Es war alles andere als ein friedlicher Spaziergang durchs Dorf: Am Wochenende haben unbekannte Vandalen in Oetwil eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Tatort Nummer 1: Auf dem Dorfplatz wurde ein gemeindeeigener Plakatständer entwendet und anschliessend in der Limmat versenkt. Dort hat ihn ein Werkarbeiter entdeckt, wie Gemeindeschreiber Pierluigi Chiodini berichtet. Da bei der Aktion weder Ständer noch Plakat beschädigt wurden, sind sie laut Chiodini bereits wieder «im Einsatz».

Weniger glimpflich ging die Zerstörungstour am Tatort Nummer 2 aus: Ein Robidog-Behälter an der Rebackerstrasse wurde aus dem Sockel gerissen. Und bei der Bushaltestelle Halde – am Tatort Nummer 3 – sind einmal mehr die Scheiben in die Brüche gegangen.

Sprengkörper-Attacken

Obwohl die Spuren nach diesem Wochenende unübersehbar sind, hat die Vandalismus-Problematik laut dem Gemeindeschreiber keine neue Dimension erreicht: «Die Bushäuschen im Dorf werden rund zweimal pro Jahr zerstört, zudem gibt es über Nacht immer wieder Sprayereien, und die Beleuchtung des Weihnachtsbaums wurde demoliert.» Robidog-Behälter seien sogar ab und zu Ziel von Sprengkörper-Attacken geworden. «Das verursacht eine ziemliche Sauerei», so Chiodini. Resignieren will die Gemeinde indes nicht: Die Schäden würden «innert nützlicher Frist» behoben. Der Gemeindeschreiber rechnet mit einem vierstelligen Betrag, der für die Reparatur der Schäden am Robidog-Behälter und am Bushäuschen aufgewendet werden muss.

An den Scheiben der Bushäuschen könnten sich die Vandalen bald die Zähne ausbeissen: «Wir überlegen uns, widerstandsfähigere Materialien wie Kunstharz einzusetzen», so Chiodini. «Andere Gemeinden haben ihre Bushäuschen bereits wegen Vandalenakten abgeschafft. Wir möchten das nicht.»

Überwachungskameras sind hingegen noch kein Thema in Oetwil, wie Chiodini sagt. Die Gemeinde setzte auf soziale Kontrolle: Eine Zweierpatrouille der Securitas ist zu verschiedenen Zeiten in den Quartieren unterwegs. Zudem ruft die Gemeinde die Oetwiler Bevölkerung dazu auf, die Augen offen zu halten und Vandalenakte unverzüglich der Polizei zu melden. «Ohne Zeugenaussagen sind wir chancenlos», so der Gemeindeschreiber. Vor zwei Jahren konnte in Oetwil dank wachsamen Anwohnern eine Gruppe von Vandalen geschnappt und zur Verantwortung gezogen werden. Sie mussten der Gemeinde den Sachschaden rückerstatten.