Peter Trombik war seit 1994 Gemeinderat von Unterengstringen, seit 2006 dessen Präsident, er war also Politiker durch und durch – sollte man meinen. Nicht ganz. Peter Trombik war kein Politiker im klassischen Sinne. Der Freisinnige redete nie um den heissen Brei herum, kam direkt zur Sache, war ehrlich in seinen Aussagen, überzeugt von seinen Ideen, manchmal unkonventionell in der Präsentation und immer auch ein bisschen schalkhaft. Selbstverantwortung, war eines seiner Themen. Peter Trombik war stets er selbst, nichts an ihm war gekünstelt. Unvergessen sind seine Anrufe auf die Redaktion, wenn ihm etwas nicht passte. Doch er griff auch zum Telefonhörer, wenn er etwas zu loben hatte. Nachtragend zu sein, war nicht seine Art.

Peter Trombik konnte Ansichten auch gegen Mehrheiten mit Überzeugung vorbringen und dazu stehen. Kritik prallte zwar nicht an ihm ab, umwerfen vermochte sie ihn aber nie. Er hatte buchstäblich einen breiten Rücken. Beispielhaft dafür war seine Ansicht zum von der Region kollektiv bekämpften Container-Umschlagterminal Gateway. Für ihn war dieser beim Rangierbahnhof ideal gelegen, um den Wirtschaftsraum Zürich zu versorgen. Egal, was andere sagten. Und beim Abstimmungskampf um den Fussballplatz in Oberengstringen wehrte und ärgerte er sich vehement gegen den für ihn ungeheuren Vorwurf, Unterengstringen sei reiner Profiteur.

Peter Trombik beerbte 2006 Willy Haderer (SVP), den Langzeitpräsidenten der Gemeinde. Es war ein eigentlicher Kulturbruch. Auf den Vollblutpolitiker Haderer folgte der engagierte Individualist Trombik. Mit seiner eigenen Art und Humor führte er auch die Gemeindeversammlungen. Solche Momente machten ihn sympathisch.

Peter Trombik suchte stets nach pragmatischen, praxisnahen Lösungen, frei von Ideologie. Er war ganz der Ingenieur und Geschäftsführer einer eigenen Firma in Höngg. Seine Ziele verfolgte Peter Trombik mit grosser Energie, er wusste, was er wollte. Sein politisches Lebenswerk wird das neue Gemeindehaus von Stararchitektin Tilla Theus sein, das eine turbulente Entstehungsgeschichte hatte und das er gegen manchen Widerstand durchsetzte. Die Bauarbeiten haben letzte Woche begonnen. Leider ist es ihm nicht mehr vergönnt, die Einweihung des Gebäudes mitzuerleben, in das er so viel Herzblut investiert hat.

Peter Trombik lebte seit 1979 in Unterengstringen. Es ist noch nicht so lange her, da er in zweiter Ehe Susanne Trombik-de Faveri heiratete. Er setzte sich in der Gemeinde fürs Gemeinschaftsleben ein und fürs Kloster Fahr. Musik war für ihn der beste Ausgleich zum Alltag und zur Politik, wie er einmal bekannte. In seiner Band spielte er Keyboard und gab Unterhaltungsmusik und Evergreens zum besten. Trombik liebte die britische Band Status Quo. Und Oldtimer-Autos.

Die Krankheit trat plötzlich in Peter Trombiks Leben. Und obwohl sie schwer war, wollte er so lange und so weit als möglich Normalität aufrechterhalten. Das gelang ihm ihn den letzten Wochen immer weniger. Zuletzt musste Vizepräsident René Rey (FDP) die Amtsgeschäfte übernehmen. Peter Trombik verstarb am letzten Freitag.

Abschiedsgottesdienst: 10. Juli, 14 Uhr, Klosterkirche Fahr.