Die Athletinnen der Kategorien K7 und der Damen vom Getu Urdorf klatschten miteinander ab und gratulieren einander. Ihr Wettkampf war soeben zu Ende gegangen an diesem Sonntagnachmittag in der Mehrzweckhalle Seehalde in Niederhasli, und sie waren sichtlich erfreut über ihre Leistungen. Allen voran Nathalie Schneider. Die 27-Jährige hatte bei den Damen den 3. Schlussrang geholt, noch vor Teamkollegin Maya Keller. Dabei war sie handicapiert nach Niederhasli gereist, sie spürte noch die Folgen einer Schulteroperation im März. «Ich hatte Schmerzen», sagte die Urdorferin. Diese seien während des Wettkampfs zwar abgeklungen. «Doch ich bin immer noch eingeschränkt», sagte sie.

Das habe sie auch am Reck gespürt, wo sie nur fünf statt der geplanten sechs Elemente turnen konnte und daher eine vergleichsweise tiefe Benotung von 8.80 erhielt. Doch auch an anderen Geräten konnte Schneider nicht ans Limit gehen. «Am Boden kann ich keine schwierigen Sachen machen», sagte sie, «ebenso wenig an den Schaukelringen.»

Davon war an diesem Sonntag allerdings wenig zu spüren. An den Schaukelringen schaffte Schneider eine Benotung von 9.40 und wurde dabei nur von der Weiningerin Alessia Romanelli übertroffen: 9.45. Und am Boden erreichte Schneider eine 9.30. «Ich habe das Beste herausgeholt», sagte sie deshalb.

Das Beste herausgeholt hat auch Kim Kober in der Kategorie K6. Die 16-Jährige aus Urdorf war mit ihrer Leistung mehr als zufrieden, sie hatte sich den sechsten Schlussrang geholt. «Es ist viel besser gelaufen, als ich erwartet hatte», sagte sie. «Ich war vor dem Wettkampf total nervös – auch, weil ich mich selber sehr unter Druck gesetzt habe.» Deshalb seien auch die letzten Trainings nicht optimal verlaufen. «Aber jetzt bin ich sehr glücklich.» Kobers Teamkollegin Rebekka Steiner, die ebenfalls im K6 startete, schloss sich diesem Fazit an. «Aber es kann immer noch besser sein», sagte sie.

Zufriedene Urdorferinnen

Verbesserungspotenzial sah auch Jlva Schneider, Hauptleiterin vom Getu Urdorf. «Am Sprung lief es nicht so optimal», sagte sie. Zudem habe es in der Kategorie 5A noch ein Missgeschick gegeben, als Lea Hartmann wegen eines vergessenen Elements Abzug bekam. Gerade im Hinblick auf die Schweizer Meisterschaften, für die der kantonale Geräteturnerinnentag ab der Kategorie K5A als Qualifikationswettkampf zählt, ein Rückschlag. «Das ist jetzt halt ihr Streichresultat», sagte Schneider. «Aber ich bin sicher, sie wird das wieder wettmachen.»

Im Grossen und Ganzen aber war Schneider mit den gezeigten Leistungen zufrieden. «Im K7 haben wir drei Turnerinnen mit einer Auszeichnung», sagte sie. «Und bei den Damen hat Maya Keller einen Hammerwettkampf gezeigt. Bei Nathalie Schneider bin ich überrascht, dass es schon wieder so gut läuft.»

Spitzenplatz für Romanelli

Doch nicht nur bei den Urdorferinnen herrschte Freude, sondern auch beim TV Weiningen. Insbesondere Alessia Romanelli überzeugte in der Kategorie K7 mit ihrem vierten Schlussrang. «Für sie ist es sehr gut gelaufen», sagte Andreas Marti, Technischer Hauptleiter vom TV Weininigen und verantwortlich für die Aktiven im Geräteturnen des Vereins. «Sie hat eine grosse Steigerung gezeigt und ist auf einem guten Weg, sich für die Schweizermeisterschaften im November zu qualifizieren.»

Mit dem kantonalen Geräteturnerinnentag sind zwei Qualifikationswettkämpfe für die Schweizer Meisterschaften absolviert, zwei stehen noch aus. Diese finden aber erst nach den Sommerferien statt. Für Nathalie Schneider kommen die vier Wochen Pause gerade im richtigen Moment. «Ich hoffe, dass die Schmerzen bis dahin ganz abklingen», sagte sie.
Das hofft auch Jlva Schneider. Ebenso, dass sich in möglichst allen Kategorien Urdorferinnen für die Schweizer Meisterschaft qualifizieren. «Im K7 wird’s am schwierigsten», sagte sie. «Aber ich bin zuversichtlich.»