Bonstetten

«Pilze galten einst als das Fleisch der Armen»

Der Pilzverein Dietikon erzielte bei seinem Ausflug in einem Waldstück bei Bonstetten eine magere Ausbeute. Das erhoffte frische Pilzgericht musste zwangsläufig einer Wurst weichen.

Das Waldstück bei Bonstetten präsentierte sich während des Ausflugs des Pilzvereins Dietikon in satten Farben. Immer wieder sogen die ins Säuliamt mitgereisten Mitglieder die frische Luft lautstark durch ihre Nasen. «Ein Besuch im Wald hält viele Impressionen bereit!», schwärmte die Teilnehmerin Sabine Billeter, welche oft im Dickicht verschwand. Allerdings waren sich alle Anwesenden einig, dass aufgrund des Wetters mit einer mageren Ausbeute an Pilzen zu rechnen ist. Dem Regen trotzend, erklärten sich zehn Teilnehmer bereit, ins nasse Grün auszuziehen. «Der Anlass findet bei jeder Witterung statt», so der Vereinspräsident Andreas Wolf im Vorfeld. Denn die Suche nach Pilzen bedeute auch, die Anmut der Natur zu bewundern.

Trotzdem blieb Teilnehmer Peter Lüscher optimistisch: «Zu dieser Jahreszeit könnte man Mairitterlinge oder auch Schwefelporlinge finden», so der passionierte Pilzliebhaber. Bewaffnet mit Korb, Stock und Messer, den klassischen Utensilien eines «Pilzlers», war er stets bereit. Aber die Jahreszeiten haben sich verschoben. Im Prinzip herrscht noch immer der Frühling. Zudem beginnt die eigentliche Pilz-Saison erst im August.

Lothar führte zu Hexenringen

Die Nachwirkungen des Orkans Lothar aus dem Jahre 1999 sind im Wald bei Bonstetten noch allgegenwärtig. Der Erdboden ist stark verwachsen, weil viele Bäume damals einknickten. Dies hatte Einfluss auf die Welt der Pilze, welche mit den Bäumen oft eine Symbiose bildet. Auch zu erkennen am sogenannten «Hexenring», einer kreisförmigen Ansammlung von Pilzen rund um «ihren» Baum. Ein solcher Kreis war leider nicht zu sehen. Immerhin wurden einige Stockschwämmchen gesammelt, welche sich ganz hervorragend für eine würzige Suppe eignen.

«Pilze galten einst als das Fleisch der Armen», weiss Peter Lüscher. Heute sei das anders. Ein echter Trüffel erzielt horrende Preise. Auch die Thematik der Giftpilze wurde angesprochen. Es gibt dabei nur eine Strategie: Alle Pilze zu kennen, die essbar sind. Ein weites Feld. Die häufigsten Verwechslungen passieren zwischen Champignons und Knollenblätterpilze. Daher ersetzen gewisse Kenntnisse keinesfalls die offizielle Pilzkontrolle.

Wurst statt Pilz

Am Ende des Ausflugs blieben die Körbe fast leer. Das erhoffte frische Pilzgericht musste zwangsläufig einer Wurst weichen. Trotz Wind und Regen wurde am anschliessenden Grillieren festgehalten.

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