Schlieren
Platz für 100 Personen: Am Donnerstag wird die neue Boulderhalle eröffnet

Neu kann man im Kletterzentrum Gaswerk in Schlieren auch bouldern. Bisher hatte der Boulderraum nur Platz für rund 20 Personen. Doch das Bouldern entwickelte sich zur neuen Trendsportart – was zur Vergrösserung führte.

Lydia Lippuner
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Kletterzentrum Gaswerk Schlieren

Kletterzentrum Gaswerk Schlieren

ZVG
Die leuchtenden Griffe heben sich von der grauen Kletterwand im Gaswerk ab.

Die leuchtenden Griffe heben sich von der grauen Kletterwand im Gaswerk ab.

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Noch ist alles nigelnagelneu: Eine Mischung aus Plastikgeruch und kalter Luft zieht durch die Boulderhalle im Kletterzentrum Gaswerk in Schlieren.

Griffe in knalligem Pink, Grün und Rot heben sich vom grauen Hintergrund ab. Die farbigen Kletterrouten, sogenannte Boulderprobleme, bieten ab dem 1. November Sportbegeisterten die Möglichkeit, ihre Kletterfertigkeiten zu zeigen und zu vertiefen.

«Wir wollten nicht eine sterile Sportstätte schaffen, sondern einen Ort, an dem sich die Leute wohlfühlen», sagt Andreas Hanisch, zuständig für Bau und Unterhalt im Kletterzentrum Gaswerk.

Um dieses Ziel zu erreichen, wurde eine Musikanlage eingebaut, die die neue Boulderhalle mit sogenannte Upbeat-Musik erfüllt. 250 LED-Lampen an der Decke sorgen für ein clubähnliches Gefühl im Raum.

Der stetige Luftzug, der künftig Magnesiumstaub und Schweiss vertreiben soll, kommt von grossen Lüftungsrohren, die an der Seite der Halle angebracht sind. Dies ist insbesondere wichtig, weil sich die Anlage in der Mitte der neun Hallen des Gaswerks in Schlieren befindet.

Bouldern die Trendsportart

«Neu haben wir zusätzlich 100 Boulderrouten», sagt Mario Monn, Zentrumsleiter im Gaswerk. Bisher hatte das Zentrum nur einen Boulderraum für rund 20 Personen. Dieser platzte regelmässig aus allen Nähten.

«Mit der neuen Halle wollen wir nun den Boulderern eine grössere Plattform bieten», so Monn. Nach einer dreimonatigen Bauphase ist die neue Halle nun fertiggestellt. Der Leiter des Zentrums gibt sich zuversichtlich, dass sich die Halle in Zukunft gut füllen wird. Der Trend spricht dafür: «In den letzten Jahren hat die Zahl der Boulderer stark zugenommen», so Monn. Besonders junge Leute kämen meist in ganzen Gruppen, um zu reden, klettern und gemeinsam Spass zu haben.

Der Vorteil am Bouldern sei, dass die Sportler, anders als beim Klettern, wenig Ausrüstung bräuchten. «Ein paar Kletterschuhe und Magnesium reichen und schon kann man loslegen», so Monn. Es gibt sehr einfache Routen mit vielen Griffen und anspruchsvollere, bei denen man sich auch einmal durch die Luft schwingen und den Körper von Griff zu Griff ziehen muss.

Die Höhe ist ebenfalls sehr unterschiedlich: Von drei bis vier Meter ist alles vorhanden. Doch das Grundprinzip des Bouldern ist in jedem Fall, dass die Kletterer eine Höhe erklimmen, aus der sie noch gefahrenlos abspringen können. Eine weiche rote Matte am Boden der Halle fängt trittunsichere Sportler auf. Diese liegt unter allen Boulderabschnitten.

Einige Routen gehen vertikal der Wand entlang, andere führen den Kletterer bis an den obersten Punkt der Kletterwand. «Mit den verschiedenen Griffformen und Wandneigungen lässt sich für jeden Geschmack und jedes Niveau eine Boulderroute an die Wand schrauben», sagt Hanisch. «Ob Anfänger oder Profi, alle finden hier eine passende Herausforderung».

Er wird in den kommenden Wochen dafür sorgen, dass die Besucher des Zentrums jede Woche eine neue Route vorfinden, an der sie sich entlang schwingen, ziehen oder hüpfen können.

Am 1. November um 19 Uhr wird die Boulderhalle im Kletterzentrum Gaswerk in Schlieren eröffnet. Die Besucher des ersten Abends können die neuen Boulderrouten gratis testen.