Regelmässig wird gewogen, wie viele Kilo Milch die Tiere geben und alleine im letzten Jahr wurde der Landwirt dafür dreimal vom Fleckviehzüchterverband geehrt: Seine Kühe Rebeka, Lydia und Janine haben die Marke von 100 000 Kilo produzierter Milch überschritten. «Nur ein kleiner Prozentsatz der Kühe erreicht diese Marke», sagt Hagenbucher. «Das macht mich natürlich stolz. Es muss viel zusammenspielen, damit das geschieht.»

Eine ganz besondere Kuh ist dabei die 13-jährige Rebeka: Über 23 Kilo Milch produziert sie täglich. «Das ist eine gewaltige Leistung», sagt Hagenbucher.

Neben der Milchproduktion und dem Ackerbau gehören Rinderaufzucht sowie Kälber- und Munimast zu seinem Hof. «Die Kühe sind etwas vom Wichtigsten für mich», sagt der 26-jährige Landwirt. Er gilt inzwischen als Spezialist für langlebige Kühe mit hohen Lebensleistungen: Fast jährlich darf er dafür eine Auszeichnung entgegennehmen, weil wieder eine Kuh die 100 000 Kilo-Marke überschritten hat. «Das ist ein Ziel, auf das jeder Bauer hinarbeitet, denn je mehr Milch eine Kuh gibt, desto mehr rendiert sich die teure Aufzucht», sagt Hagenbucher.

Gesundheit, Zucht und Glück

Vor allem vom Alter und der Gesundheit des Tieres hängt es ab, ob die Marke erreicht wird. Mehrmals täglich geht der Landwirt durch den Stall, um zu sehen, wie es den Kühen geht. Er kennt seine 130 Tiere. «Rebeka beispielsweise ist eine Kuh, die ihren Weg macht. Sie braucht nicht viel Zuneigung», sagt der Landwirt. Er spüre bei den Kühen schnell, wenn etwas nicht in Ordnung sei. «Indem ich alle paar Stunden nachschaue, kann ich sofort reagieren, wenn etwas nicht stimmt», sagt Hagenbucher. Gerade kurz vor der Geburt müsse er sich jeweils intensiv mit dem Tier befassen: «Das ist eine heikle, aber wichtige Zeit.» Eine gesunde Milchkuh kalbt einmal jährlich - und nur wenn alles reibungslos abläuft, ist es möglich, dass die Kuh lange gesund bleibt.

Entscheidend für eine lange Gesundheit ist auch die Haltung: «Wir haben einen Laufstall, damit sich die Tiere ausreichend bewegen können, und geben ihnen zweimal täglich Kraftfutter», erklärt Hagenbucher. Er ist jeden Tag vor 5 Uhr morgens bereits im Stall, um sich um die Tiere zu kümmern, sie zu füttern und zu melken. Wichtig ist zudem die Zucht: Es kommt auch auf den Stier an, wie alt die Tiere werden. «Und natürlich gehört ein bisschen Glück zum Erfolg», sagt Hagenbucher. «Eine Fehlgeburt oder eine falsche Reaktion und schon ist es vorbei: Die Kuh gibt nicht mehr viel Milch oder stirbt.»

Auf dem Hof ausgewachsen

Sein grosses Wissen hat sich der Landwirt seit seiner Kindheit angeeignet. «Ich bin auf diesem Betrieb hier aufgewachsen», sagt Hagenbucher. Schon früh war klar, welchen Weg er einschlagen würde. Nach seiner Lehre als Landwirt ist er auf den Betrieb nach Birmensdorf zurückgekehr, vor zwei Jahren hat er ihn von seinem Vater übernommen. Mit Kursen und Schulen bildet er sich regelmässig weiter. «Besonders hilfreich ist auch der direkte Kontakt mit anderen Bauern», sagt er.

Als Preis hat Peter Hagenbucher für jede Kuh eine grosse Glocke erhalten. Zurzeit hängen vier davon in seinem Wohnzimmer. «Wir Bauern von Birmensdorf erhielten in den letzten zwei Jahren insgesamt acht Glocken», sagt Hagenbucher. Birmensdorf scheint ein idealer Ort für gesunde Kühe zu sein - voraussichtlich in zwei Jahren darf Peter Hagenbucher bereits die nächste Auszeichnung entgegennehmen