Kloster Fahr
Pater Martin lädt zu einem speziellen Radio-Talk

Am Montagabend wird die Klosterkirche Fahr zum Radiostudio. Es gilt, ein kleines Jubiläum zu feiern.

Gabriele Heigl
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Priorin Irene Gassmann freut sich, dass Pater Martins Jubiläumssendung vom Kloster Fahr aus übertragen wird.

Priorin Irene Gassmann freut sich, dass Pater Martins Jubiläumssendung vom Kloster Fahr aus übertragen wird.

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Am 5. September ist es genau ein Jahr her, dass die Sendung «Glauben entdecken» erstmals bei Radio Maria ausgestrahlt wurde. Der wöchentliche Radiotalk von Pater Martin Werlen lebt vom Austausch mit den Anrufern, die Anliegen an den ehemaligen Abt vom Kloster Einsiedeln herantragen. Für die Jubiläumssendung findet der Talk nun erstmals öffentlich statt.

Als Übertragungsort wurde bewusst das Kloster Fahr gewählt, denn man erhofft sich durch die Nähe zum Ballungsraum Zürich ein grösseres Publikum als im Kloster Einsiedeln. Üblicherweise wird Werlen von dort aus zugeschaltet, wo ein kleines Aussenstudio für ihn eingerichtet wurde. Gastgeberin für den einmaligen Anlass, Priorin Irene Gassmann vom Kloster Fahr, freut sich sehr auf die Sendung.

Extra die Vesper verlegt

Damit sie und ihre 20 Mitschwestern bei der Sendung dabei sein können, wird extra die Vesper, die normalerweise zeitgleich um 17.45 Uhr stattfindet, vorverlegt. Irene Gassmann: «Pater Martin ist ein Mitbruder von uns, und es ist uns eine Ehre, dass der Talk in unserem Hause stattfindet.» Die Schwestern wollen unbedingt dabei sein und freuen sich, Werlen wieder einmal zu erleben.

Über welches Thema er bei der Sendung sprechen wird, hat Werlen noch nicht entschieden: «Ich versuche, immer möglichst aktuell zu sein.» In den Sendungen behandelt er meistens zwei bis vier Fragen von Anrufern, mehr wären in der 40-minütigen Sendung nicht unterzubringen, meint der erprobte Talker, der sowohl in der Schweiz als auch im Ausland schon viele öffentliche Talks bestritten hat. «Es kommen nicht nur Fragen zum Gesagten, sondern auch zu Dingen, die die Menschen besonders beschäftigen», so Werlen.

Auf die Frage, wie viele Besucher er erwartet, antwortet der Pater bescheiden: «Das Interesse besteht in erster Linie an der Radiosendung. Wenn auch einige ins Kloster Fahr kommen, freut mich das natürlich.» Im Kloster Fahr dagegen hofft man auf guten Zuspruch, ja rechnet sogar damit. Denn ursprünglich war vorgesehen, den Talk im Torricelli-Raum stattfinden zu lassen. Da dieser aber nur 50 Plätze fasst – von denen nun schon 20 mit den Schwestern belegt werden –, hat man sich umbesonnen. Priorin Gassmann: «Wir wollen, dass jeder gut sitzen und zuhören kann. Daher findet die Veranstaltung in der Kirche statt.»

Lust am Provokativen

Pfarrer Thomas Rellstab, der Programmdirektor des in Adliswil ansässigen Radio Maria (siehe Box), gerät ins Schwärmen, wenn er von der Sendung erzählt: «Das ist ein spezieller Radiotalk, der ganz auf Pater Martin zugeschnitten ist. Die Hörer haben die Gelegenheit, sich mit ihm auszutauschen, Fragen zu stellen und gemeinsam mit ihm ihren Glauben neu zu entdecken.» Dabei schone er seine Zuhörer nicht und scheue sich nicht vor Provokativem. «Das lateinische ‹provocare› bedeutet ‹herausrufen› im Sinne von herausfordern», erklärt Rellstab, und Pater Martin fordere heraus und wolle seine Zuhörer aus der Reserve locken. Er lade ein, nachzudenken, zu reflektieren und auch sich selbst kritisch zu hinterfragen. «Er sieht die Dinge immer von einer Seite an, die man für gewöhnlich nicht kennt.»

