr gefragt, sagt Illi, erreichten sie doch mit dem Velo auch schwer zugängliche Orte, wie beispielsweise am Limmatufer oder im Wald. Die Einsätze seien aber Schwankungen unterworfen, je nach Mannschaftsbestand, Prioritäten oder Witterung, so Illi weiter.

Trotzdem: Wirklich präsent sind die radelnden Polizisten im Stadtbild nicht. Im Geschäftsbericht der Stadt Dietikon werden 2011 lediglich
45 «Zusatz-/Bikepatrouillen» aufgeführt. Das ist nicht viel. «45 Patrouillen sind in der Tat nicht all die Welt, das ist richtig», sagt Illi. 2012 werde die Zahl aber voraussichtlich höher ausfallen. Betreffend Augenfälligkeit verweist er weiter auf das eher unauffällige Aussehen der Bikepatrouille: «Die Polizisten tragen Velohosen und T-Shirts, das sticht nicht sofort ins Auge.»

Nicht aufgeführt sind die Bikepatrouillen auch auf der Homepage der Stadtpolizei Dietikon: Aufgelistet sind lediglich «Patrouillen mit Streifenwagen und zu Fuss». Die Bikepatrouillen seien keine eigenen Dienste, so Illi. «Sie gelten als Fusspatrouillen, die mit dem Velo durchgeführt werden, um den Radius zu erweitern.»

Thema noch nicht vom Tisch

Gemeinderätin Ottilie Dal Canton hat das Postulat nach der Anfrage der Limmattaler Zeitung für eine Stellungnahme gestern Nachmittag umgehend zurückgezogen.

«Es handelt sich um ein Missverständnis von meiner Seite her», sagt sie. Dal Canton behält sich aber vor, das Thema Bikepatrouillen in einer Kleinen Anfrage nochmals zur Sprache zu bringen.