Einfahrt in den Gubrist-Tunnel. Der Verkehr staut sich, man hält an. Die Situation ist weiter nicht schlimm. Ein paar Fahrzeuge weiter vorne steigt Rauch auf. Was ist zu tun? Wie gefährlich ist die Situation einzuschätzen?

Diese Fragen haben sich wohl einige Verkehrsteilnehmer am Mittwoch gestellt, als es beim Gubrist zu einem grösseren Unfall kam. Bei einem involvierten Fahrzeug stieg Rauch auf – eine unangenehme Situation.

Laut Stefan Oberlin von der Kantonspolizei Zürich ist es für die Lenkenden schwierig, die Stausituation richtig einzuschätzen, wenn unklar ist, was sich weiter vorne im Tunnel abspielt. Dabei sei es am besten, bereits bei der Staubildung ein paar Regeln zu beachten: «Das Radio einschalten und eine Gasse bilden», sagt er.

Über die Tunnel-Radiofrequenz SRF habe die Polizei die Möglichkeit, den Lenkern Anweisungen zu geben. Indem sie seitlich am Tunnelrand anhalten, bilden sie genügend Platz für die Rettungsfahrzeuge. «Wenn der Autofahrer sowieso steht, soll er doch ein wenig nach rechts oder links fahren – dies ist übrigens in jeder Stausituation hilfreich für Polizei, Feuerwehr und Rettung», sagt Oberlin.

Wenn es brennt im Tunnel, werde es wirklich gefährlich. «Bis zum Eintreffen der Feuerwehr dauert es einige Minuten, in denen der Lenker auf sich gestellt ist.» Oberlin empfiehlt in dieser Situation: Motor abstellen, Zündschlüssel stecken lassen, Warnblinker einschalten und den Tunnel sofort über die Notausgänge verlassen.

Niemals wenden oder rückwärts fahren, so würden Chaos und unnötige Kollisionen entstehen. Die Fahrzeuge vor der Tunneleinfahrt werden bei einem Brand mit einem Lichtsignal vorgewarnt.

«Das passiert nur in Hollywood»

Dass einige Fahrzeuglenker bereits bei leichter Rauchbildung die Flucht ergreifen, ist für Thomas Rohrbach vom Bundesamt für Strassen verständlich und auch nicht falsch. «Im Tunnel gelten bei einem Brand andere Regeln als im Freien. Nicht die Flamme tötet, sondern der Rauch.»

Wo es Feuer habe, bilde sich Rauchgas, das nach mehrmaligem Einatmen tödliche Folgen haben kann. Für Lastwagenfahrer gelte, nicht am Brandobjekt vorbeizufahren, wenn gefährliche Güter geladen sind.

Sitze man selber im brennenden Auto, solle dieses, wenn möglich, aus dem Tunnel herausgefahren werden. Im Freien angekommen, sofort aussteigen. «Dass das Auto explodiert, sobald es brennt, ist Unsinn. Das passiert nur in Hollywood», versichert Rohrbach.

Lastwagenfahrer seien mit Feuerlöschern ausgestattet. «Manche haben wirklich Nerven aus Stahl und beginnen mit dem Löschen, bevor die Feuerwehr eintrifft und können so Schlimmeres verhindern.» Solch mutiger Einsatz werde natürlich nicht erwartet.