Dietikon
Planzer muss Logistikterminal redimensionieren

Auf rund 100'000 Quadratmetern hatte die Dietiker Transportfirma Planzer ihren neuen Hauptsitz im Niderfeld geplant. Er soll die beiden heutigen Standorte im Dietiker Industriequartier Silbern und in Zürich-Altstetten ersetzen.

Bettina Hamilton-Irvine
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Blick aufs Niderfeld: Hierhin will die Dietiker Transportfirma Planzer in den nächsten Jahren ihren Hauptsitz verlegen. BHI

Blick aufs Niderfeld: Hierhin will die Dietiker Transportfirma Planzer in den nächsten Jahren ihren Hauptsitz verlegen. BHI

Seit einigen Jahren bereits ist die Transportfirma deshalb damit beschäftigt, im Entwicklungsgebiet an der Grenze zu Spreitenbach das nötige Land dafür zu kaufen.

Doch nun ist klar: Sie wird ihr Logistikterminal redimensionieren müssen. Wie Geschäftsführer Nils Planzer auf Anfrage sagt, habe die Firma zwar mehr als genug Land erwerben können. Mehr als 120 000 Quadratmeter sind zusammen gekommen – unter anderem, weil man ein grösseres Stück Land habe kaufen können.

«Doch leider können wir nicht das ganze Land für die Logistik nutzen», sagt Planzer. Aufgrund Vorgaben der Stadt und des Kantons habe man den Platzbedarf auf unter 80 000 Quadratmeter reduzieren müssen.

Dabei geht es unter anderem um die Limmattalbahn und die generelle Erschliessung des neuen Stadtteils, aber auch um öffentliche Räume. Die eigene Fläche habe man so korrigiert, dass sie sich möglichst harmonisch in die Gesamtplanung einpasse. «Für die Stadt Dietikon ist das ein Erfolg, für uns eher eine Niederlage», sagt Planzer.

Man sei der Stadt, die «harte, aber faire» Verhandlungen geführt habe, weit entgegengekommen.

«Wir sind guten Mutes»

Über die Vorgabe, den neuen Hauptsitz kleiner zu planen, sei er zwar nicht glücklich, aber er könne damit leben. «Wir sind guten Mutes, dass wir unser Vorhaben auch auf der reduzierten Fläche realisieren können», sagt er.

Das Gebäude werde nun kleiner werden und zwischen der Industrie- und der Wohnzone müsse eine Art Übergangszone geplant werden. Das finde er durchaus sinnvoll, sagt Planzer: «Ich habe Verständnis dafür, auch wenn man sich natürlich nicht gern einschränken lässt.» Die Verhandlungen sind aber noch nicht abgeschlossen. «Wir sind weiterhin in intensiven Gesprächen mit der Stadt und dem Kanton», so Planzer.

Der Stadtrat wurde in der Vergangenheit teilweise heftig dafür kritisiert, den Umzugsplänen der Firma Planzer zu wohlwollend gegenüberzustehen. Sozialdemokraten und AL hatten moniert, es sei unglaubwürdig, dass der Stadtrat im Niderfeld einen neuen Stadtteil mit Modellcharakter planen wolle und gleichzeitig ein Logistikcenter einer Transportfirma begrüsse.

Der Stadtrat hingegen hatte sich nach anfänglichem Zögern auf den Standpunkt gestellt, die Firma Planzer mache im Niderfeld Sinn, auch wenn sie Verkehr generiere. Sie schaffe Arbeitsplätze und sei ein guter Steuerzahler, wodurch sie zur Wertschöpfung beitrage.

Zu den aktuellen Verhandlungen mit Planzer äussert sich Stadtpräsident Otto Müller (FDP) auf Anfrage nur ausweichend. Eine Grosslogistiknutzung sei im Niderfeld unter bestimmten Voraussetzungen möglich, entscheidend sei dafür zum Beispiel die Grösse der Anlage, sagt er. Mit der Firma Planzer sei der Stadtrat im Gespräch, doch mehr könne er heute noch nicht sagen.

Was die Firma Planzer mit den fast 50'000 Quadratmetern Land vorhat, welche sie nun im Niderfeld besitzt, jedoch nicht für den Hauptsitz verwenden kann, ist noch unklar. Zurzeit warte man erst einmal ab und behalte die Parzellen, sagt Planzer.

«Es ist denkbar, dass wir das Land selber entwickeln und beispielsweise Wohnungen planen», sagt er. Weil Immobilien nicht zum Kerngeschäft Planzers gehörten, könnte es sein, dass die Pensionskasse der Firma diese Aufgabe übernehme.

Möglich sei aber auch, dass man das Land wieder verkaufe. Zwar sei es gut, im Niderfeld Grundeigentum zu haben, doch sei es aufgrund der langen Planungsprozesse, die man mitfinanzieren müsse, auch teuer.

Gestaltungsplan 2016 fertig

Tatsächlich wird es wohl noch bis 2018 dauern, bis im Niderfeld gebaut wird. Doch steht nun ein wichtiger, nächster Schritt an. Wie Stadtpräsident Müller sagt, wurde das Konzept für die Gebietsentwicklung in einem breit abgestützten Planungsprozess erarbeitet.

Jetzt ist sie so weit, dass der Stadtrat sie im April zuerst dem Parlament vorstellen kann, danach auch der Öffentlichkeit. Im Sommer beginnt die Arbeit am Rahmengestaltungsplan, der dem Parlament laut Müller im Jahr 2016 unterbreitet werden soll.

SBB braucht Platz in Altstetten

Auch für Planzer ist der weitere Zeitplan noch unklar. Klar ist jedoch: Bis in spätestens acht Jahren muss die Firma ihren Standort beim Bahnhof Altstetten verlassen. Dann läuft dort der Mietvertrag aus. Das Ziel der SBB sei, das Gebäude zu entfernen, um im Zusammenhang mit der Kapazitätserweiterung im Schienenverkehr mehr Platz zu schaffen, sagt Nils Planzer.

Was mit dem Gebäude im Dietiker Industriegebiet nach dem Auszug Planzers geschieht, ist noch offen.