Comédy-Herbst

Philipp Locher: «Wir bleiben bei der ‹Klein-aber-fein›- Ideologie»

OK-Präsident Philipp Locher und die Vereinigung Pro Schlieren ziehen grosse Namen an den Comédy-Herbst.

OK-Präsident Philipp Locher und die Vereinigung Pro Schlieren ziehen grosse Namen an den Comédy-Herbst.

Der Comédy-Herbst lockt dieses Jahr mit grossen Namen und bewährtem Konzept – die Zukunft ist aber unsicher, nicht zuletzt weil die Schlieremer Zentrumsplanung noch in den Sternen steht, wie Philipp Locher erklärt.

Herr Locher, der Comédy-Herbst steht vor der Tür. Was sind Ihre Highlights dieser Neuauflage?

Philipp Locher: Mein persönlicher Favorit ist Benjamin Tomkins, der Puppenflüsterer. Ich habe mich stark dafür eingesetzt, dass er bei uns auftritt. Aber auch auf das Kabarett Klischee bin ich sehr gespannt.

Welche Neuerungen erwarten die Gäste dieses Jahr?

Neu ist, dass wir jeden Tag einen neuen Künstler präsentieren. Ausserdem haben wir die Spieltage gewechselt. Die Auftritte finden jeweils am Mittwoch, Donnerstag und Freitag statt. Dazu entschieden wir uns, weil im letzten Herbst an diesen Tagen die Auslastung besser war. Von Veranstaltungen am Samstag sehen wir heuer ab. Nur bei Simon Enzler machen wir eine Ausnahme, weil er an keinem anderen Tag zur Verfügung steht.

Setzt man bei der Infrastruktur wieder auf das kleine Zirkuszelt?

Ja. Allerdings hat sich unser Festival auch baulich verändert. Wie in einem grossen Zirkus verfügen wir neu über ein Vorzelt, das direkt an das Hauptzelt angebaut ist. So können unsere Gäste von der Bar direkt ins Zirkuszelt eintreten. Was bleibt, ist die kleine Bühne und die Nähe des Publikums zu den Künstlern.

Die erste Ausgabe entstand sehr spontan. Dieses Jahr hatten Sie mehr Vorlaufzeit. Was änderte das?

Es brachte den Vorteil mit sich, dass wir unsere Artisten gezielter auswählen konnten. Comedians muss man weit vor ihrem Auftritt buchen. Dazu war das Nervenkostüm aller Beteiligten natürlich etwas dicker als beim letzten Mal. Das waren sicher entscheidende Vorteile.

Was war für Sie die grösste Herausforderung bei der Organisation des diesjährigen Comédy-Herbsts?

Die Sponsorensuche. Wir erzielten ein Budget von über 100 000 Franken. Das klappte nur, weil sich viele unserer letztjährigen Gönner wieder bereit erklärten, etwas beizusteuern.

Grosse Namen wie Simon Enzler oder Maddin kosten mehr als unbekannte Künstler. Müssen die Besucher am Comédy-Herbst nun tiefer in die Tasche greifen?

Wir mussten die Ticketpreise leicht anheben. Aber sie sind immer noch tiefer als in der Stadt Zürich. Der Preis für das teuerste Ticket liegt bei 45 Franken. Im Normalfall kriegt man diesen Künstler aber nicht für unter 60 Franken zu sehen.

Ist das überhaupt noch rentabel?

Wir wollen mit dem Festival nichts verdienen. Es geht uns darum, das Zentrum zu beleben und vor allem die einheimische Bevölkerung zum Lachen zu bringen. Wobei dieses Jahr bisher mehr Auswärtige Tickets reserviert haben als Schlieremer.

Woran liegt das?

Ich kann mir das auch nicht erklären. Es kann unter anderem an der tollen Zusammenarbeit mit dem Spektrum Geroldswil liegen (siehe Box), aber ich hoffe, dass unsere Stadtbewohner bei den Reservierungen noch aufholen.

Gibt es bereits Künstler, für deren Auftritte keine Tickets mehr erhältlich sind?

Ja, Maddin, Simon Enzler und Rob Spence sind ausverkauft. Bei diesen Namen hatten wir keine Zweifel, dass sie gut besucht würden. Ich empfehle aber eher die unbekannteren Künstler. Sie treten mit einer grossen Passion auf und freuen sich, vor Publikum auftreten zu können. 2012 schnitten die «No-Names» besser ab als renommierte Comedians.

Kann man sich aufseiten der Organisation auch vorstellen, dass das Festival in Zukunft wächst?

Nein, wir wollen die «Klein-aber-fein»-Ideologie beibehalten. Wir werden uns nach der Spielzeit zusammensetzen und die Zukunft planen. Nun, da nach dem Partizipationsprozess zur Zentrumsplanung die Zukunft des Schlieremer Zentrums wieder in den Sternen steht, ist auch unser Festival in der Schwebe.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1