Dietikon
Platzknappheit: Wohin mit all den Kindergartenkindern und Primarschülern?

Eine fünfköpfige Arbeitsgruppe brütet über die nächsten Schritte in der Schulraumplanung.

Gabriele Heigl
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Fröhliche Gesichter bei der Eröffnung (von links): Roman Stäger von der Eisenbahn Baugenossenschaft Dietikon, Architekt Martin Eglin, Schulvorstand Jean-Pierre Balbiani, Hochbauvorstand Esther Tonini, Stadtpräsident Otto Müller und Projektleiterin Ingeborg Stengl.
11 Bilder
Das Spielplatzgelände bietet viel Platz zum Toben.
Die kubischen Baukörper orientieren sich an der bestehende Quartierstruktur.
Zum Gebäudeensemble gehört ein Wohnhaus mit fünf Wohnungen.
Der Haupteingang an der Guggenbühlstrasse
Hochbauvorstand Esther Tonini (rechts) bei ihrer Eröffnungsrede
Alle Räume sind hell und grosszügig.
Blick in einen der Gruppenräume
Kopie von Kindergarten Guggenbühl Dietikon
Die lang gestreckten Räume bieten genug Möglichkeiten, die Arbeitstische flexibel anzuordnen.
Im Förderzentrumsraum können sechs Sonderschulkinder speziell gefördert werden.

Fröhliche Gesichter bei der Eröffnung (von links): Roman Stäger von der Eisenbahn Baugenossenschaft Dietikon, Architekt Martin Eglin, Schulvorstand Jean-Pierre Balbiani, Hochbauvorstand Esther Tonini, Stadtpräsident Otto Müller und Projektleiterin Ingeborg Stengl.

Gabriele Heigl

Schulraumplanung ist in Dietikon ein wahres Sisyphos-Thema. Kaum ist ein Pavillon eingeweiht (WolfsmAttika), ein Provisorium vom Volk genehmigt (Steinmürli) und ein neuer Kindergarten eröffnet (Guggenbühl, siehe Zweittext), stehen die nächsten zu lösenden Probleme an. Jetzt soll auch eine fünfköpfige Arbeitsgruppe dabei helfen. Sie trifft sich seit etwa drei Monaten einmal monatlich, um die nächsten Schritte vorzubereiten, damit alle Dietiker Kinder derzeit und auch in naher Zukunft Platz in einem Kindergarten und einer Primarschule finden.

«Die Arbeitsgruppe gab es schon früher, und sie hat jetzt, nachdem die Entscheidungsgrundlagen dafür beschafft waren, wieder mit Hochdruck ihre Arbeit weiter geführt», so Stadtpräsident Otto Müller. In der Gruppe sitzen ausser Müller selbst noch Schulvorstand Jean-Pierre Balbiani, Infrastrukturvorstand Roger Brunner, Jürg Bösch, der Leiter des Stadtplanungsamts, sowie der Leiter der Hochbauabteilung, Peter Baumgartner.

Mit einem Förderzentrum neue Wege gehen

Noch sind nicht alle Bauzäune abgebaut, einzelne Handwerker legen letzte Hand an. Aber die eigentlichen Bewohner haben mit ihren Spielsachen, ihrem Bastelzeug und ihren Brotzeitbeuteln bereits das Terrain erobert. Anfang August konnte pünktlich der neue Doppelkindergarten Guggenbühl für 32 Kindergartenkinder eröffnet werden. Gestern fand im Beisein des Kindergartenteams, der Stadtverwaltung und der beiden Architekten die offizielle Eröffnung statt.
Der Neubau steht an der Stelle der beiden alten Kindergartenpavillons. Das Grundstück, das der Stadt gehört, wurde im Baurecht an die Eisenbahner Baugenossenschaft Dietikon abgegeben. Sie ist jetzt die Vermieterin des Hauses mit fünf Wohnungen, das zusammen mit dem neuen Doppelkindergarten ein Ensemble bildet. Das Kindergartengebäude, das zwei grosse, helle Räume à 75 Quadratmetern und zwei angeschlossene Gruppenräume umfasst, kann mit einer Besonderheit aufwarten. Ein zusätzlicher Raum wird als Förderzentrum für Sonderschüler bereitgestellt. So können die Kinder beim Förderunterricht im selben Gebäude bleiben, und die Stadt hat geringere Aufwendungen für die sonderpädagogische Lehrkraft. (GAH)

Zwei neue Kindergärten

Derzeit auf deren Tagesordnung: geeignete Standorte für zwei oder drei weitere Kindergärten für knapp 60 Kinder zu finden. Das Fünfer-Gremium hat Standorte für die Sicherung des nötigen Schulraumes ausfindig gemacht. Wo sich diese allerdings befinden, darüber möchten Müller und Balbiani derzeit noch nichts sagen. «Das gäbe nur Enttäuschungen, wenn aus einem avisierten Standort doch nichts würde», so Balbiani. In einem zweiten Schritt geht die Arbeitsgruppe dann die Standort-Sondierungen für Primarschulen an. Bis 2019 gibt es einen ungedeckten Bedarf von sechs weiteren Klassenzimmern, bis zum Schuljahr 2026/27 werden noch einmal weitere 27 Klassenzimmer gebraucht. Keine Auskunft gibt es, auf welchen statistischen Zahlen diese Überlegungen fussen. Müller meinte gestern am Rande der Guggenbühl-Kindergarteneröffnung, dass man nackte Zahlen noch nicht nennen wolle, die Arbeitsgrundlagen der Gruppe seien noch «auf der Stufe vertraulich». Müller: «Es handelt sich bisher um Arbeitspapiere der Exekutive.» Erst müsse man alles prüfen, bevor man seriös Zahlen herausgeben könne. Es sei sehr schwierig, demografische Entwicklungen korrekt vorauszuberechnen.

Ohne Plan B zum Optimum

Fest steht: Um dem Schulraummangel Herr zu werden, sollen im Limmatfeld sowie im Niderfeld neue Schulen entstehen; beide werden je etwa zwölf Klassenzimmer zur Verfügung stellen. Die Niderfeld-Schule wird erst in späteren Planungen eine Rolle spielen. Aber bei der Limmatfeld-Schule scharrt die Stadt schon länger mit den Hufen. Derzeit bremst eine ausstehende Moorschutzverordnung die weiteren Planungen aus. Mit der Verordnung, die der Regierungsrat erlassen muss, ist bis Ende Jahr, spätestens Anfang 2017 zu rechnen. Gibt es Einsprachen dagegen, kann sich deren Rechtskraft allerdings noch hinauszögern. Die Stadt rechnet zwar mit Auflagen. Dass die Verordnung den Schulplanungen gänzlich einen Strich durch die Rechnung macht – damit rechnet Müller aber nicht. Die Frage nach einem Plan B weist Balbiani vehement zurück: «Wir entwickeln zwar in der Arbeitsgruppe verschiedene Szenarien, aber die Alternativen sind nicht optimal. Wir arbeiten mit aller Kraft an der Durchsetzung des Optimalen.»

Wann aus der Arbeitsgruppe Konkretes an die Öffentlichkeit gegeben wird, steht noch nicht fest. «Das wird der Stadtrat erst bekannt geben, wenn Zahlen und Planungen konkretisiert sind», so Müller.