Dietikon
Pfadfinder aus Tschechien üben sich als Brückenbauer im Limmattal

17 Pfadfinder aus Tschechien sind anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums der tschechischen Pfadfinderbewegung drei Tage lang in der Schweiz zu Gast. Zu Hause sind sie in Kolín, der Partnerstadt von Dietikon.

Dominic Kobelt
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Pfadfinder aus Tschechien üben sich als Brückenbauer im Limmattal
6 Bilder
Stärkung vor der Abreise
Die Pfadfinder staunen über Bruno Webers Haus
Abkühlung vor dem Stadthaus
Der Gang über die Schlangen-Brücke
Eine einmalige Aussicht über den Wasserpark

Pfadfinder aus Tschechien üben sich als Brückenbauer im Limmattal

Dominic Kobelt

Jugendliche in hellbraunen Hemden, bestückt mit bunten Abzeichen, nähern sich dem Bruno Weber Park. Bei jedem Schritt geben rund ein Dutzend kleiner Glocken ihr typisches Klingen von sich. Die 17 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus Tschechien haben sich die Miniatur-Kuhglocken in einem Souvenirshop gekauft und tragen sie jetzt stolz auf der Brust.

Die Kinder sind gleich

Der gestrige Besuch des Bruno Weber Skulpturenparks ist eines der Highlights im dicht gedrängten Programm. Vít Rakušan, der Bürgermeister von Kolín, begleitet die Jugendlichen und übersetzt laufend. Besonders viel Spass haben die Pfadfinder an der Alphorn-Skulptur. Einige bringen einen schönen Ton aus dem Instrument. «Das sind ja richtige Schweizer», sagt die Führerin anerkennend.

Es folgt eine Führung durch Dietikon. Die Jugendlichen erfahren etwas über die Zeit der Römer, der Französischen Revolution bis hin zum Zweiten Weltkrieg. Danach geht es zur wohlverdienten Mittagspause im Chrüzacher. Es gibt Hotdogs - natürlich haben die Jugendlichen auf ihrer Reise aber auch Schweizer Gerichte gekostet. «Die Pfadfinder aus Dietikon haben uns gezeigt, wie man Fondue macht. Ich wusste, dass das eine Schweizer Spezialität ist, gegessen habe ich es aber zum ersten Mal», sagt ein Mädchen. Auch die anderen Kinder haben ihren dreitägigen Aufenthalt genossen. «Die Kinder sind hier gleich wie in Tschechien», sagen sie. Unterschiede zwischen den Ländern gebe es dennoch: «Es herrscht hier grosse Ordnung, auf den Strassen liegen fast keine Abfälle».

Verabschiedet werden die Pfadfinder von den beiden Stadträten Jean-Pierre Balbiani und Johannes Felber. Rakušan hofft, in Kolín auch einmal Besuch aus der Schweiz begrüssen zu dürfen: «Wir wollen ihnen zeigen, dass wir auch gute Gastgeber sind», sagt er. Felber verspricht: «Wir werden kommen.»

Kolín ist seit 1995 Partnerstadt Dietikons. Damals vereinbarten die beiden Städte, eine Beziehung über die regelmässigen Behördenkontakte hinaus zu pflegen. Einmal pro Jahr fand ein Jugendaustausch statt. 2006 wurde diese Tradition aufgegeben - Dietikon verzichtete auf einen Jugendaustausch mit der Begründung, die am Austausch interessierten tschechischen Jugendlichen würden aus bessergestellten Gesellschaftsschichten stammen . Dies entspreche nicht mehr dem Grundgedanken der Tradition . Der jetzige Besuch geschah auf Initiative der tschechischen Pfadis und könnte durchaus einen ersten Schritt zur Wiederannäherung der Partnerstädte bedeuten.