Bergdietikon

Pflegezentrum: Der Bergdietiker Gemeinderat bittet um mehr Vertrauen

Auf dieser Parzelle an der Schönenbergstrasse soll in Bergdietikon ein Pflegezentrum mit 75 Betten und 35 Alterswohnungen entstehen. KSC

Auf dieser Parzelle an der Schönenbergstrasse soll in Bergdietikon ein Pflegezentrum mit 75 Betten und 35 Alterswohnungen entstehen. KSC

In Kindhausen soll bis 2015 ein Seniorenzentrum mit 75 Pflegebetten und 35 Alterswohnungen entstehen. An der Gemeindeversammlung am Donnerstagabend enstand eine hitzige Diskussion über die Involvierung der Einwohnerinnen und Einwohner in das Projekt.

Am meisten zu diskutieren gab an der Gemeindeversammlung Bergdietikon am Donnerstagabend ein Geschäft, das gar nicht traktandiert war. Im Anschluss an die offizielle Versammlung entstand eine hitzige Diskussion über das geplante Seniorenzentrum in Kindhausen. An der letzten Gemeindeversammlung wurde bestimmt, dass die Gemeinde für 4,4 Millionen Franken eine Parzelle an die Oasen Holding AG verkaufen darf, die sich bereit erklärt hat, als privater Investor darauf ein Altersheim zu erstellen.

Kritische Stimme

Hanspeter Lingg, der eigens eine Präsentation mitgebracht hatte und sich als Vertreter eines Initiativkomitees vorstellte, das sich intensiv mit dem Thema befasst habe, zeigte sich kritisch. Er sei sich bewusst, dass man in der Gemeinde ein Alters- und Pflegezentrum benötige: «Dagegen bin ich nicht.» Sein Komitee wolle aber sicherstellen, dass die Einwohner der Gemeinde genügend in das Projekt miteinbezogen würden.

Mitwirkung ist vorgeschrieben

Das war auch Hans Toblers Anliegen. Er wolle den Gemeinderat offiziell verpflichten, sagte er, dass dieser das für den Gestaltungsplan angekündigte Mitwirkungsverfahren auch wirklich durchführe. Denn: Die Auswirkungen des «gigantischen Projekts» seien für die Gemeinde von «grosser allgemeiner Tragweite», sagte Tobler, der neben der Parzelle wohnt.

Gemeindeammann Gerhart Isler betonte, dass das Mitwirkungsverfahren gesetzlich vorgeschrieben sei und sich der Gemeinderat strafbar machen würde, sollte er es auslassen. Er bat die Votanten aber auch, etwas mehr Vertrauen in den Gemeinderat zu haben. «Haben wir ihnen Anlass gegeben, uns nicht zu trauen?», fragte er. Der Gemeinderat wolle selbstverständlich ein Projekt, von dem alle etwas hätten und auf dem Weg dorthin werde man alle gesetzlichen Auflagen einhalten.

Alle Geschäfte genehmigt

Die 125 anwesenden Stimmberechtigten genehmigten zudem im offiziellen Teil der Gemeindeversammlung die Jahresrechnung 2012 ohne Gegenstimme. Mit grossem Mehr stimmte die «Gmeind» auch dem neuen Gebührenreglement über die Baubewilligungsgebühren zu. Vier ausländischen Staatsangehörigen wurde neu das Bergdietiker Gemeindebürgerrecht zugesprochen. Zudem wurde ein Kredit über 495 000 Franken für den Ersatz der Wasserleitung, die Sanierung der Abwasserleitung und die Belagssanierung in der Parkstrasse bewilligt.

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