Limmattal
Pilze sammeln kann man auch im Juni

Nicht nur im Herbst schiessen die Pilze aus dem Limmattaler Waldboden. Auch im Sommer sind die Pilzler unterwegs.

Lydia Lippuner
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Rauchzeichen führen zu den Pilzsammlern: Vor der Lorenzhütte im Dietiker Wald grillieren sie ihre Würste nach dem Pilzsammeln. Rechts auf dem Steinmäuerchen haben sie ihre Pilze aufgereiht.
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Pilze sammeln im Juni
Effi Braun «Ich hole auch gerne Pilze im Bündnerland . Dort ist es mehr ein Sammeln als ein Suchen.»
Karl Arnold «Ich bin ein Newcomer beim Pilzeln. Seit 2016 gehöre ich zur Gruppe. Peter hat mich damit angesteckt.»
Robert Andreoli «Ich war jahrzehntelang Präsident des Vereins. Nun komme ich nur noch gelegentlich mit in den Wald.»
Isabel Lüscher «Im Herbst sind wir jeweils vier bis fünf Tage im Wald. Dabei machen wir etwa siebenstündige Exkursionen.»
Andreas Wolf «Ich ging schon immer gerne in den Wald. Nun finde ich es auch schön, etwas von meinen Spaziergängen mitzunehmen.»

Rauchzeichen führen zu den Pilzsammlern: Vor der Lorenzhütte im Dietiker Wald grillieren sie ihre Würste nach dem Pilzsammeln. Rechts auf dem Steinmäuerchen haben sie ihre Pilze aufgereiht.

Limmattaler Zeitung

Auf dem Grill brutzeln die Cervelats und Bratwürste bereits, daneben liegen frische Pilze.
Der Pilzverein Dietikon sucht und erntet diese beinahe das ganze Jahr über in den Wäldern der Region. Bei den monatlichen Treffen bestimmen sie die Pilze, veranstalten Infoabende oder klopfen einen Jass zusammen. «Es kommen jeweils zwischen 10 und 15 Teilnehmer an die Treffen», sagt Andreas Wolf, Präsident des Pilz-Vereins Dietikon.

Bevor die Pilzler in die Bratwurst beissen, schneidet Peter Lüscher den frischen Flockenstieligen Hexen-Röhrling entzwei. «Wie heisst dieser Pilz?», fragt er in die Runde. Gemeinsam bestimmen die Pilzler die Sorte der gesammelten Beute.

Lüscher hat jahrzehntelange Erfahrung. Wichtig sei beispielsweise, dass man die Pilze koche, denn einige werden erst durch das Kochen geniessbar, sagt er. Manchmal macht die Gruppe auch Exkursionen in andere Kantone. Denn, das Pilzeln im Kanton Zürich unterliegt strengen Regeln. So darf man etwa in den ersten zehn Tagen des Monats keine Pilze sammeln. Auch darf jede Person pro Tag nur ein Kilo Pilze mit nach Hause nehmen. «Das ist nachvollziehbar, wenn man die Einwohnerdichte berücksichtigt», sagt Wolf. In Kantonen wie etwa dem Aargau sind dagegen keine solchen temporären Pflückverbote bekannt.