Handball

Peach Rusert ist zurück beim HCDU: «Ich wollte eine Luftveränderung»

Peach Rusert (links) und Tobias Zatti kennen und schätzen sich seit Jahrzehnten.

Peach Rusert (links) und Tobias Zatti kennen und schätzen sich seit Jahrzehnten.

Eine Koryphäe ist zurück im Limmattaler Handball. Der 49-jährige Peach Rusert stösst als Co-Trainer zu den 2.-Liga-Frauen des HCDU.

Als ob er seinen Start beim HC Dietikon-Urdorf nicht erwarten könnte, trifft Peter Rusert um einiges zu früh zum Interviewtermin ein. Er sitzt mit einem Lächeln im Gesicht vor der Turnhalle Büel in Unterengstringen und geniesst die letzten Sonnenstrahlen eines herrlichen Spätsommertages. Peach, wie ihn in der Handball-Szene alle nennen, freut sich offensichtlich auf seine neue sportliche Herausforderung bei den 2.-Liga-Frauen des HCDU. Er komme nach drei Jahren beim Damenteam von Volketswil gerne wieder retour ins Limmattal, sagt der ehemalige NLB-Handballer. Bevor das Foto zusammen mit dem bisherigen Coach Tobias Zatti geschossen werden kann, muss Rusert erst noch entsprechend eingekleidet werden. Zatti überreicht ihm ein offizielles HCDU-Shirt. Nach dem Fotoshooting spricht das neue Trainerduo über alte Zeiten, bisher Erreichtes und neue Ziele.

Tobias Zatti, nach dem Rücktritt von Muzaffer Dogru aus dem Trainerstab des Frauenteams im vergangenen Frühling mussten Sie nicht lange suchen, bis Sie Ersatz gefunden haben.

Tobias Zatti: So, so, musste ich das nicht?

Sie kennen Peach Rusert seit vielen Jahren. Da schien eine Rückkehr nur logisch zu sein.

Zatti: Wir kennen uns seit Ewigkeiten, das ist richtig.

Peach Rusert: Ich war Trainer der C-­Junioren, als Tobias damals dort gespielt hatte.

Den Limmattaler Handballfans muss man Peach Rusert nicht mehr vorstellen. Eine erfolgreiche Karriere als legendärer Flügelspieler beim HC Dietikon-Urdorf in der Nationalliga B und in der 1. Liga, dazwischen auch Feuerwehrmann an der Seitenlinie, wenn wieder einmal ein Trainer demissioniert hatte…

Rusert: Es waren interessante Zeiten. Auch Tobias kann sich erinnern. Wir haben damals ja auch zusammen in der 1. Mannschaft gespielt.

Im Jahr 2010 wechselten Sie in den Frauenhandball. Dort hatten sie auf Anhieb Erfolg. 2015 führten sie den HCDU in die 1. Liga. Ein Jahr später gingen Sie zum HC Volketswil. Warum?

Rusert: Ich hatte damals für mich entschieden, dass ich eine neue Herausforderung brauche. Da traten Verantwortliche von Volketswil an mich heran, die ich schon länger kenne. Interessanterweise leitete ich in jener Zeit als Schiedsrichter eine Partie, in der Volketswil sehr gut gespielt hatte. Ich sah ein gewisses Potenzial. Und so bin ich dort zusammen mit meiner Partnerin Karin Neges gelandet.

Und drei erfolgreiche Jahre geblieben.

Rusert: Die Zeit vergeht schnell.

Was führt Sie denn nun wieder zurück zum HC Dietikon-Urdorf? Romantische Gefühle?

Rusert: Es sind ähnliche Gründe wie vor drei Jahren, als ich den Verein verlassen habe. Ich hatte das Gefühl, dass ich das Team nicht mehr viel weiterbringen kann. Ich wollte eine Luftveränderung.

Beste Voraussetzungen für Sie, Tobias Zatti. Sie mussten nach dem Rücktritt Ihres Assistenztrainers Muzaffer Dogru für Ersatz sorgen. Und Peach Rusert war zufällig zu haben.

Zatti: Peach hat mich eines Abends ­kontaktiert und gefragt, ob ich Ver­stärkung gebrauchen könnte. Ich war ­natürlich sofort dafür zu haben, mit ihm und der bisherigen Assistenz­trainerin Manuela Strebel das Team zu leiten.

Wenn ehemalige Spieler und Trainer nach Jahren wieder zu einem Verein zurückkehren, ist das auch ein klares Zeichen. Dieser Klub funktioniert, es macht Spass, dort seine Freizeit zu investieren.

Zatti: Unsere junge Vereinsleitung mit Präsident Thomas Wüthrich an der Spitze macht einen absolut hammermässigen Job. Alle sind engagiert, setzen sich ein. Das macht es natürlich auch attraktiv, für einen solchen Klub als Trainer tätig zu sein.

Sie selber sind auch immer im Verein geblieben?

Zatti: Nicht ganz, ich war einmal ein Jahr in Australien.

Rusert: Was hast Du dort gemacht?

Zatti: Ich wollte Rugby spielen, habe es aber dann aus verschiedenen Gründen sein lassen. Ich war ein paar Kilo zu leicht und einige Zentimeter zu wenig breit.

Kommen wir zurück zum Handball. Wie klar sind die Rollen von Ihnen beiden im Training und während der Spiele verteilt? Wer macht was?

Rusert: In der Vorsaison teilen wir uns die drei wöchentlichen Trainings auf, da müssen nicht immer beide in der Halle stehen. Wie das dann während der Meisterschaft laufen wird, werden wir noch herausfinden.

Kein Kompetenzgerangel?

Rusert: Wo denken Sie hin!

Zatti: Nein. Wir kennen uns schon so lange, da gibt es kein Potenzial für eine fette Schlagzeile in der Zeitung (lacht).

In der abgebrochenen letzten Saison wurde der HCDU von Corona auf der Mission Aufstieg in die 1. Liga gestoppt. Überflüssig zu fragen, wie das Ziel für die neue Meisterschaft aussieht.

Zatti: Da muss man gar nicht gross um den heissen Brei herumreden. Wir wollen uns für die Finalrunde qualifizieren und dann den Aufstieg in Angriff nehmen. Mit dem aktuellen Team sehe ich gute Chancen. Das einzige Problem könnte unser schmales Kader sein. Wenn wir da ein, zwei Verletzte auf Schlüsselpositionen haben, dann kann es heikel werden.

Rusert: Um das ganz grosse Ziel zu erreichen, brauchen wir natürlich auch ein wenig Glück.

Bringen Sie noch ein, zwei Spielerinnen aus Volketswil mit?

Rusert: Nein. Der Weg an die Trainings ins Limmattal ist schlicht zu weit.

Am Samstag, 12.September, beginnt die Meisterschaft mit einem Heimspiel in Urdorf gegen die SG Meilen/Stäfa. Wie bereiten Sie das Team in den kommenden Tagen auf den Saisonstart vor?

Zatti: Letzte Woche war bei den Spielerinnen aktive Erholung angesagt. Ab Montag trainieren wir wieder normal, und am Samstag geht es dann los.

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