Bilder des Jahres 2020
Plexiglas, eine Bahn und eine Jagdhündin: Diese Bilder sind unsere Bilder des Jahres 2020

Ein ereignisreiches Jahr geht zu Ende. Die Redaktion der «Limmattaler Zeitung» hat aus vielen eindrücklichen Bildern, die denkwürdige Momente dokumentieren, ihre liebsten ausgesucht.

Merken
Drucken
Teilen
Ein nüchternes Bild, das Debatten auslöst Auf den ersten Blick erscheint das Bild langweilig: Ein langes Fahrzeug ist abgebildet. Es scheint bemalt zu sein, doch die verschiedenen Grautöne und die blaue Fensterreihe lassen das Gefährt auch nicht wirklich bunt erscheinen. Das geplante Design der Fahrzeuge der Limmattalbahn gilt als «schlicht, modern, elegant». Doch das Bild, das die «Limmattaler Zeitung» in diesem Jahr präsentieren konnte, ist dennoch weder monoton noch reizlos. Es weckt vielmehr Emotionen: An den Bushaltestellen wurde ebenso über das Design der Stadtbahn diskutiert wie auf der politischen Bühne, wie zwei Vorstösse im Dietiker und Schlieremer Parlament zeigten. Dies wird am Design zwar nichts ändern; und falls doch, würde dies wiederum nichts ändern – eine andere Gestaltung würde auch nicht allen gefallen. Doch die Diskussion zeigt: Der Bevölkerung ist es nicht egal, was sich vor ihren Türen tut. Nein, sie nimmt Anteil und setzt sich mit der Entwicklung auseinander. Das Limmattal lebt. Oliver Graf, Redaktor.
7 Bilder
Auf den Hund ­gekommen 2,2 Meter von der Schnauze bis zur Schwanzspitze misst Yvan der Schreckliche, der Irische Wolfshund der Bergdietiker Familie Seybold. Der 70 Kilogramm schwere Koloss bringt Spaziergänger ins Staunen. Überraschungen wie Yvan ermöglichen es, alte Bilder zu hinterfragen und neue Sichtweisen kennen zu lernen, kurz: die Welt zu entdecken. Diese Welt be­ginnt im Lokalen, direkt vor der Haustür. Die Story über Yvan gehört online zu den meistgelesenen des Jahres. David Egger, Chefredaktor.
Der Stadtrat hört den Kindern zu Unter der Führung der Pro Juventute wurden Schülerinnen und Schüler des Schulhauses Hofacker gemeinsam mit Bewohnenden des Alterszentrums Sandbühl zu Landschaftsarchitekten. Sie erstellten Pläne für den Spielplatz, der neben dem geplanten Alterszentrum bei der Geissweid platziert werden soll. Ihre Ergebnisse präsentierten die Kinder Vertretern der Schlieremer Stadtregierung Anfang Juli. Mit diesem Projekt holten die Verantwortlichen nicht nur die Bedürfnisse der Bevölkerung an die Umgebung des künftigen Altersheims ab, sondern vermittelten einer ganzen Schulklasse auch, dass ihre Stimmen gehört werden, wenn sie etwas zu sagen haben. Alex Rudolf, Redaktor.
Geburtstag hinter Plexiglas Die strahlenden Augen und das herz­- liche Lachen von Mathilde Wild lassen keine Zweifel offen: Sie freut sich über den Besuch ihrer Tochter und ihres Schwiegersohnes zu ihrem 87. Geburtstag am 14. Mai im Pflegeheim Ruggacker in Dietikon. Nicht nur aufgrund des Ehrentags der Seniorin ist es ein spezieller Moment für die Familie. Umarmen und liebkosen können Jsabella und Urs Würsch die Jubilarin nicht. Eine Plexiglasscheibe trennt die Angehörigen von der Pflegeheimbewohnerin. Das Corona-­Besuchsverbot wurde zwar gelockert, Besucherzonen wurden liebevoll eingerichtet, doch Körperkontakt ist immer noch untersagt. Tausenden anderen Familien mit Angehörigen in Alters- und Pflegeheimen erging es im Coronajahr ähnlich. Liebe und Zuneigung aus der Distanz zu vermitteln, ist schwierig. Doch Mathilde Wild und die Würschs bleiben positiv und sind dankbar, dass sie sich überhaupt sehen dürfen. Sibylle Egloff, Redaktorin.
Amy spürt die Fährte auf Während des Fotoshootings bewegte sich die Jagdhündin Amy vor der Kamera auf und ab. Sie freute sich bereits auf die bevorstehende Pirsch durch den Wald von Dietikon und Urdorf. Ihr Meister, der Jagdaufseher Christian Ebnöther, erinnerte sie immer wieder daran, in die Kamera zu schauen. Doch mehr als das Blitzen der Kamera im herbst­lichen Wald interessierten Amy die Fährten der Rehe und der anderen Waldtiere. «Hat sie eine Fährte auf­geschnappt, habe ich genau zwei Sekunden Zeit, um sie zu stoppen», sagt Ebnöther. Auf dem Weg durch den Wald erklärte der Jäger, was ihm am neuen Jagdgesetz, über das das Schweizer Stimmvolk wenig später abstimmte, missfällt. Er sagte, ihm fehle der Tierschutz im neuen Jagdgesetz. Der Naturschutz sei ein Zusammenspiel von Jagd-, Forst- und Landwirtschaft. Ebnöther sieht sich als Jäger und auch als aktiven Naturschützer. Amy und Ebnöther erlegten an diesem Nachmittag kein Tier. Stattdessen genossen sie die Natur und die Ruhe im Wald. Das Volk lehnte das neue Jagdgesetz ab. Lydia Lippuner, Redaktorin.
Gubrist-Durchstich gelingt mit Barbara Es war ein Meilenstein beim Ausbau der Zürcher Nordumfahrung. Am 22. September erfolgte der Durchstich der dritten Gubrist-­Röhre in Weiningen. Wegen Corona mussten die Verantwortlichen auf einen grossen Anlass verzichten. Nur die direkt am Projekt beteiligten Unternehmer, Planer und Bauherren waren zugegen. Und natürlich die heilige Barbara, die Schutzpatronin der Bergleute. Sandro Zimmerli, stv. Chefredaktor.

Ein nüchternes Bild, das Debatten auslöst Auf den ersten Blick erscheint das Bild langweilig: Ein langes Fahrzeug ist abgebildet. Es scheint bemalt zu sein, doch die verschiedenen Grautöne und die blaue Fensterreihe lassen das Gefährt auch nicht wirklich bunt erscheinen. Das geplante Design der Fahrzeuge der Limmattalbahn gilt als «schlicht, modern, elegant». Doch das Bild, das die «Limmattaler Zeitung» in diesem Jahr präsentieren konnte, ist dennoch weder monoton noch reizlos. Es weckt vielmehr Emotionen: An den Bushaltestellen wurde ebenso über das Design der Stadtbahn diskutiert wie auf der politischen Bühne, wie zwei Vorstösse im Dietiker und Schlieremer Parlament zeigten. Dies wird am Design zwar nichts ändern; und falls doch, würde dies wiederum nichts ändern – eine andere Gestaltung würde auch nicht allen gefallen. Doch die Diskussion zeigt: Der Bevölkerung ist es nicht egal, was sich vor ihren Türen tut. Nein, sie nimmt Anteil und setzt sich mit der Entwicklung auseinander. Das Limmattal lebt. Oliver Graf, Redaktor.

Limmattaler Zeitung