Pfarrer Thomas Rellstab, Programmdirektor von Radio Maria Deutschschweiz (rechts), mit Geschäftsführer André Jacober.

Pfarrer Thomas Rellstab, Programmdirektor von Radio Maria Deutschschweiz (rechts), mit Geschäftsführer André Jacober.

ZVG

Den Themen eine gewisse Tiefe zu verleihen und diese dadurch mit Sinn zu erfüllen, seien seine Anliegen, so Rellstab, der seinem «Talkmaster» völlig freie Hand gegeben hat. Das Kritische, Provokative kenne und schätze man an Pater Martin, so Rellstab. Nun wolle man anlässlich des Jubiläums mit dem öffentlichen Talk den Hörern die Möglichkeit geben, auch in den direkten Kontakt mit Werlen zu kommen.

Dazu wird im Anschluss an die Sendung auch noch Gelegenheit bei einem Jubiläums-Apéro sein, zu dem alle Gäste eingeladen werden. Ausgerichtet wird er vom Klosterrestaurant "Zu den Zwei Raben", offeriert vom Sender Radio Maria. Genügend Zeit für weitere direkte Begegnungen mit Pater Martin «off the record».

Der öffentliche Radiotalk findet am Montag, 5. September, um 17.45 Uhr in der Klosterkirche Fahr statt. Im Anschluss an die Sendung wird ein Jubiläums-Apéro angeboten.

Teil einer weltweiten Familie

Der Sender Radio Maria Deutschschweiz in Adliswil ist seit September 2010 Teil einer weltweiten Familie von knapp 80 Radio-Maria-Sendern, die es auf allen Kontinenten gibt. Weltweit haben diese etwa 35 Millionen Zuhörer und sind damit das grösste Missionswerk auf christlicher Ebene. Es handelt sich um eine private Initiative von Laien und Priestern innerhalb der katholischen Kirche. Das Programm soll Menschen zu Christus führen, neue Freude am Glauben wecken und die Gläubigen auf ihrem Weg begleiten und bestärken. Auf der Internet-Seite heisst es: «Über das Massenmedium Radio möchten wir die Frohe
Botschaft und den Glauben der Katholischen Kirche verkünden.

Das Radio ist dafür ein geeignetes Mittel, da es die Menschen überall erreichen kann, zu Hause, am Arbeitsplatz, im Auto und im Freien.»

Die Arbeit bei Radio Maria Deutschschweiz wird von wenigen angestellten Mitarbeitenden geleistet, den Grossteil der Arbeit tragen Ehrenamtliche. Radio Maria kann sich dabei auf die Mitarbeit von kirchlichen Bewegungen, Gruppen, Pfarreien und Kirchgemeinden stützen. Im Fokus: Die Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus. Programmdirektor Pfarrer Thomas Rellstab schreibt auf der Internetseite an die Hörer: «Es ist mir und allen Mitarbeitenden eine grosse Freude, Sie kennenzulernen und mit Ihnen den spannenden und wunderschönen Weg des Glaubens zu gehen.» Der Sender finanziert sich durch Spenden der Hörer.

Am einfachsten empfängt man Radio Maria Deutschschweiz über Digitalradio DAB+. Über den Webstream kann man den Sender überall auf der Welt hören. Weitere Empfangsmöglichkeiten: bei UPC Kanalnummer 761, bei Quickline Kanalnummer 794, bei Teleraetia Kanalnummer 10, bei Swisscom unter den Internetsendern. Alle Sendungen, so auch der öffentliche Talk vom Montag, kann man auch per Podcast
herunterladen. (GAH)