Schlieren
Pauschale für Haushalte wird höher: Die Stadt Schlieren hat per 2021 ihre Abfallgrund­gebühr erhöht

Die Grundgebühren für Haushalte steigen um über 50 Prozent. Die letzten Jahre waren sie gesenkt worden.

David Egger
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Die Preise für die Abfallgrundgebühren steigen. Es handelt sich bei den Abfallgrundgebühren um eine pauschale Gebühr, die pro Haushalt respektive pro Betrieb zu entrichten ist.

Die Preise für die Abfallgrundgebühren steigen. Es handelt sich bei den Abfallgrundgebühren um eine pauschale Gebühr, die pro Haushalt respektive pro Betrieb zu entrichten ist.

Chris Iseli

Vorneweg: Es geht nicht um den blauen Gebühren-Güselsack für Privathaushalte. Dessen Preis hat sich zum Jahreswechsel nicht verändert. Stattdessen hat sich der Schlieremer Stadtrat im Dezember mit der sogenannten Abfallgrund­gebühr befasst. ­Diese deckt insbesondere die ­Kosten für Werk­stoff-Separat-Sammlungen, für Information, Beratung, Administration und die kantonale Abgabe für die Entsorgung von Sonderabfällen in Kleinmengen. Es handelt sich um eine pauschale Gebühr, die pro Haushalt respektive pro Betrieb zu entrichten ist. Die Grundgebühr für Betriebe ändert sich nun nicht.

Sehr wohl aber jene für Haushalte. Diese wurde in den letzten zwölf Jahren zweimal gesenkt. 2008 sank die Grund­gebühr für Haushalte pro Wohnungseinheit um durchschnittlich 24,5 Prozent, und im Jahr 2011 sogar um 35,7 Prozent. Die Senkung sollte den damals sehr hohen Stand des dazugehörigen Spezialfinanzierungskontos des Abfuhrwesens reduzieren.

Ohne Erhöhung der Gebühren sänke der
Anlagedeckungsgrad auf rund 60 Prozent

Dieser Plan ist aufgegangen: Würde die Stadt Schlieren die Grundgebühren nun nicht ­er­höhen, würde der Anlage­deckungsgrad auf rund 60 Prozent sinken. Im Jahr 2020 lag er noch bei 103 Prozent.

Hauseigentümer sehen sich nun mit unterschiedlichen Gebührenerhöhungen konfrontiert. Bei allen Haushaltsgrössen steigen die Gebühren um über 50 Prozent an, konkret um rund 55 bis 57 Prozent. Bei einer Einzimmerwohnung beträgt die Gebühr neu ohne Mehrwertsteuer 76 Franken, bislang waren es noch 49 Franken. Bei einer Wohnung mit zwei Zimmern sind es neu 87 statt 56 Franken, bei drei 98 statt 63, bei vier 109 statt 70, bei fünf 120 statt 77, bei sechs 131 statt 84, bei sieben 142 statt 91, bei acht 153 statt 98 und für Wohnungen mit noch mehr Zimmern gilt pro Zimmer mehr ein Zuschlag von neu 11 statt bisher 7 Franken.

Über die Gebührenerhöhung hat die Stadt Schlieren den Preisüberwacher Ende Oktober letzten Jahres informiert, wie der Stadtrat in einer Mitteilung schreibt. Der Preisüberwacher verzichte auf eine vertiefte ­Prüfung, «da in den vergangenen Jahren die Rechnung defizitär war und kein Preismissbrauch festgestellt wurde», heisst es in der Mitteilung ­weiter. Neben den Gebührenerhöhungen hat der Stadtrat auch noch kleinere weitere ­Änderungen am städtischen ­Gebührenreglement beschlossen.