Schlieren

Petition lanciert: Zelgli-Bewohner pochen auf Tempo 30

Gilt an der Engstringerstrasse bald Tempo 30? Mehrere Anwohner äussern den entsprechenden Wunsch.

Gilt an der Engstringerstrasse bald Tempo 30? Mehrere Anwohner äussern den entsprechenden Wunsch.

Weil man im nördlichsten Quartier Schlierens einen Kapazitätsausbau an der Engstringerstrasse befürchtet, wurde eine Petition lanciert.

Es tut sich was im Schlieremer Zelgli-Quartier. Obwohl auch hier das öffentliche Leben wegen der Corona-Krise weitestgehend lahmgelegt wurde, lancierten Anwohner den Kampf für die Zukunft des Quartiers nördlich der Bernstrasse. Und zwar in Form einer Online-Petition. Unter der Federführung des Einwohners Beat Steiger werden auf der Plattform «Petitio.ch», die zu «CH Media» gehört, Unterschriften für einen Tempo-30-Testbetrieb auf der Engstringerstrasse gesammelt.

Der Grund liegt darin, dass die Quartierbewohner befürchten, sie würden dereinst unter massivem Mehrverkehr leiden. Bereits heute ist die enge Engstringerstrasse stark befahren. Der Kanton beabsichtigt, die Strasse im Hinblick auf den Ausbau der Engstringerkreuzung zu verbreitern, sodass der Veloverkehr besser abgewickelt werden kann. Doch der Petitionär glaubt, dass dahinter ein anderes Motiv steckt. «Es deutet vieles darauf hin, dass unter dem Deckmantel der Erweiterung der Veloinfrastruktur die Kapazität der Engstringerstrasse erweitert werden soll», schreibt Steiger in seiner Petition.

Petitionäre erwarten mehr Umfahrungsverkehr

Da Fahrzeuge bei beengten Strassen den Radstreifen generell mitbefahren, führe eine Verbreiterung der Engstringerstrasse ohne flankierende Mass­nahmen wie etwa eine Temporeduktion, das Verlegen eines Flüsterbelags oder das Setzen einer Kapazitätsobergrenze nicht zum gewünschten Effekt, heisst es weiter. Da das Befahren der verbreiterten Strasse, die das Zelgli-Quartier in zwei Hälften teilt, noch attraktiver wird, erwarten die Petitionäre mehr Umfahrungsverkehr, Lärm, Stau und eine tiefere Lebensqualität für die Einwohner.

Tempo-30-Petition

Beat Steiger, der bereits mit seiner hängigen Initiative zur Regulierung der Mobilfunkantennen für Aufsehen gesorgt hatte, steht hinter der Petition. Er verweist darauf, dass ein reduziertes Tempo zahlreiche Vorteile aufweist. Es entstehe ein flüssiger Verkehr und sogar das Bundesgericht in Lausanne sehe Tempo 30 als wirksame Methode gegen die Lärmbelastung. «Dass Tempo 30 auf Kantonsstrassen nicht möglich sei, gehört ins Land der Märchen», so Steiger. Zudem verursache Strassenlärm Gesundheitsschäden bei Anwohnern und senke den Wert der Liegenschaften.

Dialog-Teilnehmer noch nicht richtig gehört

Gemeinsam mit dem Kanton führte die Stadt Schlieren bereits mehrere öffentliche Workshops unter dem Titel «Lebensraum Zelgli» durch (die «Limmattaler Zeitung» berichtete). Dabei stellten die Teilnehmenden die Forderung nach einem reduzierten Temporegime. Weiter kamen Ideen nach einem verbindenden Quartierplatz auf Höhe der Bushaltestelle Tal­acker-Windegg auf.

«Nach nun drei Veranstaltungen gelangten wir aber noch nicht zur Erkenntnis, dass die Bedürfnisse der Teilnehmer des Zelgli-Dialogs so gehört wurden, wie uns dies zu Beginn in Aussicht gestellt wurde», sagt Steiger gegenüber dieser Zeitung. Aus diesem Grund habe man sich für die Petition entschieden und man hoffe, das Anliegen bei den Mitbürgern bekannt zu machen. Die Unterschriftensammlung – man hofft auf minimal 200 Unterstützerinnen und Unterstützer – läuft noch bis zum 12. April. Anschliessend wird die Petition dem Schlieremer Stadtrat überreicht.

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