Da lief etwas gehörig schief: Als ein Dietiker Ende vergangener Woche seine ausgefüllten Abstimmungsunterlagen an die Stadtkanzlei schicken wollte, stellte er fest, dass eine falsche Rücksendeadresse angegeben war. Die aufgedruckte "Rütistrasse 1" existiert in Dietikon nicht einmal. Umgehend benachrichtigte er die Stadt über diesen ungewöhnlichen Befund.

„Wir haben uns natürlich geärgert, als wir davon erfahren haben“, sagt Karin Hauser, Stadtschreiberin von Dietikon, auf Anfrage. Das Lachen in ihrer Stimme weist jedoch darauf hin, dass sie den Fauxpas mittlerweile mit Humor nimmt. „Zuerst haben wir den Fehler bei uns gesucht, dann stellten wir fest, dass es sich um eine technische Panne des VRSG handelt.“ Das VRSG, das Verwaltungsrechenzentrum St. Gallen, ist die zuständige Druck- und Verpackungsfirma. Noch am gleichen Tag nahm die Stadt Kontakt mit der Firma sowie der Post auf, um eine Lösung für das Problem zu finden.

Kurier engagiert

Damit alle Stimmcouverts – in Dietikon leben rund 12‘000 Stimmberechtigte - bis zum Abstimmungssonntag am 25. September rechtzeitig eintreffen, musste die Stadtkanzlei in Zusammenarbeit mit der Post kreativ umdisponieren. Bis am 20. September leitet die für Dietikon zuständige Postzustellstelle Schlieren alle falsch adressierten Stimmcouverts täglich an die Poststelle Dietikon weiter, von wo aus sie direkt ins Postfach der Stadtverwaltung kommen.

Ab dem 21. September wird es noch aufwändiger: Dafür engagiert die Stadt eigens einen Kurier, welcher die Briefe täglich in Schlieren abholt, um sie persönlich der Dietiker Stadtverwaltung zu übergeben. 

Gemäss Recherchen der Limmattaler Zeitung ist die Gemeindeverwaltung in Dürnten im Bezirk Hinwil die einzige im Kanton, die an der „Rütistrasse 1“ liegt. Dies konnte Hauser nicht bestätigen. Bisher seien auch keine Rückmeldungen von anderen Gemeinden eingegangen, welche die falsch adressierten Dietiker Stimmcouverts erhalten hätten. (sme)