Schlieren
Pfarrer Jürg Wildermuth zeigt dem Publikum sein Adventsfenster

Glücklicherweise ist die Nacht vom 20. auf den 21. Dezember die zweitlängste des Jahres. Denn Jürg Wildermuth, Pfarrer der reformierten Kirche Schlieren, musste noch Nachtschicht einlegen für sein Adventsfenster. Das Resultat lässt sich sehen.

Ly Vuong
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Adventsfenster Schlieren
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Groupe Bolingo priesen Gottes Herrlichkeit
Das Schlieremer Adventsfenster ist auch ein Treffpunkt
Ernst Hausherr und Salvatore Zappoli kümmerten sich um die Reisnudelsuppe

Adventsfenster Schlieren

Limmattaler Zeitung

Den Garten, in dem das interessierte Publikum bereitstand, hatte Wildermuth mit Kerzen dekoriert, denn es war schon dunkel, als er um Punkt 18 Uhr die Fensterläden seines Pfarrhauses öffnete. Dahinter kam ein blaues Fenster mit achteckigen Sternen, einem orangefarbenen Christus-Monogramm und den Buchstaben Alpha und Omega zum Vorschein.

Während Ernst Hausherr aus Endingen und der Schlieremer Sigrist Salvatore Zappoli schon einmal die Reisnudelsuppe für den anschliessenden Umtrunk umrührten, erklärt Wildermuth die Symbolik des Fensters: «Alpha ist der erste und Omega der letzte Buchstabe im griechischen Alphabet», erklärt er. Die Buchstaben stehen für Jesu Wort «Ich bin der Anfang und das Ende». Und Ingrid Höhn, pensionierte Schneiderin aus Schlieren, ergänzte: «Es bedeutet, dass Christus alles ist.»

Um die Schwere der Symbolik zu lockern, wählte Wildermuth achteckige Sterne. «Sieben ist die Zahl der Vollkommenheit. Achteckige Sterne sind deshalb mehr als vollkommen», meinte er scherzend. Die Sterne würden sehr gut zum Advent passen, meint Sigrist Zappoli. «Jeder glaubt, dass er einen persönlichen Stern im Himmel hat. Sterne geben deshalb Hoffnung und Licht», erklärte er.

Zappoli, der vor zwei Jahren die Stelle als Sigrist in Schlieren antrat, war dieses Jahr auch schon unter den Fensterschmückern. Um seine Gefühle der Dankbarkeit gegenüber dem Dorf auszudrücken, dekorierte er sein Fenster am ersten Dezember.

Inzwischen spielte die «Groupe Bolingo» fröhliche rhythmische Lieder aus dem Kongo. Auf Lingala priesen die beiden Sängerinnen, begleitet von Conga-Trommeln, Gottes Herrlichkeit. Dies hörte auch die Anwohnerin Esthi Suter, die sich darauf der Gesellschaft anschloss. Man könne in einer solch schönen Atmosphäre ausgezeichnet Kontakte pflegen und sich gemeinsam auf Weihnachten freuen, meinte Margrit Hausherr. «Und die vielen Kerzen und die Musik erwärmen das Herz», ergänzte ihr Mann.

Pfarrerin Claudia Schulz überraschte die Motivwahl ihres Kollegen. In den letzten Jahren habe er meistens Figuren abgebildet. Ihr eigenes Fenster bestehe aus Sternen und Denkblasen. «Es soll aufzeigen, was die Menschen alles unternehmen, um mit ihrem Verstand in die Karten des Himmels zu schauen», sagte Schulz.