Schlieren

Polizeiauto nach fünf Jahren ersetzen? FDP regt Weiterverwendung an

Ablaufdatum erreicht: Dieser BMW X3 wurde im Jahr 2014 gekauft, dieses Jahr soll er ersetzt werden.

FDP-Gemeinderat Markus Weiersmüller will, dass die Polizeiautos länger auf den Strassen bleiben. In seinem Postulat erklärt er, welche Vorteile das der Bevölkerung brächte.

Polizeifahrzeuge haben in Schlieren eine kurze Lebensdauer. Ihr Ablaufdatum beträgt gerade mal fünf Jahre. 2014 kaufte die Schlieremer Polizei einen BMW X3, nun soll das Auto bereits wieder ausgemustert werden.

Der FDP-Gemeinderat Markus Weiersmüller wunderte sich, dass bereits nach so kurzer Zeit ein neues Auto gekauft werden sollte. So verfasste er schliesslich ein Postulat, um das Leben der Polizeiautos auf dem Polizeiposten zu verlängern. Darin beauftragte er den Stadtrat, zu prüfen, ob die fünfjährigen Fahrzeuge nicht noch einige Jahre auf dem Posten weiterverwendet werden können. Das alles unter dem Vorbehalt, dass keine grossen Reparaturen anstehen. «Wenn der Motor auseinanderfällt, bin ich der Erste, der sagt, dass man das Auto ausser Dienst stellen soll», sagt er auf Anfrage. Doch wenn die vollausgerüsteten Autos noch gut fahrtüchtig seien, könne man sie wohl noch sinnvoll sie weiterverwenden.

Fünfstellige Kosten fürs Interieur

In der Wahl der Fahrzeuge sind die Gemeindepolizeiposten, anders als die Kantonspolizei, ziemlich frei. Ist ein Auto gewählt, wird dieses mit polizeispezifischem Zubehör wie Schubladen, Martinshorn und Ähnlichem ausgerüstet. «Das sind Kosten im fünfstelligen Bereich», sagt Weiersmüller. Im Falle eines Verkaufs muss all dieses Material aus dem Auto entfernt werden. Bislang war es Usus, die Autos der Schlieremer Polizei nach fünf Jahren zu verkaufen. Doch das bringt nicht in jedem Fall einen grossen Gewinn in die Kasse: «Falls das Auto verkauft würde, betrüge der Erlös kaum mehr als 9000 Franken», sagt Weiersmüller. Bei der Anschaffung habe der Preis, inklusive Ausstattung aber 90 000 Franken betragen.

Dabei sei es besonders von Nachteil, dass die Einsatzfahrzeuge einem starken Verschleiss unterliegen. Sie sind nicht nur täglich im Einsatz, sondern fahren öfters auch mit erhöhter Geschwindigkeit durch die Strassen. Deshalb könne man sie auch schlecht mit anderen Fahrzeugen wie beispielsweise Feuerwehrfahrzeugen vergleichen. Diese seien seltener dafür manchmal jahrzehntelang in Gebrauch. Weiersmüller und fünf weitere FDP-Gemeinderäte, die das Postulat unterzeichneten, erklärten, dass es aus mehreren Gründen Sinn macht, das Auto länger in den Händen des Polizeicorps zu belassen. In ihrem Postulat an den Stadtrat erwähnten sie als Erstes, dass der BMW «als zusätzliches Transportmittel bei Einsätzen oder Übungen» dienen könnte.

Einbruchsprävention dank Polizeiauto

Auch könnte sich eine Doppelpatrouille in diesem Falle in zwei Fahrzeuge aufteilen. Des Weiteren könnte das Auto für «die Verkehrserziehung, Dienstbotengänge oder auch Begehungen durch die rückwärtige Polizeimannschaft eingesetzt werden». Insgesamt erhofft sich Weiersmüller durch die sichtbare Polizeipräsenz eine Prävention von Dämmerungseinbrüchen, von Unfallschwerpunkten und Unterstützung bei grösseren Veranstaltungen.

Nicht zuletzt könnte ein zusätzliches Fahrzeug die Verkehrsknoten sichern und beim Ausfall des Hauptfahrzeugs als Ersatzauto dienen. Mit diesen Gründen ist Weiersmüller noch nicht am Ende seiner Argumentation. Zum Schluss schreibt er: «Auch aus ökologischer Sicht würde es keinen Sinn machen, ein erst fünfjähriges, gut erhaltenes Fahrzeug auszuschlachten und zu verkaufen oder gar zu entsorgen.»

Andere Gemeindepolizeien haben bereits Erfahrung mit Fahrzeugen im Nebendienst: so etwa die Stadt Dietikon. Der Opel Zafira, der im Bezirkshauptort jahrelang als Einsatzfahrzeug diente, wurde danach noch einige Zeit als zusätzliches Fahrzeug für die Polizei gebraucht.

Meistgesehen

Artboard 1